AW: iPhone 6: Apple-Zulieferer lässt Arbeiter angeblich bis zur völligen Erschöpfung schuften
Ich sagte ja nicht, dass ausschließlich solche Leute Apple-Produkte nutzen. Aber es ist nun mal meiner persönliche Erfahrung, dass Apple insbesondere bei linken Feingeistern zum Einsatz kommt. Desto politisch linker die Leute stehen, desto stärker entsprechen sie kursioserweise auch dem Klischee des Apple-Jüngers. Während normale User wie du ihr iPhone ganz normal nutzen, definieren die sich durch ihr schickes iPhone und drängen einem dieses ständig als Gesprächsthema auf.
Kann es sein, dass du diese Leute einfach mit Hipstern verwechselst? Wie sieht denn eigentlich das Klischee des Apple-Jüngers aus? Kannst du mir das mal genauer beschreiben? Zudem gibt es ja auch linke Politiker, die mit dem Porsche zur Arbeit fahren. Da hat das Eine nicht zwangsläufig was mit dem Anderen zu tun.
Es war vielleicht zur Anfangszeit so, dass gerade eher Intellektuelle das typische Bild des iPhone-Users geprägt haben, aber mittlerweile geht das ja quer duch die Bevölkerung. Da finden sich Linke, Rechte, Intellektuelle, Hohlbrote, Proleten, eben alles was kreucht und fleucht. Und so sieht es übrigens auch bei Sony, Samsung, HTC, usw. aus.
Das finde ich halt insofern verwunderlich, weil Apple ja eigentlich von solchen Leuten besonders gehasst werden muss. Samsung etwa fertig viel aus eigener Hand, während Apple hauptsächlich Patente verwaltet und extreme Gewinnspannen hat und dadurch vor allem Minderleister in Form von Aktionären den Hintern vergoldet. Dafür müssen die Arbeiter richtig bluten. Und das offensichtlich mehr als für jeden anderen Smartphonehersteller. Schon alleine, weil da nicht massenhaft Arbeiter für einzlene Modelle mit Megabsatz zwangsrekrutiert werden müssen, weil sich da die Nachfrage viel gleichmäßiger verteilt. Wenn ein neues iPhone ansteht, werden ja sogar Stunden eingezogen, damit der wohlstandssatte Fanboy in Europa und den USA es auch ja am ersten Tag in der Hand halten kann.
Ja so ist das eben mit dem Kapitalismus. Es gibt einige Gewinner und viele Verlierer. Auf welcher Seite man steht, hat man größten Teils selbst in der Hand. Das ist aber nichts, was auf Apple exclusiv zutrifft. Und nein, die Arbeiter müssen bei Apple nicht mehr bluten, als bei anderen Herstellern. Nur weil man von Samsung, Sony, HTC, LG, usw. weniger hört bedeutet das nicht automatisch, dass die Arbeiter dieser Firmen unter besseren Bedingungen als denen der Apple-Zulieferer arbeiten.
Je größer und bekannter der Name, desto größer die Aufmerksamkeit, ob für porsitive oder negative Dinge.
Und nochmal: Schau dir mal eine Gerberei in China an, geh mal in ein Stahlwerk oder eine Textilfabrik in Indien oder Bangladesh, geh mal nach Afrika und schau wie dort Gold gewonnen wird, etc. Es gibt Millionen von Menschen, auch Kindern, die unter weitaus schlechteren Bedingungen arbeiten müssen.
Und auch das wiederhole ich gerne noch mal: Eine solche Stelle bei Pegatron, Foxconn oder anderen Zulieferern ist für einen einfachen Chinesischen Arbeiter sowas wie das große Los. Besser als in Armut auf dem Land zu leben oder sehr wahrscheinlich unter noch gefährlicheren Bedingungen und ohne Bezahlung auf einer Baustelle zu malochen.
Es gibt über 1 Milliarde Chinesen, das sind Arbeiter en Masse. Wenn einer nicht mehr will oder kann, gibt es sofort 10000 Bewerber auf die Stelle.
So oder ähnlich, wird es auch in vielen anderen überbevölkerten Schwellenländern aussehen, die noch lange nicht den industriellen und gesellschaftlichen Standard erreicht haben, den wir hier kennen. Unter Umständen kann das also noch 40, 50 Jahre lang so weiter gehen, wenn nicht länger. Bis vor 50 Jahren sahen auch bei uns die Bedingungen noch anders aus, ganz zu schweigen vor 100 Jahren. Und selbst dann hinkt der Vergleich aufgrund des Bevölkerungsreichtums.
Daher ist es zum Teil schon vermessen, wenn wir hier im Westen über Arbeitsbedingungen bei chinesischen Großbetrieben sprechen.