Mir ist immer noch nicht klar, warum man da als MoBo Hersteller so geizig ist. 64 Megabyte oder mehr kosten doch einen feuchten ScheiBdreck. Selbst 1 GB Flash kostet denen im Masseneinkauf nichtmal 30 Cent. Eigentlich nichtmal 10 oder 5.
Man sollte endlich mal aufhören, die Preise für NAND-Flash ohne Ansteuerung und mit einer garantierten Datenvorhaltezeit von wenigen Monaten auf eigenständig funktionierenden NOR-EEPROMs mit Spezifikationen im Bereich von Jahrzehnten bis Jahrhunderten zu beziehen. Desweiteren skalieren Preise physischer Objekte nicht beliebig nach unten. Die Packaging-, Handling- und Vertriebskosten für einen 1 MiB-Chip betragen nicht 1/128tel derjenigen eines 128-MiB-Chip, sondern sind ziemlich exakt gleich groß.
Auf der Packung meines MoBos ist alles in Großbuchstaben. Wenn da MB draufstehen würde, weiß ich tatsächlich nicht, was gemeint ist.
Aus Gewohnheit sind bei mir mb und MB (oder halt kb statt kbit) immer die jeweilige Byte-Variante. Wenn ich bits verwende, schreibe ich das extra dazu.
Kleines "b" für die kleinen Bits, große "B" für die großen Bytes sind Branchen-Standard. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, dass Marketing-orientierte Verpackungsdesigner das wissen, sondern in technischen Dokumenten nachsehen. Sonst macht man den gleichen Fehler wie leute, die "4800 MHz DDR RAM kaufen".
Mouser will in großen Mengen 56Cent für den größeren Flashchip
W25Q32JVDAIQ Winbond | Mouser Deutschland
Teuer ist wirklich anders.
16Mbit scheinen bei ~20Cent weniger zu liegen.
EDIT: Wie weiter unten richtig angemerkt war das die falsche Größe.
Die richtigen liegen bei etwas unter 2€ für 32M
Byte und ~80Cent Differenz.
Und 80 Cent (zwischen 16 MiB und 64 MiB) Einkaufspreisunterschied sollte man nicht unterschätzen. Gewinnspanne, auch von Zwischenhändlern und Vertrieblern sowie Mehrwertssteuer oben drauf und schon liegt man bei einem 2 Euro höherem Endkundenpreis. Da mögen einige jetzt sagen "na und?", aber ob man einen Euro billiger oder einen Euro teurer als die Konkurrenz ist, merkt man bei den Absatzzahlen sofort. Nicht umsonst staffeln die Hersteller ihre Mainstrem-Portfolios mittlerweile in 10-Euro-Schritten. Und Einsteiger- sowie OEM-Segment sind 2 Euro mal eben eine Preiserhöhung um 3-4 Prozent. In einer Zeit, in der Leute für 5 Cent Spritkosten einen Umweg von 20 Kilometer machen, sind das Welten.
Davon abgesehen bleiben aber aber auch einfach die Beschränkungen der Ryzen-1000-/-2000-CPUs: Wenn AMD denen keinen Controller spendiert hat, der mehr als 16 MiB am Stück ansprechen kann, was soll man dann damit?
Und was zahlen die MB-Hersteller dann genau? Anstatt 2€ sicher keine 2 Cent. Die ROMs sind ja im Vergleich doch eher Low-Volume-Teile.
Die Mouser-Preise sind für 4000er/8000er Reels. Das ist bereits die Abnahmegröße, die Mainboard-Hersteller beziehen und aufgrund der vorhandenen Fixkosten sind gegenüber diesen Großhandelspreisen auch kaum noch Rabatte drin. Vielleicht werden aus obigen 80 Cent Preisdifferenz 50 oder 60 Cent, aber ganz sicher nicht unter 10 Cent. Als Endkunde zahlst du im Eletronikladen schon
über vier Euro für 1 MiB, 16 MiB in unpassendem Format liegen
bei knapp 10 Euro. Ein 32-MiB-EEPROM in einem für Mainboards typischen Package kann ich gerade nicht im Einzelhandel entdecken, vermutlich wird so etwas zu selten nachgefragt. Vermutlich würden wir dann von 30-60 Euro Reden und auf diesen Preis kannst du deinen "Hersteller zahlen ein Hunderstel"-Überschlag anwenden.
