News Weltraumschrott oder zukunftsweisend? Das ist Star Compute

PCGH-Redaktion

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Mit Star Compute möchte China ein Supercomputernetzwerk im Weltraum aufbauen. Ist das nur noch mehr Weltraumschrott oder zukunftsweisend?

Was sagt die PCGH-X-Community zu Weltraumschrott oder zukunftsweisend? Das ist Star Compute

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Und was passiert, wenn die Dinger irgendwann End of Life sind ?
Kreisen die dann, wie das andere Zeugs als Weltraumschrott in der Umlaufbahn oder werden die Dinger wieder zur Erde zum recyceln zurück geholt ?
 
Und wenn noch 1-2 klitzekleine Raketen mit dran hängen ist das sicher auch nur Zufall 😅

Wenn da ne KI in 40 Jahren Amok läuft kannst du nicht mal schnell den Stecker ziehen. Bisschen weit weg.

Kühlleistung im Weltall ist aber schon mega nice 👍
 
Kühlleistung im Weltall ist aber schon mega nice 👍

Kühlung ist im Weltall ein riesiges Problem: Vakuum hat eine Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität von jeweils null und weil eine Umlaufbahn deutlich größer ist als der Erdschatten, befindet man sich zudem auch noch länger in der Sonne als im Schatten. Das sorgt für reichlich Wärme, die man loswerden muss und die einzige Möglichkeit dazu ist Infrarotstrahlung – was eine ziemliche miese Form der Energieabgabe ist, zumindest solange man die Oberflächentemperatur nicht auf Hardware-unfreundliche mehrere 100 °C ansteigen lassen möchte.
tl;dr: "Kalt" ist es im Weltall nur solange, wie man keine Energie verbraucht und irgend jemand Schatten spendet. Sonst kocht man im eigenen Saft.

Leider strotz die chinesische Selbstdarstellung zwar vor Selbstbeweihräucherung, macht aber keine exakten Angaben zu den Satelliten. Bei den zwei Exemplaren, die auf den Bildern ihre Solarpanele zeigen (statt Antennen), würde ich im Vergleich mit für Menschen gemachten Objekten in der Nähe (Tische, Bedienelemente am Transportwagen auf vielleicht 1-2 m² Photovoltaikfläche tippen. Für die ISS mit 2.200 m² gibt die NASA 735.000 kWh/a, also einen Schnitt von 83 kW absolut respektive 37 W pro m² an. Mehr als die Rechenleistung eines Laptops sollte man von den einzelnen Elementen dieses "Supercomputers" somit nicht erwarten. Das kann, mit entsprechend auf das Aufgabengebiet optimierten Prozessoren, aber schon einen signifikanten Unterschied machen. Gerade im militärischen Bereich, der ohne kommerzielle Anwendbarkeit der offensichtliche Auftraggeber ist, würde ich schon alleine die Möglichkeit zur autonomen Reaktion der Satelliten bei einer Störung des Uplinks als sehr wertvoll einschätzen. Aber auch Bilderkennungs-KI kommt zum Teil mit sehr wenig Strom für eine grobe Vorsortierung aus (sonst würden sogenannte "autonome" Autos noch mehr Probleme haben) und könnte beispielsweise die 999.999 von einer Millionen Überwachungs-Satellitenpixeln, die definitiv keine gegnerischen Einheiten zeigen, schon in der Umlaufbahn aussortieren und so massiv Übertragungskapazitäten einsparen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es sind zurzeit 6 oder 7 Konstellationen (heisst Sattelitenverbünde) allein für Starlink ähnliche Netzwerke in der Umlaufbahn. Die meisten davon privat aus den USA. Aber hier werden natürlich Raketen drangehängt, die Dinger als Kaminaze-Satelliten eingesetzt (Kosten/Nutzen Verhältnis aus der Hölle) und ausnahmsweise sogar mal nach dem Weltraumschrott gefragt.
Ich finds super, dass man das Potential bei Solarenergie und Kühlung im All endlich im großen Stil nutzen will, mal sehen was dann wirklich draus wird.
Allereings ist der niedrige Orbit eh schon viel zu voll und es wird rasant schlimmer, daher wäre ich eher für e]ne grosse Konstellation mit Zugriff für alle Staaten. Bleibt leider Wunschdenken.
 
Sonnenlicht "für Lau" gibt es auch auf der Erde. Und Kühlluft gratis dazu. Ersteres zu ernten ist auch weitaus billiger, wenn man nicht 5.000 bis 10.000 US-Dollar pro kg allein für den Transport zum Aufstellungsort bezahlen muss. Ins All zu gehen lohnt sich nur für Forschungszwecke, wenn man von vielen Punkten auf der Erdoberfläche sichtbar sein will (=> Kommunikation) und für militärische Zwecke. Raketenbestückung und kontrollierte Abstürze sind natürlich Fantasiegespinste, aber im Gegensatz zum Online-Buchhändler und dem US-Regierungsbeteiligten (dessen Projekt bekanntermaßen bereits auch militärisch intensiv genutzt und nicht zuletzt darüber finanziert wird), haben die Verantwortlichen hinter diesem Projekt offensichtlich keine überwiegenden Kommunikationsinteressen und in der Forschung ist man schon froh, ein bis zwei vollwertige Satelliten finanziert zu bekommen.

Übrigens kommt meinem Wissen nach bislang nur Starlink auf tausende aktive Satelliten. Platz Nummer 2 müsste immer noch Oneweb, also Eutelsat aus Europa mit ein paar hundert innehaben und vom gesamten Rest kommt allenfalls Lynk in den dreistelligen Bereich. Die restlichen Megakonstellationen sind alle noch im Planungs-/Aufbaustadium, wobei Qianfan und Guowang wohl am besten gedeihen. "Die meisten" gehören also nicht US-Privatiers, sondern dem chinesischen Staat. Nur redet der weniger darüber, als Bezos oder gar diverse Investorensucher, und macht mehr.
 
Danke für die Aufklärung :).
Da hatte ich falsche Vorstellungen.
Ich meinte mit "die meisten" halt die Anzahl der Konstellationen. Bin aber trotzdem deshalb davon ausgegangen, das wären auch die meisten Satelliten.

Und beim Potential der Sonnenenergie beziehe ich mich auf Dinge, die eh ins All kommen, nicht als Ersatz für Paneele auf der Erde, die natürlich wegen dem Transport viel effizienter sind.
 
Kühlung ist im Weltall ein riesiges Problem: Vakuum hat eine Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität von jeweils null und weil eine Umlaufbahn deutlich größer ist als der Erdschatten, befindet man sich zudem auch noch länger in der Sonne als im Schatten. Das sorgt für reichlich Wärme, die man loswerden muss und die einzige Möglichkeit dazu ist Infrarotstrahlung – was eine ziemliche miese Form der Energieabgabe ist, zumindest solange man die Oberflächentemperatur nicht auf Hardware-unfreundliche mehrere 100 °C ansteigen lassen möchte.
tl;dr: "Kalt" ist es im Weltall nur solange, wie man Energie verbraucht und irgend jemand Schatten spendet. Sonst kocht man im eigenen Saft.
Als keine einfache Direktkühlung. Danke für die Infos! :daumen:
 
Wenn da ne KI in 40 Jahren Amok läuft kannst du nicht mal schnell den Stecker ziehen. Bisschen weit weg.
Der Film Terminator 3 zeigt so ein Szenario...:ugly:
Weltraumschrott oder zukunftsweisend? Das ist Star Compute
Besser wäre eine Raumstation die man aus Modulen langfristig nutzbar ist. Alte Module werden durch neue ersetzt und recycelt. Macht mehr Sinn als die ausgediente Module ihren Schicksal zu überlassen. Schließlich sind wertvolle Rohstoffe in Zukunft knapp.
 
Der Energieaufwand für eine kontrollierte Rückholung dürfte so groß sein, dass sich Recycling auf lange Sicht nicht rechnet. Vermutlich nie.

Fünf Minuten Recherche-Versuch haben keine exakten Zahlen für kleinere Sonden geliefert, da gibt es halt auch wenige Rückkehrer. Aber bei den großen, bemannten Systemen wie Dragon 2, Starship und Space Shuttles scheint allein der Hitzeschutz für den Wiedereintritt 20-50 Prozent der landebaren Masse auszumachen. Dazu kommt noch der Treibstoff für einen zügigen, kontrollierten De-Orbit. Ein kleines, unbemanntes System würde sich zwar Lebenserhaltungsysteme & Co sparen, könnte aber Skalenvorteile viel schlechter nutzen. Man müsste also mit weiteren 1.000den Euro Mehr-Kosten pro Kilogramm zurückgeführter Nutzlast landen. Für pures Gold würde sich das lohnen. Kupfer, das massenmäßig den größten recyclebaren Anteil ausmacht und meinem Wissen nach neben Gold das einzige Element ist, dass man bislang systematisch aus irdischem Elektroschrott zurückgewinnt, hat gerade einmal 0,1-0,2 Prozent des nötigen Wertes, müsste also um Faktor 1.000 teurer werden – und niemand kann Hardware aus purem Gold oder Kupfer fertigen. Der Großteil der Masse sind Materialien, die es wortwörtlich wie Sand am Strand gibt. (Also überwiegend Plastik.^^)
 
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