Zusammenstellung NAS-System

ACDSee

BIOS-Overclocker(in)
Hallo liebe Leute,

ich spiele mit dem Gedanken, meine Daten auf einem NAS zentral zu lagern, da mein Haushalt zunehmend größer wird und ich es leid bin Daten hin und her zu kopieren, mit verschiedenen Versionen zu hantieren und ständig Datein auf mehreren Rechnern zu suchen oder mit nem USB-Stick zum PC zu rennen, an dem der Drucker hängt. Zudem haben mein beiden Standrechner inzwischen SSDs und werden durch magnetische Platten nur gebremst. Ich habe noch nie ein NAS verwendet, ergo 0 Ahnung von der Materie.

Vorhanden sind:
2 PC's (hängen per LAN am Router) einer Win7 Pro, der andere Win7 Home Premium
2 Laptops (hängen per W-Lan am Router) einer WinXP, einer Win7 Home Premium
2 HTC Android-Handys (hängen per W-Lan am Router)
1 USB-Drucker (Canon Pixma MP 630 leider ohne LAN oder W-LAN)
1 Fernsehr (Samsung UE 6000 mit 40" LAN, USB, HDMI)
2 Samsung F3 mit je 1 TB (3,5" HDDs)
1 Kabel Deutschland W-LAN-Router, 4xLAN (PC-PC-NAS-Fernsehr?); leider ohne USB-Anschluss für den Drucker.

Ziel ist, dass:
1. alle Laptops, Rechner, Handys und der Fernsehr auf die Festplatte im NAS zugreifen können (zentrale Dokumentenablage und Medien/Bilderarchiv).
2. ich von allen Laptops und Rechnern drucken kann.
3. Raid 1 für die Datensicherheit
4. Das NAS sollte unter der Couch stehen, also sehr leise sein.
5. Die auf dem NAS liegenden Daten sollten auch über das Internet zu lesen/schreiben sein
6. Das NAS sollte 24/7 laufen. Eine stromsparende Variante wäre also super.

Budget: ca. 200-300 Euro (alternativ: das was nötig ist, ich will eine vernünftige Lösung)

Fragen:
a) Geht das alles überhaupt?
b) Könnt ihr mir ein NAS empfehlen, welches meine Ansprüche abdeckt?
c) gibt es ggf. ein Tutorial?
d) Was für Probleme erwarten mich?

Vorab danke für eure Hilfe.

mfg,
ACDSee
 
> Geht das alles überhaupt?
Ja klar geht das alles (soweit ich die Infos zu Geräten im Netz gefunden habe), ca. 80% davon würden auch jetzt schon viel einfacher gehen, wenn Du einen Recher als nahezu dauernd laufenden Server verwendet hättest (Druckerfreigabe, Streaming auf TV, Dateifreigabe im Netz).

Aber von vorne. Da ich ein Qnap TS-412 habe und damit bisher fast nur (*) gute Erfahrungen gesammelt habe, würde ich ein QNAP Systems, Inc. - Network Attached Storage (NAS) - Produkte - Produkte - Netzwerkspeicher - Home und SOHO - 2-Bay - TS-212 vorschlagen. Vorausgesetzt, der Router kann GBit, sonst hast Du mit der Bearbeitung von Dateien im Netz keinen Spaß (kostete aber auch nur 20-30 Euro mehr für einen GBit-Switch, plus ein paar Watt für den Strom).

Die Anschüsse wären dann folgendermassen:
Router - PC1 - PC2 - NAS - TV
NAS - USB-Drucker

Dann kannst Du dann damit u.A.:
- vom TV per uPNP auf die Videos/MP3s auf dem NAS zugreifen.
- von allen Rechnern im lokalen Netz aus auf die freigegebenen Verzeichnisse zugreifen. Entweder mit einem einheitlichen User oder mit "beliebig" vielen (musst du halt mal nachlesen, ob das jetzt 32, 64 oder 256 mögliche User sind)
- Vom Internet aus per Web-Dateimanager (wäre mir zwar viel zu unsicher, aber wer es mag) oder alternativ nur auf Fotoalben/Webseiten aus zugreifen. Den entsprechenden DynDNS-Account kann hoffentlich der Router selber aktualisieren, das NAS kann das zwar auch, wie das aber zeitnah die Änderung der IP mitbekommt (wenn KD die mal ändert) weiss ich nicht.
- die Platten als RAID1 einrichten oder alternativ als JBDO/zwei getrennte Platte und ein Backup der wichtigen Daten auf eine ext. Platte
- laut ist in meinem TS-412 nur eine alter 700GB Platte, der Rest ist zwar nicht so flüsterleise wie mein PC, aber doch leise. Da musst Du mal im Netz suchen, was der TS-212 für einen Lüfter hat.

> Was für Probleme erwarten mich?
Das größte ist die Einrichtung der Platten, wenn dort schon Daten enthalten sind. Das NAS kann nur EXT3/4, mit NTFS/FAT32-Platten nichts anfangen und muß diem Platten zwangsweise formatieren. Obwohl Dir beim Wunsch nach einem RAID wohl schon klar ist, daß die Daten auf den beiden Platten zunächst irgendwo anders zu sichern sind und danach mit RAID1 nur noch 1GB verfügbar ist.

Der Rest sollte mit Anleitung und Tutorials bei Qnap im Netz selbsterklärend sein.

Zum Stromverbrauch gibt Qnap auf der Seite auch etwas an, die Werte dürften aber ohne Platten sein.

Performancewunder solltest Du nicht erwarten. Mein TS-412 schafft ohne RAID 40-45 MB/s schreibend und 60-70 MB/s lesend per GBit-Lan. Als Dateiablage ist das ausreichend, um aber von dort Videos zu bearbeiten oder VMs zu starten wäre es mir zu langsam.

Von Synology gibt es sicherlich auch "schöne" Geräte (z.B. DS212j), die ähnliches können und auch ähnliches kosten.

(*) Erklärung zum "fast nur"
Da ich >12h am Tag niicht zu hause bin und auch sonst nicht täglich das NAS benötige (ich wollte hauptsächlich meine 4 USB-Platten in ein Gehäuse integrieren), fahre ich es in der Regel Abends runter anstatt nur auf das Auto-Power Off zu warten. Letzteres hat nämlich zusammen mit verbundenen Netzwerklaufwerken und/oder iSCSI-Partitionen die schlechte Eigenschaft, die Platten des NAS beim Booten des Win7-PCs auch dann hochzufahren, wenn man weder auf die Netzwerklaufwerke zugreift noch die iSCSI-Partitonen automatisch Mountet. Leider braucht das TS-412 gefühlt Stunden, bis es nach einem kompletten Shut-Down wieder hochgefahren ist (real sind es "nur" 3-4 Minuten, man könnte jetzt ganz dreist auf ein lahmes Linux spekulieren, aber vermutlich geht Qnap hier die Datensicherheit vor und es führt einen Zwangstest aller Laufwerke beim Neustart durch.
 
Wow, danke erstmal für die umfangreiche Erklärung. Ich werde mich mal versuchen und mir das QNAP mal genauer ansehen.
 
Ich empfehle dir ein NAS-Eigenbau. Die QNAP und Synologie Geräte sind zwar ganz ok, bei einem Eigenbau bist du aber wesentlich flexibler und hast einiges mehr an Leistung.

Empfehlen würde ich was auf Basis des Intel G530, eventuell in einem Lian Li PC-Q08B (Platz für 6 3,5" HDDs) und einem Asus P8H77-I (6 Sata Anschlüsse). Dazu noch ein 4GB RAM Riegel und ein effizientes ATX Netzteil (BeQuiet Efficient Power 350W).

Auf ein RAID Verbund würde ich verzichten, bring dir keine Datensicherheit, lediglich eine höhere Datenverfügbarkeit. Um Backups kommst du damit aber auch nicht rum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf ein RAID Verbund würde ich verzichten, bring dir keine Datensicherheit, lediglich eine höhere Datenverfügbarkeit.
Ist halt die Frage, was man im privaten Bereich unter Datensicherheit versteht. Meine eigene Dummheit muss ich nicht absichern und dann ist ein RAID1 oder 5 (ab drei Platten) die einfachste Methode für den "faulen" Anwender, einem Datenverlust durch defekte Hardware recht gut vorzubeugen.

Um Backups kommst du damit aber auch nicht rum.
Daran (inkl. externer Lagerung) kommt man niemals vorbei, wenn einem die Daten wichtig sind.

Die Eigenbaulösung ist natürlich flexibeler, sie ist aber bei den genannten Anforderungen (nur zwei Platten) auch deutlich teurer und mit mehr Aufwand verbunden.
 
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