Jede Linux-Distribution bleibt im Kern eben Linux. Da hilft es auch nicht, wenn man sagt: "Schau mal, das Startmenü sieht jetzt aus wie bei Windows." Am grundlegenden Problem ändert das nichts.
- Du willst einen Treiber installieren? Keine 1-Klick-Installation, oft keine vernünftige UI. Stattdessen musst du erst herausfinden, welche Basis deine Distribution hat, und dann auch noch, wie du die heruntergeladene Datei überhaupt ausführst. Doppelklick reicht nicht -> also ab ins Terminal.
- Du willst ein Netzlaufwerk hinzufügen? -> Terminal.
- Du willst eine Desktop-Verknüpfung erstellen? -> Terminal.
- Du willst irgendetwas anderes machen, das über Basics hinausgeht? -> Sehr wahrscheinlich Terminal.
Linux ist im Kern immer noch stark terminalzentriert, und man muss sich viele Befehle aneignen. Für erfahrene Nutzer ist das kein Problem, im Gegenteil, es kann sogar effizienter sein. Aber genau diese Zielgruppe ist nicht das Problem.
Die Leute, die man eigentlich erreichen möchte – typische Windows-Nutzer – sind weder mit dem Terminal vertraut noch haben sie Lust, sich damit auseinanderzusetzen. Unter Windows lässt sich praktisch alles, was ein normaler Nutzer braucht, bequem über eine grafische Oberfläche erledigen. Es gibt Buttons, Menüs und klare Wege zum Ziel.
Die Linux-Welt dagegen tut sich hier weiterhin schwer. Zwar gibt es Ansätze für grafische Oberflächen, aber oft endet es bei den Basics. Für alles Weitere heißt es dann wieder: "Mach’s im Terminal, ist doch schneller." Das mag für erfahrene Nutzer stimmen, hilft aber Einsteigern überhaupt nicht.
Ein Windows-ähnliches Design allein reicht nicht. Wenn Linux wirklich massentauglicher werden soll, muss das Terminal konsequent optional werden. Deutlich mehr Funktionen gehören in eine verständliche, vollständige UI. Nur dann fühlt sich Linux nicht mehr wie Linux an und Linux User würden aufschreien und den Entwicklern vorwerfen sich nur noch um "unwichtige Dinge und UI Spielereien" zu kümmern.