ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Darüber kann man wohl denken wie man möchte... Vorletzte Woche war es glaub ich, stand dazu ein netter Artikel im Handelsblatt in dem sich ein Ökonom war es glaub ich, aufjedenfall jemand bekanntes und kompetentesdarüber ausgelassen hat, das heute viel zu wenig Vertreter der Wirtschaft usw. im Bundestag sitzen und deswegen viele Gesetze an ihren gesetzten Zielen vorbeischanzen und dadurch viele Milliarden verschwendet werden.
Von daher finde ich das eig. nicht schlecht, wenn man wie früher auch mehr auf solche Leute zurückgreifen kann, die dann auch mal sagen stopp, wenn ihr das so und so machen wollt, müsst ihr auch das und das bedenken.
Weil sind wir mal ehrlich, der großteil der heutigen Politiker ist doch alles andere als kompetent und wenn so jemand vernünftige Gesetze machen soll, das beist sich doch einwenig![]()
"Inkompetent" und "gute XYZ" beißt sich immer

Was ich sagen wollte ist, dass man als BWL-Prof auch nicht unbedingt bessere (im Sinne der Gemeinschaft) Gesetze macht. Mit etwas Glück macht man bessere Gesetze für die Wirtschaft, aber zum "Gesetze machen" braucht man in erster Linie Kompetenz im juristischen (welche sehr viele Politiker der Ausbildung nach haben) und für "die besten Gesetze für die Allgemeinheit machen", braucht man Ahnung von allem. An dritter Stelle kommt dann "Kenntniss vom Resort". Sicherlich auch sehr wichtig, aber der Punkt, den man am leichtesten auf Berater abwälzen kann und somit der unwichtigste Punkt für den Minister selbst.
Der Guttenberg war vielleicht nicht so ein gutes Beispiel, da man bei dem Verteidigungsresort jetzt nicht unbedingt so viel Ahnung haben muss da hast du recht, da ist es sinnvoller wenn man seine Generäle usw. befragt.
Eigentlich ist gerade Guttenberg ein sehr gutes Beispiel, weil er von nichts wirklich ne Ahnung hat

Aber auch als Wirtschaftsminister kann man -siehe Guttenberg
- sehr gut andere Leute befragen. (man sollte nur dabei nicht vergessen, dass man schon ein paar 100 für diesen Zweck beschäftigt...)Aber gerade in anderen wichtigeren Bereichen, wie z.b. Wirtschaft, Arbeit und soziales usw. ist es doch vernünftig, wenn das jemand macht der auch Ahnung von der Materie hat....
Nach welcher Ausbildung hat man denn Ahnung von der Materie "Arbeit"? "Soziales"? "Familie"? "Entwicklungshilfe"?
Verteidigung war nach Wirtschaft vermutlich noch der Ministerposten, für den sich am ehesten was passendes findet

weil sich einlesen ist ja schön und gut, aber heute liest er mal das und morgen wieder was ganz anderes wo ihn begeistert oder wechselt er die Berater.... verstehst du worauf ich hinaus will? Da fehlt mir die klare Linie, die jemand hat der sich damit auskennt und nicht ständig eine andere Postion einnimmt...
Damit wären wir wieder bei der Kompetenz.
Man darf und soll nicht mal das und mal jenes lesen. Man muss sich durch seriöse Berichte wälzen, man muss ein Blick darauf haben, welche Wissenschaftler wovon Ahnung haben und welcher Schreiberling wem nach dem Mund redet. Und ganz besonders sorgfältig sollte man bei seinen Beratern sein, die sind schließlich die beste Quelle für vertrauenswürdiges Material.
Das unsere heutigen Politiker all das i.d.R. gar nicht hinbekommen, weil bei der "Einstellung" die wichtigsten Qualifikationen "Ausstrahlung" und "Medienkompetenz" sind und weil die wichtigste Tätigkeit "Image zum Zeitpunkt der nächsten Wahl optimieren" lautet, ist ein anderer Schuh. Dieses Problem resultiert aber direkt aus dem Verhalten der Wähler und du wirst es immer haben, wenn du diese Wähler wählen lässt.
Du verstehst das nicht. Es sollte nicht möglich sein das Wenige vielen Anderen ihre Meinung aufdrücken und rechnerisch ist das möglich, siehe obige Zahlen. Mit einer entsprechenden Anhebung der Mindesttteilnehmerzahlen kann sichergestellt werden, dass genug verschiedene Interessen beteiligt sind.
D.h. deine Grenze dient ausschließlich dazu, dass Volksentscheide mit mangelnder Beteiligung ungültig werden, weil "zuwenig Interessen" beteiligt sind? Ok.
Ausgangspunkt für diese Diskussion war aber, dass der deutsche Wähler offensichtlich zu blöd ist, seine eigenen Interessen in ein angemessenes Wahlverhalten fließen zu lassen (z.B. "keine FDP-Politik wollen" und dann "FDP wählen). Da du darauf reagiert hattest, bin ich die ganze Zeit davon ausgegangen, dass dein Vorschlag eine Lösung für dieses Problem sein soll.
Denn dieses Problem gilt es zu lösen - welchen Nutzen sollten Volksentscheide haben, bei denen genau die gleichen Fehler gemacht werden, wie bei den Bundestagswahlen?
Wie geschrieben:
-weniger Fetternwirtschaft
Wie geschrieben:
Wodurch? Dadurch, dass sich der regelmäßige Treffpunkt der Politiker nicht mehr "Parteizentrale", sondern "Clubhaus" nennt? Nur weil du die Leute einzeln auflistest, hören sie nicht auf miteinander zu reden. Das klappt schon bei der Trennung von Parteien nicht.
- Trennung von Interessen und Kompetenz
Wo hast du dazu was geschrieben und wie soll eine direktere Wahl Interessen und Kompetenz trennen

- besser Volksspiegel in der Aufteilung der entsprechenden Ämter
Wieso? Weil die einflussreichste Gruppe jetzt den Inhaber jedes einzelnen Amtes diktiert, anstatt -wie bislang- wenigstens ein Teil der Ämter einem Koalitionspartner zu überlassen?
Stand doch unten??!!![]()
Wenn dann oben. Und da steht nur "direkte Wahl". Es gibt aber eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie eine große Masse an Leuten eine größere Gruppe von Leuten wählen soll und jede einzelne davon hat massive Nachteile, wenn es um faire und demokratische Repräsentation geht.
Und nein, das System ist aus genannten Gründen weit weniger anfällig für Lobbytum und Fetternwirtschaft.
"genannte Gründe"? Du postulierst zum wiederholten mal, dass es das wäre, aber Argumente bist du und bislang schuldig geblieben. (s.o.)
Genau, die Frage hatte ich aus dem Kontext heraus auch gestellt aber "wie dann" soll es weitergehen, wenn nicht so wie von mir vorgeschlagen?
Naheliegend wäre "so wie jetzt". Man könnte eine sehr lange Liste von weiteren Möglichkeiten zusammenstellen, aber wie schon erwähnt: Die meisten davon wären ein Rückschritt.
Ende dieses Posts
Ich fordere da noch deutlich mehr Einschränkungen, als du.
Aber das ist ein anderer Schauplatz, als die Volkspartizipation.
Man wird es nie letzendlich ausschliessen können, dass nicht mehr falsch ausgewählte Amtsträger die Leitung haben aber man kann mit der direkten Demokratie wesentlich effektiver die Interessen des Volkes vertreten als wenn man nur ein Parteisystem wählt, welches sich dann intern die Posten zuschiesst, wo Erfahrungen und Kompetenz oft auf der Strecke bleiben und nur Beziehungen und Status eine Rolle spielen. Das hört sich klischeemäßig an, ich weiß aber ich bin überzeugt das dem in großen Teilen so ist.
Deine Überzeugung in Ehren, aber wenn ich mir die Wahlergebnisse und die Aussagen vieler meiner Mitbürger angucke, dann hat Kompetenz und Erfahrung in den parteiinternen Verfahren noch wesentlich häufiger etwas zu sagen (d.h. bei jedem zehnten Posten
), als bei direkten Wahlen.Letzteres und nein so etwas haben wir heute nicht. Wir wähle keine Minister und Bundespräsidenten und Budneskanzler direkt. Wir wählen Parteiapparate.
Ah, okay. Da du im folgenden Satz (der mir das gleiche zu thematisieren schien) von Abgeordneten, d.h. Parlamentsmitgliedern sprachst, dachte ich, du meinst die Legislative. Wenns dir nur um die Exekutive geht...
Die direkt zu wählen bringt uns in der Gesetzgebung auch nicht weiter. Im Best Case bekommen wir ein paar andere Gesetzesvorschläge, aber ohne Kompetenz (s.o.) werden die nicht unbedingt besser, im Gegenteil.
Was von meinen Forderungen haben wir denn heute im Bundestag? Weniger Abgeodnete? Mit ca. 600 Abgeordneten trifft das wohl kaum zu.
Äh - "Also ~das, was wir heute im Bundestag haben (mit deutlich weniger Abgeordneten" <- ist dieser Satz so schwer zu verstehen

Die heutigen Experten sitzen ja als Abgeordnete im Bundestag. Jene die direkt aus der Wrtschaft kommen und mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmte Interessen vertreten, auf die wird gehört. Aber solche Experten sollten m. M. n. nur eine beratene Funktion haben als eine entscheidungstragende Position als Abgeordneter.
Äh: Im Bundestag sitzen Volksvertrer. Gewählt im Volk. Die sind nicht selten Experten für Selbstdarstellung, aber das war es auch schon. Experten zu Sachfragen gibts in Beratergrämien/-stäben bzw. nicht selten werden Gutachten zu Einzelfragen in Auftrag gegeben.
Kannst du eigentlich die erste Klammer auch begründen also warum mit weniger Abgeodneten die Manipulation leichter wird, die Korruption höher und der Wahlspiegel des Volkes gerinegr?
Einfache Logik:
Korruption: Es ist einfacher und billiger, 20% von 100 zu bestechen, als 20% von 600.
Wählerwillen: Es ist schwerer, 80 Millionen Meinungen in 100 Leuten repräsentativ vertreten zu haben, als in 600.
Warum bringt uns das nicht näher?
S.o.: Weil die Minister kein nenneswerter Teil der Legislative sind?
Die sind zwar in der Praxis auch alle Bundestagsabgeordnete, aber zusammen machen sie kaum 2% aus. Nur weil du die nach einem anderen Verfahren direkt wählst, hast du keine bessere Gesetzgebung. Insbesondere nicht, wenn man bedenkt, dass es bereits 299 direkt gewählte Abgeordnete gibt.
Das befangen bezieht sich auf die Personen, der Stab, den sich die vom Volk gewählten Minister aussuchen dürfen. Diese sollten eben nicht nebenbei in irgendwelchen Interessensverbänden/ in der Wirtschaft arbeiten sondern eher Berufpolitiker sein. Für Kompetenz könnten dann unabhängige Experten, davon gibt es ja genügend sorgen, die dem Stab beratend zur Seite stehen.
Und du denkst, "arbeitet in diesem Moment nicht für irgendwelche Interessensverbände/in der Wirtschaft" ist ein zuverlässiges Kriterium, um Befangenheit auszuschließen? Imho macht das rein gar keinen Unterschied. Da wird dann eben mal jemand für 4 Jahre nicht vom Lobbyverband, sondern vom Staat bezahlt und erhält danach einen dicken Bonus oder ähnliches.
darüber ausgelassen hat, das heute viel zu wenig Vertreter der Wirtschaft usw. im Bundestag sitzen und deswegen viele Gesetze an ihren gesetzten Zielen vorbeischanzen und dadurch viele Milliarden verschwendet werden.

