mehr standarts als posix/*nix geht es nicht mehr. ob apple macos, hp-aix/ux, linux, *bsd etc. sind alles verschiedene kernel mittlerweile, aber die software läuft überall.
Diese Standards meine ich nicht. Das allein reicht nicht aus, um Herstellern und Kunden ein einheitliches Linux zu präsentieren, das sich gleich verhält und auf dieselbe Art und Weise zu managen ist.
Es geht um Unterschiede in der Zusammensetzung unterschiedlicher Versionen von
- Installationstools
- Kernel
- Entwicklungssystem
- Header-Dateien/Libraries
- Startup-Skripte
- Package-Manager
- Shell Environment (system defauls vs user customization)
- GUI customization / look & feel.
Daraus resultieren Unterschiede im Setup und der Maintenance.
Es kann bei dem recht beliebigen Mix auch zu unterschiedlichem Verhalten/Fehlerbildern kommen.
Worüber die eine Distribution noch stolpert, kann in einer anderen bereits gefixt sein – oder auch nicht.
Im Bereich Recording hat man zwischen verschiedenen Wegen zu wählen, um low-latency für Recording und Audiobearbeitung zu implementieren. Aus dem Kopf: Real Time Kernel, Low Latency Kernel, dann noch bestimmte Priorisierungen für einzelne Programme. Das ist einfach zu viel Bastelarbeit.
Oder schau einfach in den Bereich Gaming, wie viele Distributionen es da alleine gibt mit vielen Anpassungen, damit Gaming unter Linux möglich wird.
Im Bereich Shell-Environment gibt es sehr viele Unterschiede und bei der Anpassung wird oft weit über ein vernünftiges Maß hinausgegangen, bis hin zu grafischen Varianten des ls-Kommandos.
Das führt auch dazu, dass viele Guides und Wikis sehr oft nicht zu der jeweiligen Distribution passen.
Kurzum: Jedes System ist anders aufgebaut und anders zu managen, und das bereitet letzten Endes allen Schwierigkeiten: Herstellern (Entwicklung und Support) und Anwendern.
Was macht man eigentlich, wenn man Gamen und Audiobearbeitung machen möchte? Richtig, mit irgendwas starten, wo die Löwenarbeit schon gemacht wurde, aber danach bist Du gefordert, Dir das selbst anzupassen, und das kann wiederum Impact auf andere Dinge haben. Du wirst quasi zum Mitentwickler und Tester.
Das kostet doch viel zu viel Arbeit und im übrigen hat auch nicht jeder den erforderlichen Skill.
Und hier bin ich noch nicht mal darauf eingegangen, ob man Rolling Release, systemd oder was auch immer haben möchte oder aus bestimmten Gründen nicht.
Es gibt einfach zu viele Unterschiede und Dinge zu bedenken, und das macht es für alle Beteiligten einfach unnötig kompliziert.
Und als Hersteller bist Du nachher gezwungen, Dich auch mit dem Thema auseinanderzusetzen, weil Du im Support Case dann auch damit leben musst, was der Kunde da gewählt hat, was er administrativ allein schafft und wie das genau zu bedienen ist oder was da vielleicht für ein ordentliches Funktionieren für Audio noch fehlen könnte.
Bei Windows und macOS installierst Du einfach die Tools, ggf noch hier und da kleine Anpassungen und das war es dann aber auch schon.