Danke für die Mühe deiner weitreichenden Antwort.
Ich habe natürlich alles stark vereinfacht, weil ich mich auf die Neusonik LS beziehe. Und ich versuch die Leute nicht gleich mit Physik/Regelungstechnik zu erschlagen.
Der Frequenzgang wird üblicherweise in 1m Abstand gemessen, also auch da, wo du bei den Nahfeldern sitzen sollst.
Die Raumakustik ist ebenfalls zu vernachlässigen, denn es handelt sich hier um Nahfeldmonitore, die keine speziellen Anforderungen an den Hörraum stellen.
Und in deren Bedienungsanleitung wird wahrscheinlich stehen, dass sie nicht auf den Tisch und weg von der Wand gehören.
Einen geraden Frequenzgang hinzubekommen ist fast unmöglich. Bei billigen Boxen kann mann davon vielleicht träumen. Die machen sich noch nicht mal die Mühe den Übertragungsbereich innerhalb der -3dB Grenze anzugeben.
Ein ungedämpfter (reflektionreicher) Raum ist für Hörgenuss eher zu vermeiden, denn es bleibt immer unklar, was genau reflektiert wird. Der sanft abfallende Hochton ist hier nur die Krücke, um einen unangenehmen Klang zu vermeiden, verfälscht aber die Musik. Eine Wandnahe Aufstellung ist auch nur eine Hilfe, wenn ich keinen Platz großen LS im Raum habe. Hier gilt auch, dass ich kaum vorhersagen kann, wie der Tieftonbereich angehoben wird.
Ein EQ evtl. mit Einmessung ist auch nur eine Hilfe, um Unzulängichkeiten des Hörraumes und der LS zu umgehen.
Wenn die Lautstärke -3dB abgefallen ist, entspricht das etwa 30%, deshalb bleiben 70% Lautstärke übrig. -6dB ist dann halb so laut. Die anderen müsst ich erst nachrechnen.
Wirkungsgrad und Frequenzgang hab ich miteinander verwurschtelt. Es war/ist halt spät.
Ein (frequenzabhängige) Änderung des Wirkungsgrades ist im Frequenzgang ablesbar, der Wirkungsgrad selber aber nicht.
Im Studiobereich wird der Übertragungsbereich üblicherweise mit +-3dB eingegrenzt.
Aus der Sprungantwort errechne ich den Frequenzgang.
Resonanzen im Chassis, Stabilität und Schwingverhalten von Chassis und Gehäuse, Aufbau und Auslegung der Frequenzweiche, Phasenlage und z.T. Klirrverhalten sind in der Sprungantwort enthalten. Allerdings brauch ich zur genauen Bewertung einen Frequenzgang mit zugehörigem Phasendiagramm. Da hast du recht, der Frequenzgang alleine reicht eigentlich nicht.
Das Dynamikverhalten ist quasi der relative Wirkungsgrad über alle Frequenzen und Lautstärken.
Da geb ich dir auch recht, auch wenn der Frequenzgang schnurgerade ist, klingt es unnatürlich, wenn der Wirkungsgrad irgendwo stark abweicht ->Dynamikverhalten.
Zusammenfassung:
Um einen Lautsprecher klanglich bewerten zu können brauch ich ein riesiges Datenblatt
oder
Ich hör das Ding einfach Probe.
Peace .V..