Die Fragen hast du mir immer noch nicht beantwortet.
Ich nehme an, du meinst mich? (Obwohl du dich selbst zitiert hast...

)
Genau genommen besteht ein Spiel wie Fallout aus wenigen Grundmechaniken: Bewegung/Laufen, Sammeln/Benutzen, Dialog und eben Schießen/Hauen/Töten. Das es in Fallout 4 also primär nicht auch ums Töten geht, ist eigentlich unstrittig.
Und ja, die 99% waren vielleicht etwas hoch gegriffen. Aber zumindest wenn man die großen Blockbuster mal anschaut und Sporttitel raus nimmt, bleibt nicht viel übrig, worin es nicht primär (oder zumindest sekundär) ums Töten geht, gerade auf den Konsolen, wo es keine Strategietitel (in denen es auch meist ums Töten geht) oder Sims gibt (die wirklich eher ein Nischenprodukt sind).
Und für mich bedeutet spielerische Freiheit eben viel mehr, als einfach die Möglichkeit alles und jeden töten zu können. Das ist für mich kein Pro-Argument für ein RPG. Und wenn man sich spielerische Freiheit auf die Fahnenstrange schreibt, sollte man vielleicht einfach mal nach mehr streben als nach dieser gewalttätigen 0815 Formel. Und klar KANN es in einer postapokalyptischen Welt gewalttätig zugehen. Aber muss es das auch immer sein? Und muss man das Gameplay unbedingt fast ausschließlich darauf forcieren? Ein postapokalyptisches Setting würde so viel Platz für menschliche Geschichten bieten. Geschichten, die in Fallout 3 so nicht mal im Ansatz existierten. Im Endeffekt ging es eben immer ums Geballer und eine emotionale Bindung zur Spielwelt kam kaum auf, eher das Gegenteil. Freiheit bedeutet für mich nun mal auch, dass ich gerne die Möglichkeit hätte, Konflikte zu schlichten und vielleicht auch öfter mal gewaltlos zu lösen anstatt - wie bei Bethesda üblich - zwischen gewalttätigem Weg 1 und gewalttätigem Weg wählen zu müssen.
Vielleicht ist das wirklich zu viel verlangt, aber gerade von ein Branchenprimus wie Bethesda könnte man ja auch mal mehr verlangen, als ständig die alte 0815 Formel, die sie seit Jahren durchziehen. Dass Open World Gameplay immer noch so rückschrittlich ist, liegt auch daran, dass Bethesda unwillig ist, irgendein Riskio einzugehen oder wirklich mal was Neues und Innovatives zu probieren. Witcher 3 hat immerhin vorgemacht, wie man eine lebendige, glaubwürdige Spielwelt erzeugen kann (aufbauend auf Rockstars RDR). Dass Bethesda jetzt - anno 2015 - wieder mit dem gleichen altbackenen Käse anrückt, ist für mich einfach nur enttäuschend, sorry. Und nein, damit meine ich bei weitem nicht nur die Optik...
Und das die hauptstory bei Skyrim eigentlich der größte Schwachpunkt ist, ist hinlänglich bekannt.
Finde ich eigentilch nicht mal. Für mich ist der größte Schwachpunkt von Skyrim die generelle Inkonsistenz und Unglaubwürdigkeit der Spielwelt und das mangelhafte bzw. kaum existente C&C System. Die Hauptstory passt da eigentlich ganz gut ins Muster und neben den Schwächen beim Storytelling lässt sie vor allem aufgrund dieser beiden Aspekte so zu wünschen übrig.