2 Klassen-Medizin in Deutschland

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Ich meine das wir hier in Deutschland mit einer gesetzlichen und privater Krankenversicherung sehr gut aufgestellt sind.
Von einer 2 Klassen Medizin würde ich nicht sprechen.
[...]

Wie dem auch sei, ich habe mich als gesetzlich Krankenversicherter noch nie benachteiligt gefühlt.
Natürlich sind wir im internationalen Vergleich ganz gut aufgestellt, das würde ich bei der deutschen Wirtschaftsleistung aber auch erwarten. Kritikpunkte gibt es ja trotzdem, genauso wie es Länder gibt, deren Gesundheitssysteme effizienter funktionieren (Kosten) und besser bewertet werden (medizinische Qualität, Lebenserwartung).

Insgesamt halte ich die Debatte um z.B. Ärzte auf dem Land, profitorientierte Krankenhäuser, Ausnahmeregelungen bei der Medikamentenzulassung (Homöopathie) usw. aber für mindestens genauso wichtig, wie die Frage der "2-Klassen-Medizin". Ich glaube, das kann man auch nicht einfach voneinander trennen, da die Krankenkassen so ein relevanter Akteur sind.
 
@ sereksim
Da magst Du recht haben.

In Deutschland haben alle Patienten Zugang zu einer umfassenden und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung. Internationale Studien bescheinigen dabei eine hohe Teilhabe am medizinischen Fortschritt. Dafür sorgt das duale System von gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV und PKV). Dabei tragen Privatversicherte maßgeblich zu einer hohen Qualität der medizinischen Versorgung bei.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen und der Preispolitik für Behandlungen und Kosten darf man die Rolle der kassenärztlichen Vereinigung nicht vergessen!


Meine Sorge ist, dass durch die 2 Klassen Diskussion bei den einen oder anderen die Idee aufkommen könnte, die private Krankenversicherung abzuschaffen.
Das wäre vermutlich ein großer Fehler.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Unterschied PKV / GKV liegt nicht in der Qualität der medizinischen Behandlung, sondern in der Behandlung als Versicherter. Termine bekommen ist um ein vielfaches einfacher, dafür landet die Rechnung aber auch erstmal beim Versicherungsnehmer. Dabei muss auch bedacht werden, Private Kassen übernehmen teilweise NICHT Leistungen die gesetzlich Versicherten bezahlt werden.

Das Bestehen dieser beiden Versicherungssysteme ist aber imho nicht das Problem unseres Gesundheitssystems sondern ein Symptom. Solange, wie Threshold bereits angemerkt hat, Krankenhäuser auf Profit ausgelegt sind, solange wir Pflege nicht vernünftig bezahlen weil das eben jenen Profit schmälert, solange der Deckel bei Arztniederlassungen so draufgehalten wird, brauchen wir uns nicht wundern dass das System auf Kante fährt.

Man bekommt kaum Facharzttermine, aber es können sich nicht einfach Fachärzte überall niederlassen. Das ist paradox wenn mans bedenkt, es gibt Landkreise, in denen nehmen z.b. Kardiologen keine neuen Patienten an, aber neue Kardiologen dürfen dort keine Praxis gründen. Im Krankenhaus werden teils unrealistische Vorgaben zur Verweildauer von Patienten z.b. in der Notaufnahme gemacht, einfach weil das Haus mit vielen Erkrankten kein Geld verdient, dann müssen Kunstkniffe angewendet werden, z.b. die stationäre Einweisung für eine Nacht um für dieselbe Behandlung, die auch ambulant gehen würde, mehr Geld abrechnen zu können.

Negative Auswirkungen auf die Medizin die praktiziert wird haben die Arbeitsbedingungen aufgrund enger Personalschlüssel in Krankenhäusern. Pflegekräfte die gekündigt haben um in Impfzentren zu arbeiten (wo Sie mehr verdienen bei weniger Stress) mit der Ankündigung, sobald diese wieder geschlossen werden sich wieder auf die alte Stelle zu bewerben.
Ärzte, die in die Pharmabranche abwandern. Mehr Gehalt, keine Schichtdienste, weniger Stress - auch weil der Arztpersonalschlüssel in Kliniken so klein wie möglich gehalten wird, jeder Weißkittel kostet der Klinik Geld.

Da ist es kein Wunder dass Praxen und Kliniken Privatversicherten Patienten Sonderrechte einräumen, denn Privatpatienten sorgen für den Umsatz der das Licht brennen lässt während Kassenpatienten oftmals eher Kosten verursachen.
 
Der Unterschied PKV / GKV liegt nicht in der Qualität der medizinischen Behandlung, sondern in der Behandlung als Versicherter. Termine bekommen ist um ein vielfaches einfacher, dafür landet die Rechnung aber auch erstmal beim Versicherungsnehmer. Dabei muss auch bedacht werden, Private Kassen übernehmen teilweise NICHT Leistungen die gesetzlich Versicherten bezahlt werden.
Wie schon geschrieben: Vorsorgeuntersuchungen sind häufig bei dem privat Krankenversicherten umfangreicher. Allerdings weiß ich nicht ob da Optionen im Paket für "zugebucht" werden müssen oder auch pauschal schon so ist.
Mir ist nicht bekannt das ein GKV die Möglichkeit dazu hat.
 
Der Unterschied PKV / GKV liegt nicht in der Qualität der medizinischen Behandlung, sondern in der Behandlung als Versicherter. Termine bekommen ist um ein vielfaches einfacher, dafür landet die Rechnung aber auch erstmal beim Versicherungsnehmer. Dabei muss auch bedacht werden, Private Kassen übernehmen teilweise NICHT Leistungen die gesetzlich Versicherten bezahlt werden.

Es gibt zum Teil auch qualitative Unterschiede. Betreuung durch erfahrernere Ärzte wurde ja bereits angesprochen, aber z.B. auch Zahnersatz aus höherwertigem Material, zusätzliche Rehastunden, etc. sind alles Kostenfragen zu denen die gesetztlichen "Nein" sagen müssen. Und die Terminproblematik ist auch nicht nur eine Komfortfrage, sondern geht bei z.B. Augenärzten oder Orthopäden mit einem gewissen Leiden oder einher, bei Pneumologen, Kardiologen, etc. führt die Verschleppung zum Teil auch zu bleibenden Schäden. Man kann sich darüber streiten, ob die Unterschiede besorgniserregend groß sind, aber die Qualität der medizinischen Versorgung ist definitv nicht einheitlich und der die Trennlinie verläuft zwischen "hat Geld" und "hat kein Geld".

Das Bestehen dieser beiden Versicherungssysteme ist aber imho nicht das Problem unseres Gesundheitssystems sondern ein Symptom.

Es ist bei weitem nicht die einzige Baustelle im Gesundheitssystem, aber es ist eine Baustelle. Die privaten Krankenversicherungen führen nicht nur zu einer weitere Inflation der Kassenanzahl mit dem einhergehenden Overhead, sondern sie arbeiten auch gewinnorientiert. Das sind alles Summen die Versicherte in "das Gesundheitssystem" einzahlen, die aber am Ende nicht für die medizinische Versorgung ausgegeben, sondern für Verwaltung, Werbung, etc. verbraucht oder Aktionären übergeben werden. Zudem resultieren einige der scheinbaren Paradoxen (es gibt auch mehr als genug echte) im Abrechnungssystem der gesetzlichen aus dem Wechselspiel zwischen beider Systeme. Das Ärzte zum Beispiel nur eine begrenzte Anzahl an Behandlungen insgesamt sowie je Kategorie abrechnen dürfen und deswegen ab einer gewissen Zahl von Patienten keine weiteren gesetzlich Versicherten annehmen können, wurde eingeführt, damit sich die Ärzte die angemessene Zeit für die Patienten nehmen und keinen Anreiz haben, noch mehr am Tag durchzuschleusen. Aber anstatt sorgfältiger zu arbeiten, wird einfach ein geringerer Teil der Zeit auf Kassenpatienten verwendet und mehr private angenommen, sodass man jetzt neben der schlechteren Behandlung auch noch längere Terminwartezeiten hat. Gäbe es keine PKV, würde sich dieses Ärgernis erledigen, da die GKV alle Behandlungen auf ihrer Liste und somit einen vollständigen Überblick über das Arbeitspensum des Arztes hätte.
 
Das Problem ist sicher nicht die PKV, ganz im Gegenteil.

Die Mehrheit der Bürger ist in einer GKV versichert.
Der Rest, der in der PKV versichert ist, leistet einen nicht unerheblichen Beitrag in unser Gesundheitssystem.
Vergleich GKV PKV

Somit hat sich das Duale System bewährt.
 
Es gibt zum Teil auch qualitative Unterschiede. Betreuung durch erfahrernere Ärzte wurde ja bereits angesprochen, aber z.B. auch Zahnersatz aus höherwertigem Material, zusätzliche Rehastunden, etc. sind alles Kostenfragen zu denen die gesetztlichen "Nein" sagen müssen. Und die Terminproblematik ist auch nicht nur eine Komfortfrage, sondern geht bei z.B. Augenärzten oder Orthopäden mit einem gewissen Leiden oder einher, bei Pneumologen, Kardiologen, etc. führt die Verschleppung zum Teil auch zu bleibenden Schäden. Man kann sich darüber streiten, ob die Unterschiede besorgniserregend groß sind, aber die Qualität der medizinischen Versorgung ist definitv nicht einheitlich und der die Trennlinie verläuft zwischen "hat Geld" und "hat kein Geld".

Das ist nicht vollständig korrekt.
Die Betreuung durch "erfahrenere Ärzte" ist außerhalb von Operationen oftmals total unnötig. Der Chefarzt macht Privatpatientenvisite, wow, ich nehm den Oberarzt der jeden Tag mit diesen Krankheitsbildern zu tun hat allemal lieber.
Das mit den Terminen ist ebenfalls nur halb richtig. Wer ein akutes Leiden hat kann jederzeit in eine Notaufnahme spazieren - zugegeben, für Augen funktioniert das nicht in allen Fällen - wer was am Herzen hat, auch akut, der ruft die 19222 an und lässt sich ins Krankenhaus bringen. Bei niedergelassenen Kardiologen bekommen dann auch gesetzlich versicherte Patienten Folgetermine anhand Ihres Krankheitsbildes und nicht anhand Warteliste.

Die Qualität der Behandlung ist von der Versicherung unabhängig. Gesetzlich versicherte Personen kriegen bei akuten Krankheitsbildern genau dasselbe. Wer dringend ein Kardio MRT braucht, der kriegt das auch, wer es zu Routineablärungen braucht, der muss evtl. warten. Aber letzteres verschleppt idr kein Krankheitsbild, v.a. wenn man als Patient dahinter ist Termine auszumachen.

Es stimmt einfach nicht, dass gesetzliche schlechter medizinisch behandelt werden. Sie werden schlechter behandelt aka wenn ich als PKV Patient in die Praxis komme, dann krieg ich einfacher einen Termin, muss nicht so lange warten. Was am Ende mit mir gemacht wird ist, was die Notwendigkeit angeht, das Gleiche. Mehr Medizin ist nicht immer bessere Medizin.
Ich musste was an der Nase machen lassen, eigentlich ganz simpel. Ich bin aber in der PKV. Also hat mich mein HNO schön von einer Untersuchung zur nächsten geschickt, keine mit echter Relevanz für den eigentlichen Eingriff, aber halt auch nicht ganz aus der Welt, weil könnte ja sein das... Da sind mehrere hundert € und Wochen draufgegangen bis ich endlich meinen Eingriff bekommen hatte. Dasselbe auch mit dem Einzelzimmer, da lach ich ja drüber. Find mal Krankenhäuser die genug Betten haben um Einzelzimmer anbieten zu können.

Ja, wer Geld hat, der kann sich mehr leisten. Z.b. seine Rehastunden selbst bezahlen. Die PKV übernimmt auch nicht unendlich viele davon. Und wie gesagt, es gibt auch Leistungen welche von der PKV abgelehnt werden, dafür in der gesetzlichen enthalten sind.

Gäbe es keine PKV, würde sich dieses Ärgernis erledigen, da die GKV alle Behandlungen auf ihrer Liste und somit einen vollständigen Überblick über das Arbeitspensum des Arztes hätte.

Jain. Dann müsste die komplette Gebührenordnung geändert werden, die Finanzierung des Gesundheitssystems von Grund auf reformiert werden und ob das am Ende zu einer Verbesserung führt ist nicht sicher. Es gibt genug Praxen die Abends noch extra Termine für PKV Patienten anbieten, der Anreiz hier mehr zu arbeiten kommt durch den höheren Verdienst. Schafft man diesen Anreiz ab besteht die Gefahr, dass Ärzte wie Beamte arbeiten.

Ist ja nicht umsonst bei Käufen oder Neugründungen von Praxen wichtig zu wissen wie hoch der PKV Anteil in der Gegend ist. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, Praxen die von PKV Patienten profitieren können teurere Geräte anschaffen - davon profitieren dann auch die GKV Patienten in der Praxis. Es ist nicht Schwarz und Weiß, aber ich kann jeden verstehen, der als GKV im Wartezimmer vergammelt während ich einfach an allen vorbei ins Behandlungszimmer spaziere und dann einen dicken Hals bekommt.
 
@hoffgang : Auf die Vorsorgeuntersuchungen u.a. für Krebs bist du wieder nicht eingangen.
Den Punkt hab ich oben an mich gerichtet nicht gesehen, zudem versteh ich ihn auch nicht.
Vorsorge für bestimmte Erkrankungen startet ab einem gewissen Alter. Wenn der Versicherte zur Vorsorge gehen will, dann kriegt er dafür auch Termine. Dabei wird der erste Termin ggf. davon beeinflusst welche VErsicherung man aufweist, bzw. ob man dafür neu zu einem Spezialisten muss. Die Folgetermine, oftmals im Halbjahres, oder Jahresrhythmus, die sind dann auch für GKV Patienten problemlos zu vereinbaren.

Problematisch sind Leiden die nicht in der Ambulanz behandelt werden können, nicht lebensbedrohlich sind und dennoch einen Facharzt benötigen. Wenn man dann neu zu einem Facharzt muss, dann kann die Wartezeit widerlich lang werden. Augen- und Hautärzte sind da häufig betroffen.

Nur zu suggerieren, die Krebsvorsorge wäre von der Art der Versicherung abhängig ist grob irreführend, v.a. wenn das Problem dabei woanders liegt: https://www.aerzteblatt.de/nachrich...eckgang-der-Inanspruchnahme-der-Krebsvorsorge

Jetzt hab ichs gefunden was du meintest.
Was richtig ist: bei PKV Versicherten werden die Ärzte sicherlich sehr früh (so früh wie vertretbar) eine Vorsorge ins Spiel bringen. Die ist aber nicht "gründlicher" als bei GKV Patienten. Wer eine "gründlichere" Prostatauntersuchung will, der kriegt die außerhalb der medizinischen Versorgung... Sie ist ggf. nur aggressiver angepriesen.
Jeder kann zur Vorsorge, die Krankenversicherungen WOLLEN dass man zur Vorsorge geht. Denn das kann denen richtig Geld sparen wenn man den Krebs frühzeitig erkennt und behandeln kann...
 
Jetzt hab ichs gefunden was du meintest.
Was richtig ist: bei PKV Versicherten werden die Ärzte sicherlich sehr früh (so früh wie vertretbar) eine Vorsorge ins Spiel bringen. Die ist aber nicht "gründlicher" als bei GKV Patienten. Wer eine "gründlichere" Prostatauntersuchung will, der kriegt die außerhalb der medizinischen Versorgung... Sie ist ggf. nur aggressiver angepriesen.
Jeder kann zur Vorsorge, die Krankenversicherungen WOLLEN dass man zur Vorsorge geht. Denn das kann denen richtig Geld sparen wenn man den Krebs frühzeitig erkennt und behandeln kann...
Ich hatte mal vor etwas längerer Zeit eine Sendung darüber gesehen. "Markt" oder eine ähnliche Sendung.
Dort wurde gegenübergestellt das bei einer typischen Krebs-Vorsorgeuntersuchung bei der PKV häufiger mehr Untersuchungen enthalten sind. Und auch eher. Wie weit das noch aktuell ist weiß ich jetzt nicht.
Ich weiß auch nicht mehr welche Sendung das genau war, sonst würde ich die in der Mediathek raussuchen.
 
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Ich hatte mal vor etwas längerer Zeit eine Sendung darüber gesehen. "Markt" oder eine ähnliche Sendung.
Dort wurde gegenübergestellt das bei einer typischen Krebs-Vorsorgeuntersuchung bei der PKV häufiger mehr Untersuchungen enthalten sind. Und auch eher. Wie weit das noch aktuell ist weiß ich jetzt nicht.
Ich weiß auch nicht mehr welche Sendung das genau war, sonst würde ich die in der Mediathek raussuchen.
Das glaub ich sofort, die Frage ist halt nur, ist das medizinisch notwendig.
Krebsvorsorge startet in der Regel (wenn keine Vorerkrankungen oder Prädispositionen bekannt sind) ab einem gewissen Alter und folgt einem regelmäßigen Rhythmus, dieser kann geändert werden wenn andere Risikofaktoren dazukommen. Personen bei denen Krebs in der Familie bereits öfter vorgekommen ist werden öfter und genauer untersucht als jene ohne diese Vorgeschichte - aber immer noch oft genug nach Leitlinie.

Krebsvorsorge wird nicht besser oder genauer wenn man gesunde Menschen alle 2 Monate untersucht. Sie wird auch nicht besser wenn man Kolibri-Erkrankungen abdeckt und dann nix findet. Vorsorge funktioniert dann, wenn sie regelmäßig durchgeführt wird und rechtzeitig gestartet wird. Die Krankenkassen bezahlen die Vorsorge sehr sehr gerne, denn jeder frühzeitig erkannte Krebs ist ein Krebs der wesentlich besser bekämpft werden kann - ohne 100%ige Chance auf Heilung.

Wie ich bereits beschrieben habe werden Ärzte PKV Patienten versuchen mehr Vorsorge anzudrehen weil man dort mehr abrechnen kann. Nur ist hier halt der Nutzen fraglich, wenn dann Erkrankungen untersucht werden die sehr selten auftreten. Dadurch wird die Vorsorge des GKV Patienten nicht schlechter, denn er bekommt die Vorsorge zur Erkennung der am häufigsten auftretenden Krankheiten.

Und solange gradmal 1/4 der Männer zur jährlichen Krebsvorsorge gehen liegt das Problem nicht an PKV / GKV.
 
Naja, insgesamt kann man froh sein das man hier ein gutes Gesundheitssystem hat.
In anderen Ländern muß man die Arztrechnung bar bezahlen. Wenn man nicht bezahlen kann hat man Pech gehabt.
Wobei die wohl auch niemanden verrecken lassen würden. Soviel ich weiß gibt es den hippokratischen Eid weltweit.
Aber der ist wohl nichts rechtswirkend

Der Eid des Hippokrates wird in seiner klassischen Form nicht von Ärzten geleistet und hat keine Rechtswirkung, hat aber gleichwohl immer noch Einfluss auf die Formulierung moderner Alternativen, etwa der Genfer Deklaration des Weltärztebundes. Er enthält mehrere Elemente, die auch heute noch Bestandteil ärztlicher Ethik sind (Gebot, Kranken nicht zu schaden, Schweigepflicht, Verbot sexueller Handlungen an Patienten etc.). Manche Teile entsprechen nicht mehr den heutigen Gegebenheiten (beispielsweise das Verbot, Blasensteine zu operieren,[3] da Chirurgen damals ein eigener Berufsstand neben den Ärzten waren); diese werden oft entsprechend heutiger Gegebenheiten uminterpretiert (z. B. als Verbot, Behandlungen durchzuführen, für die der Arzt nicht das nötige Spezialwissen besitzt). Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe werden durch den Eid des Hippokrates ausdrücklich untersagt.
Quelle: Eid des Hippokrates

Der Eid hatte eine ökonomische Bedeutung im Sinne einer frühen Sozialversicherung. Durch die enthaltene Regelung zum Unterhalt und zur Ausbildung der Nachkommen des Lehrers wurde dieser für Zeiten seiner Berufsunfähigkeit ökonomisch abgesichert. Dies wirkte wie ein Generationenvertrag oder die Austragsregelung in der Landwirtschaft. Zugleich war es eine Krankheitsversicherung, wenn die gegenseitige Behandlung von Kollegen kostenfrei zugesichert wurde.
Es gibt ja auch noch "Ärzte ohne Grenzen". Soviel ich weiß machen die das dort größtenteils kostenlos bzw durch Spendengelder finanziert.
 
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Ist es denn fair, dass man als GKV Versicherter deutlich länger warten muss?
Fair?
Ich bin für Gleichbehandlung.

Als ich 1985 meine Lehre anfing, wurde ich auch zahlendes Mitglied in der GKV.
Der Sozialstaat war damals noch ein anderer und viele Versicherungsleistungen die damals für GKV selbstverständlich waren, gibt es heute so nicht mehr.

ROT - GRÜN (1998-2005) hatte unser Sozialsystem umgebaut, zu teuer usw. sagte man.
Das traf besonders die GKV, die Spielball für neue Modelle wurde.
Was damals selbstverständliche Versicherungsleistungen waren, kannst Du heute als IGEL einkaufen.
Auch eine Krankenzusatzversicherung kannst Du heute abschließen und Leistungen kaufen, die dich einem PKV Versicherten fast gleichstellt.
Du kannst also alles wieder zurück haben, so wie es früher war, wenn Du das selbst bezahlst.

Nun kommen diese gleichen Leute mit ihrer Bürgerversicherung um die Ecke und wollen alles verbessern.
Da schrillen bei mir die Alarmglocken!
 
Ist ja nicht umsonst bei Käufen oder Neugründungen von Praxen wichtig zu wissen wie hoch der PKV Anteil in der Gegend ist.
Warum müssen oder sollen Ärzte eigentlich auf Teufel komm raus selbstständig sein? Die sollen Patienten behandeln und nicht unternehmerisch tätig sein.
Ich lehne mich an der Stelle soweit aus dem Fenster und behaupte, dass z.B. in den neuen Bundesländern ein Teil der Probleme bei der medizinischen Versorgung hausgemacht ist, weil man im Zuge der Wende Polikliniken, Landambulatorien und Gemeindeschwestern abgeschafft und als "Das ist ja Kommunismus!" verunglimpft hat. Wobei die eigentliche Ironie der Geschichte ist, dass man ein paar Jahrzehnte später zurückrudert und das unter Namen wie MVZ wieder teilweise versucht einzuführen. Ganz großes Damentennis. Erst im Wahn mit den Hintern einreißen und wenn die Folgen des eigenen Handelns anfangen einem auf die Füße zu fallen, kommt man zumindest teilweise wieder zur Besinnung.


Nun kommen diese gleichen Leute mit ihrer Bürgerversicherung um die Ecke und wollen alles verbessern.
Das wurde Seitens der Linkspartei schon gefordert, bevor irgendwann mal die rot-grüne Pfeifenparade auf den Trichter kam.
 
@Poulton ,
da gebe ich dir vollkommen recht.

Ich verstehe auch nicht, dass sich bewährtes einfach abgeschafft wird, ohne zu prüfen ob es sich nicht sogar auf das ganze Land übertragen lässt.
Lieber hier und da die Stellschrauben nachziehen als alles gleich mit dem ARSCH abreißen.
 
Ich bin mittlerweile "freiwillig gesetzlich Versicherter"... Gott sei Dank! Ich war lange genug privat versichert, und kann aus erster Hand sagen, dass viiiiiel Gerüchte und Bullshit im Umlauf sind... ich saß als PV genauso lange mit akuten Zahnschmerzen beim Arzt im Wartezimmer wie alle anderen...
Das was man an Leistungen haben will bezahlt man.. Man hat aber dadurch, dass man eh PV ist bessere Wahlmöglichkeiten für die ganzen Zusätze! Aber man bezahlt es! In der gesetzlichen habe ich jetzt ein.. zwei Zusatzoptionen. Wer sich das nicht Leisten kann, bekommt halt kein xyz nicht. Wenn alle ein Einzelzimmer und Chefarzt Behandlung bekommen sollen, wirds interessant!
Ich weiss gar nicht woher diese Neiddebatte kommt... Wie wenig man sich mit dem ganzen Mist auseinander gesetzt hat...
Ich bin froh aus der PV wieder raus zu sein....!!

Das Gesundheitssystem ist in DE ruiniert! Da nützt weder eine GV noch eine PV was... Das ganze Geld verschwindet in Verwaltung, etc...

vor 3 Jahren war ich für eine Woche im KH..... ohne Zusatzoption für Chefarzt etc... ich hab dann nach 1 Tag gefragt ob ich nicht ein Einzelzimmer haben kann.. gegen Aufpreis... da haben die doof geguckt.... ich hab dann selbst gezahlt ohne Erstattung... ohne PV...

Die Kasse ist nunmal für eine Grundversorgung da...

Das man über 20 KH im letzten Jahr geschlossen hat, da nützte dann anscheinend auch keine PV den KH etwas...

PV & GV ist auch nur wieder ein Beitrag zum Thema: Teile & Herrsche... wenn die Idioten sich gegenseitig im Neid auffressen... wird "oben" weiterhin geschmiert und lobbyiert... Solange sich da gegenseitig die Pfründe zugeschoben werden... können wir ein Ein-Kassen-System oder ein Drölf-Klassen-System haben... verbessern wird sich für niemanden etwas....

Wer glaubt, dass wenn Selbständige, Topverdiener... usw in die GKV einzahlen... dass dann die Leistung für alle verbessert wird, macht die Hose mit der Kneifzange zu! Das Einzige was sich dann verbessert sind die Prämien der GKV Vorstände... und der Verwaltungsapparat wird weiter ausgebaut!
 
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