Wahlen in Frankreich

pestb_eule

Komplett-PC-Käufer(in)
Die Franzosen scheinen ein seltsames Wahlsystem zu haben. Je weniger Stimmen man bekommt und in je weniger Wahlkreisen man gewinnt, desto mehr Sitze erhält man im Parlament.

Nehme ich Drogen? Klar.

Aber es ist schon seltsam: Die Rechtskoalition erhielt 37,3 % und bekommt 142 Sitze, die Linkskoalition erhielt 26,9 % und bekommt 178 Sitze.

Kann mir das jemand erklären? Und warum wird uns das als Sieg über Rechts unter Zurückhaltung der Stimmenverteilung und Herausstellung der Sitzverteilung verkauft, bei diesem Abstand?


 
Kann mir das jemand erklären?
Ja. Nämlich Wikipedia:
Und warum wird uns das als Sieg über Rechts unter Zurückhaltung der Stimmenverteilung und Herausstellung der Sitzverteilung verkauft, bei diesem Abstand?
Weil die (deutschsprachigen) Medien halt so sind (wie sie sind).
Und weils alle einen Rallystreifen in der Feinripp haben.
 
Tja wenn man Threads erstellt und postet, ohne jemals ein Blick auf das Wahlsystem geworfen hat.

Mehrheitswahlrecht ist nicht Verhältnismäßigkeitswahlrecht und nach meinen Mathematikkenntnissen sind 37% weit von 50% und einer Mehrheit entfernt, wenn die anderen 63% für die anderen Parteien/Kandidaten stimmen, wie es vorher abgestimmt wurde.
Kann man alles Googlen und sich anlesen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja wenn man Threads erstellt und postet, ohne jemals ein Blick auf das Wahlsystem geworfen hat.

Mehrheitswahlrecht ist nicht Verhältnismäßigkeitswahlrecht und nach meinen Mathematikkenntnissen sind 37% weit von 50% und einer Mehrheit entfernt, wenn die anderen 63% für die anderen Parteien stimmen, wie es vorher abgestimmt wurde.
Kann man alles Googlen und sich anlesen!
Ich habe sogar den MS Copilot gefragt. Der hatte auch keine Ahnung, wie abgestimmt wurde, kannte nur die Sitzverteilung. Und nirgends habe ich behauptet, daß man mit 37 % eine absolute Mehrheit bekommen müsse.
 
Die Franzosen scheinen ein seltsames Wahlsystem zu haben. Je weniger Stimmen man bekommt und in je weniger Wahlkreisen man gewinnt, desto mehr Sitze erhält man im Parlament.

Nehme ich Drogen? Klar.

Aber es ist schon seltsam: Die Rechtskoalition erhielt 37,3 % und bekommt 142 Sitze, die Linkskoalition erhielt 26,9 % und bekommt 178 Sitze.

Kann mir das jemand erklären? Und warum wird uns das als Sieg über Rechts unter Zurückhaltung der Stimmenverteilung und Herausstellung der Sitzverteilung verkauft, bei diesem Abstand?



Ist ein Mehrheitswahlrecht, so wie auch in UK oder der USA.

Bei der jüngsten Wahl in UK hat die Labour Party bei 9.7 Mio. Stimmen 411 Sitze und die Conservative Party bei 6.8 Mio. Stimmen 121 Sitze erhalten.

Also der Wahlgewinner hat 1.4 mal so viele Stimmen erhalten, aber 3,4 mal so viele Sitze.

Oder die Wahl 2016 in den USA. Trump hat 3 Mio. Stimmen weniger als Hillary bekommen, aber mehr Wahlmänner.

Mehrheitswahlrecht verfälscht halt den Wählerwillen massiv. Deshalb ist unser Verhältniswahlrecht - trotz all seiner Fehler - eine deutlich bessere Wiedergabe des Wählerwillens und der aktuellen Stimmung.

Hier mal das Wahlergebniss 2017, wenn wir Mehrheitswahlrecht hätten:


Ist halt eine absolute Verzerrung des Wählerwillens.
 
Ich habe sogar den MS Copilot gefragt. Der hatte auch keine Ahnung, wie abgestimmt wurde, kannte nur die Sitzverteilung. Und nirgends habe ich behauptet, daß man mit 37 % eine absolute Mehrheit bekommen müsse.
Google einfach Wahlsystem Frankreich!

Der Kandidat gewinnt, der am meisten Stimmen in einem Wahlkreis auf sich vereinigt oder im 1. Wahlgang 50% erhält, dazu gibt es zwei Wahltage/Gänge, wobei beim zweiten Wahltag/Wahlgang nur noch Stichwahlen (einfache Mehrheit zählt) erfolgen.
In allen Wahlkreisen treten aber deutlich mehr als 2 Kandidaten im ersten Wahlgang an, im 2. Wahlgang sind die besten 3 aus dem 1.Wahlgang zugelassen. Bei dieser Wahl war besonders, das alle anderen Parteien, die eine Mehrheit von Le Pen verhindern wollten, sich abgesprochen haben, das sich alle drittplazierten Kandidaten egal welcher Partei zurückziehen.
So stand jedem Kandidaten der Le Pen Partei nur ein Kandidat entweder der Mittebewegung oder der Linksbewegung gegenüber und diese Kandidaten konnten in vielen Fällen die Mehrheit der Wähler des Kreises für sich gewinnen, weil die keinen Kandidaten der Le Pen Partei wollten!
 
Ist ein Mehrheitswahlrecht, so wie auch in UK oder der USA.

Bei der jüngsten Wahl in UK hat die Labour Party bei 9.7 Mio. Stimmen 411 Sitze und die Conservative Party bei 6.8 Mio. Stimmen 121 Sitze erhalten.

Also der Wahlgewinner hat 1.4 mal so viele Stimmen erhalten, aber 3,4 mal so viele Sitze.

Oder die Wahl 2016 in den USA. Trump hat 3 Mio. Stimmen weniger als Hillary bekommen, aber mehr Wahlmänner.

Mehrheitswahlrecht verfälscht halt den Wählerwillen massiv. Deshalb ist unser Verhältniswahlrecht - trotz all seiner Fehler - eine deutlich bessere Wiedergabe des Wählerwillens und der aktuellen Stimmung.

Hier mal das Wahlergebniss 2017, wenn wir Mehrheitswahlrecht hätten:


Ist halt eine absolute Verzerrung des Wählerwillens.
In den USA ist aber klar, warum das so ist. Es liegt an der Anzahl der Wahlmänner pro Bundesstaat, bevölkerungsarme Staaten haben überproportional viele Wahlmänner.


Google einfach Wahlsystem Frankreich!

Der Kandidat gewinnt, der am meisten Stimmen in einem Wahlkreis auf sich vereinigt oder im 1. Wahlgang 50% erhält, dazu gibt es zwei Wahltage/Gänge, wobei beim zweiten Wahltag/Wahlgang nur noch Stichwahlen (einfache Mehrheit zählt) erfolgen.
In allen Wahlkreisen treten aber deutlich mehr als 2 Kandidaten im ersten Wahlgang an, im 2. Wahlgang sind die besten 3 aus dem 1.Wahlgang zugelassen. Bei dieser Wahl war besonders, das alle anderen Parteien, die eine Mehrheit von Le Pen verhindern wollten, sich abgesprochen haben, das sich alle drittplazierten Kandidaten egal welcher Partei zurückziehen.
So stand jedem Kandidaten der Le Pen Partei nur ein Kandidat entweder der Mittebewegung oder der Linksbewegung gegenüber und diese Kandidaten konnten in vielen Fällen die Mehrheit der Wähler des Kreises für sich gewinnen, weil die keinen Kandidaten der Le Pen Partei wollten!
Es steht hier, daß dieses Verhalten völlig üblich in Frankreich ist:

Daher hätte man schon im Vorfeld nicht von den Rechten als Favoriten sprechen können. Bei einem Drittel die rechts wählen stehen nämlich zwei Drittel dagegen.
 
Daher hätte man schon im Vorfeld nicht von den Rechten als Favoriten sprechen können. Bei einem Drittel die rechts wählen stehen nämlich zwei Drittel dagegen.
Damit hast du es doch verstanden und völlig durchdrungen, hättest du aber nachlesen können!
Übrigens ist es nicht üblich, das sich aussischtsreiche Drittkandidaten von anderen Wahlbündnissen zurückziehen, das war hier diesmal abgesprochen
 
Damit hast du es doch verstanden und völlig durchdrungen, hättest du aber nachlesen können!
Übrigens ist es nicht üblich, das sich aussischtsreiche Drittkandidaten von anderen Wahlbündnissen zurückziehen, das war hier diesmal abgesprochen
Es war für mich aus diesem Grunde als Begründung nicht ausreichend und ich habe halt tiefer gegraben.
 
Übrigens ist es nicht üblich, das sich aussischtsreiche Drittkandidaten von anderen Wahlbündnissen zurückziehen, das war hier diesmal abgesprochen
In 3 Jahren sind in Frankreich Präsidentschaftswahlen. Ob das jetzt immer so ablaufen wird, nur um Le Pen zu verhindern? Irgendwann klappt es dann nicht mehr.
 
Also, wie es aussieht ist es so, daß nur der Gewinner eines Wahlkreises zählt, die Stimmen für die anderen verfallen.
 
Genau. Die anderen Stimmen haben keine Wirkung. Das ist eben so bei Ländern wie Frankreich.
Das ist überall so, bei Mehrheitswahlrecht, auch bei unserer Erststimme (Direktkandidaten-> Wahlkreise) bei Landtags- und Bundestagswahlen, diese "zählt" nur für den Gewinner, die anderen Erststimmen verfallen!
 
Das ist überall so, bei Mehrheitswahlrecht, auch bei unserer Erststimme (Direktkandidaten-> Wahlkreise) bei Landtags- und Bundestagswahlen, diese "zählt" nur für den Gewinner, die anderen Erststimmen verfallen!
Die Frage ist, ob das noch gerecht ist?
Die CSU meckert ja, weil das ja geändert wird.
 
Die Frage ist, ob das noch gerecht ist?
Die CSU meckert ja, weil das ja geändert wird.
Nein das wird nicht geändert, da hast du etwas falsch verstanden.

Die CSU muss (neu) mit ihren Zweitstimmen im Verhältniswahlrecht über 5% kommen, sonst verliert sie alle Stimmen (Erst und Zweitstimmen), egal wie viele Wahlkreise sie mit der Erststimme gewonnen hat, auch bei 20 oder 30 Wahlkreisen.

Völlig zu recht klagt die CSU deshalb vor dem BVerG!
 
Die CSU muss (neu) mit ihren Zweitstimmen im Verhältniswahlrecht über 5% kommen, sonst verliert sie alle Stimmen (Erst und Zweitstimmen), egal wie viele Wahlkreise sie mit der Erststimme gewonnen hat, auch bei 20 oder 30 Wahlkreisen.
Ja, genau, die 5% Hürde. Deswegen klagt die Linke mit, die ja erst durch ihre gewonnenen Wahlkreise in den Bundestag kamen.
Aber wie will man verhindern, dass sich der Bundestag immer weiter aufbläht?
 
Genau. Die anderen Stimmen haben keine Wirkung. Das ist eben so bei Ländern wie Frankreich.
Das ganze bleibt ein bisschen seltsam, denn wenn man sich die Karte der Wahlkreise ansieht, sieht das nicht nach so viel aus:
 
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