2te-Klasse Internet - Was haltet Ihr davon?

Dyfcom

PC-Selbstbauer(in)
Guten Abend,

ich habe ein Video zum Thema ""2te-Klasse Internet" gesehen, dort ging es darum, dass das Internet Privatisiert, sprich in die Hand der Telekom, etc gelegt wird und die dann darüber entscheiden können wer, wie schnell oder wie lange er Surfen darf. Das gilt nicht nur für die Endkunde, sprich du und ich, sonder auch für Internetkonzerne wie Google, Facebook, etc.

Natürlich haben sich Leute schon dagegen ausgesprochen und Petition gemacht: https://www.change.org/p/netzneutralität-sichern-rettet-das-freie-internet-regsprecher

Zum Video von Semper auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Sqol6OJF-Hg

Meine Frage ist, was Ihr davon haltet

Gruß
Dyfcom
 
Ganz so dramatisch, wie du es beschreibst, ist es meines Wissens nach nicht im Gespräch. Niemand wird dir vorschreiben, wann und wie lange du ins Internet darfst. Es geht beim "Zwei-Klassen-Internet" darum, dass Konzerne, deren Angebote auf durchgehend hohe Übertragungsraten angewiesen sind, Geld bezahlen können, und dann von den Internet-Providern bevorzugt behandelt werden, d.h. ihre Daten Vorrang haben. Wenn man z.B. mit einem Smart-TV Filme aus dem Internet streamt (Home Entertainment und so), dann wäre es fatal, wenn der Film immer mal ruckelt, weil andere Leute in der Stadt gerade auch viel Datenverkehr erzeugen. Die Idee ist nun, dass die Streaming-Firma Geld bezahlt, und dafür eine durchgehend hohe Bandbreite zum Endkunden garantiert bekommt, der Film wird also nicht ruckeln. Dafür müssen natürlich andere Dienste ausgebremst werden, weil die Gesamt-Kapazität nun mal begrenzt ist.

Meine persönliche Meinung: Ich find's doof und habe bereits dagegen unterschrieben. Ich streame keine Filme über's Internet, und würde es blöd finden, wenn meine Internet-Leitung zu den typischen "Film-Schau-Zeiten" immer langsam wird, weil da ganz viele einen Film sehen. Andererseits habe ich die Hoffnung bereits aufgegeben, das noch abwenden zu können. Es ist einfach erforderlich, wenn immer mehr Leute Fernsehen über's Internet schauen. Wenn da die Filme Nachladeruckler haben, wird sich das niemand antun. Die Leute brocken sich das Zwei-Klassen-Internet also selbst ein mit den Internet-Fernsehkanälen... Ich bin mir sicher, dass es in nächster Zeit so kommen wird. In den USA ist es übrigens bereits so Praxis.
 
Es ist doch so: Die Telekom verkauft dir die Dienstleistung dich mit dem Internet zu verbinden und bekommt von dir dafür Geld. Dann haben die schlauen Leute dort mitbekommen dass man im Internet noch viel mehr Geld verdienen kann und das andere auch tun..jetzt ist die Telekom eine AG und damit rechtlich ihren Aktionären verpflichtet soviel Profit wie nur möglich zu machen. Wenn du schon bereit bist für die Datenverbindung von dir zuhause zu einem Server deiner Wahl zu bezahlen, warum sollte dann nicht auch der Betreiber des Servers dafür bezahlen dass du seine Daten bekommst? Nun ja warum sollte dieser? Im Internet sind alle Datenpakete gleichwertig, das ist Netzneutralität.

Jetzt sagt die Telekom: Mein lieber Dyfcom, leider ist auf dem Datenweg von uns zu dir soooo viel los, dass wir uns entscheiden mussten wessen Daten wir Vorrang geben. Sicherlich wirst du verstehen, dass Telekom-bliblablub und maxdome Vorrang haben. Das haben wir entschieden weil wir so mehr Geld verdienen!

Das bedeutet aber nicht, dass du Internet "zweiter Klasse" hast sondern der Anbieter, z.B. Google, der nicht an die Drosselkom zahlen möchte. Wenn du jetzt ein Filmstreamingangebot nutzt dessen Betreiber nicht an die Telekom bezahlt, dann "kann" es passieren dass zur Primetime dein Film ruckelt. An der Telekomhotline erzählt man dir dann gerne, dass soetwas beim Videoservice xy nicht passieren kann da der dafür bezahlt. Wen du jetzt zu xy wechselt ging der Plan auf, xy und Telekom haben dich als Kunden gewonnen, obwohl das doch den Tatbestand der Nötigung erfüllt.

@topic: Niemals zu einem Provider der Drosseln, Vorratsdatenspeicherung und das Ende der Netzneutralität forciert gehen. Leider wird ihnen die bequemlichkeit in die karten spielen.
 
@topic: Niemals zu einem Provider der Drosseln, Vorratsdatenspeicherung und das Ende der Netzneutralität forciert gehen. Leider wird ihnen die bequemlichkeit in die karten spielen.

Zu diesem Thema: Gibt es überhaupt noch viele Provider, die ausdrücklich nicht drosseln? :( Kabel Deutschland hat jetzt bei uns auch damit angefangen. Steht zwar schon lange im Vertrag, aber seit ca. einem Monat werden gezielt Filehoster (wie z.B. Uploaded.to) auf "spaßige" 10 KB/s (!!) gebremst, sobald man ein paar Gigabyte pro Tag dort runtergeladen hat. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob die Daten legal (z.B. Urlaubsfotos und -Videos von Freunden) oder illegal sind...

Mangels guter Angebote der Konkurrenz kommt für mich auch kein Wechsel in Frage. Ich hab mir jetzt für 5 Euro im Monat einen VPN-Server gemietet (CyberGhost), damit lässt sich das Problem zum Glück umgehen ;)
 
Also bei 1&1, die speichern zwar auf Vorrat, aber Drosselung habe ich nocht nicht bemerkt. Dieses Monat schon ~90GB und bis Ende des Monats meistens 130GB alles in allem.
 
Zu diesem Thema: Gibt es überhaupt noch viele Provider, die ausdrücklich nicht drosseln? :( Kabel Deutschland hat jetzt bei uns auch damit angefangen. Steht zwar schon lange im Vertrag, aber seit ca. einem Monat werden gezielt Filehoster (wie z.B. Uploaded.to) auf "spaßige" 10 KB/s (!!) gebremst, sobald man ein paar Gigabyte pro Tag dort runtergeladen hat. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob die Daten legal (z.B. Urlaubsfotos und -Videos von Freunden) oder illegal sind...

Mangels guter Angebote der Konkurrenz kommt für mich auch kein Wechsel in Frage. Ich hab mir jetzt für 5 Euro im Monat einen VPN-Server gemietet (CyberGhost), damit lässt sich das Problem zum Glück umgehen ;)
Zum einem geht es bei der Drosselung nicht um legal oder illigal, denn beides verursacht so oder so Datenaufkommen.
Zum anderem gibt es keinen Garanten, dass keine allgemeine Drosselung eingeführt wird, womit sich die Sache mit VPN auch erledigt hätte.
Was Drosselung im Fixednetwork anbelangt, so ist davon bisher nur von Kabelanbietern (nicht nur KD zu lesen/hören) und solchen mit einem auf Richtfunkt basiertem Backbone zu hören. Im Falle der Letzteren ist es eine allgemeine Drossel, die nicht nur bestimmte Dienste betrifft.

Also bei 1&1, die speichern zwar auf Vorrat, aber Drosselung habe ich nocht nicht bemerkt. Dieses Monat schon ~90GB und bis Ende des Monats meistens 130GB alles in allem.
130GB ist auch nicht unbedingt viel Verbrauch auf den Monat gerechnet. Mehrpersonenhaushalte mit Sachen wie Netfliex, Amazon Prime und auch youtube können bei weitem mehr Traffik verursachen.

Zum Thema: Wie die ISP's in einem zweiseitigen Markt sich verhalten, ist letztendlich deren Sache (und es gibt bei weitem mehr Optionen, als zur Zeit in Deutschland zu beobachten ist).
Wie wir aber bereits gesehen haben, bei der Einführung der Drossel bei der DTAG, können die Kunden durchaus was daran ändern.
Demnächst sollte die allgemien Drossel bei O2 die ersten Kunden treffen, welche sich übrigens an Comcast orientiert. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass andere ISP's sich daran orientieren und entsprechend ihre Angebote abändern werden.
Zwei mögliche Wege wurden in den Medien in den letzten Wochen und Monaten diskutiert:
1. Drossel zum geringem Preis.
2. Preiserhöhung (Unitymedia und KBW).
 
Zuletzt bearbeitet:
Bestes beispiel ist doch telekom. Ich und auch viele andere bekannte in meiner stadt und den umliegenden ortsteilen haben alle probleme mit youtube. Egal ob dsl 386, 2k 6k 16k 25k oder 50k.

Und solang da gesetzmäßig nichts passiert schauts doch eher schlecht aus
 
Tja, anstatt in den Netzausbau zu investieren werden nur wieder die Aktionäre bedient.

Langfristiges denken ist eben nicht jedermanns Sache. Und von der Politik ist nix zu erwarten.

Dann muß sich bald jeder entscheiden, ob er lieber 10€ mehr zahlt oder mit 56k-Modemgeschwindigkeit zur rush hour surft.:ugly:
 
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