Solange die Entwicker oder eher Publisher nicht das anbieten was der Verbaucher will wird es Raubkopien gehen. Sobald man auf die Kunden hört wird das Raubkopieproblem so klein werden, dass es vernachlässigbar ist.
Das hat die Musikindustrie damals nicht verstanden; die haben damals gut auf die Fresse bekommen. Aber jetzt höhren alle über Spotify oder kaufen genau die Lieder (nicht das ganze Ablum) die sie haben wollen über iTunes. Oder man bekommt die mp3s zu gekaufen CDs bei Amazon.
Die Filmindustrie hat auch damit zu kämpfen, hat aber mit Netflix einen guten Ansatz. Aber wenn ich mir das Angebot in Deutschland angucke fällt es mir schwer, mir für die nächsten 2-3 Jahre schon Hoffnungen zu machen.
In der Spieleindustrie ist es auch extrem schlimm. Die meisten Leute wollen (wie ich vermute) das ganze Spiel haben, wenn sie den Vollpreis bezahlen. Für Addons sind die meisten auch noch zu haben. Aber 100 kleine DLCs die man nicht alle haben kann sind bei einem Verkaufspreis von 60€ schon happig. Da ist ja die psychologische Komponente das man ohne die DLCs doch nicht die "vollwertige" Spielerfahrung hat. Dazu kommen noch lächerlich geschnitte lokale Versionen vom Spiel. Achja und DRM, und so weiter...
Diejenigen die das Spiel illegal runterladen haben keine Probleme mit DRM, bekommen alles UNCUT mit allen DLCs und Addons. Rundum sorglos. Und der Punkt ist, das eben diesen Leuten das Spiel in der Form auch Geld wert wäre. Wenn auch nur 40€ statt 60€.
Deshalb sehe ich die Situation des Raubkopierens als Indikator dafür, dass die Kundenwünsche nicht erfüllt werden. In diesem Sinne hab ich dann sogar Sympathie für Raubkopierer weil ich die aktuelle Situation genauso unbefriedigend finde.
Nachtrag: Ich bin außerdem der Meinung das Steam die Wünsche einiger Kunden aber sehr wohl erfüllt und bestimmt schon den ein oder anderen Raubkopierer zum Käufer gemacht hat (Stichwort: Sales). Aber für viele kommt auch Steam nicht in Frage. Aber als Beispiel für das was ich erklären möchte taugts trotzdem.