Unruhen in Großbritanien

AW: Unruhen in Großbritanien

Das kann man so nicht sagen, schließlich leiden ja die Armen darunter, dass die Eliten haufenweise Geld verzockt haben - und der Staat nicht langsam mal einsieht, dass man diese Leute auch mal besteuern sollte.

Natürlich kann man das sagen. Die Eliten haben schließlich nichts illegales gemacht und in einer Demokratie sind "Staat" und "Volk" nun einmal keine Gegensätze. Wenn die Mehrheit der Wähler nicht einsieht, dass Elitenförderung (privat wie wirtschaftlich) und sogenannte "Leistungsgerechtigkeit" dazu führt, dass es am unteren Ende der Gesellschaft vielen Leuten richtig dreckig geht, dann ist das eben nicht eine von einer Minderheit ausgehende "Unterdrückung".

Und genau da ist der Punkt: Was tut man, wenn all das Klagen, Demonstrieren und Protestieren nicht mehr funktioniert? Wenn KEINE der vorhanden Parteien etwas am System ändert? Was dann? Und England kriegt aktuell genau diesen Drift zwischen den Teilgesellschaften volle Pfund ab. Und wird sicherlich nicht das letzte Land bleiben.

Wenn man die Mehrheit ist: Eine weitere Partei gründen und es selbst ändern. Sollte einer Mehrheit ja nicht schwer fallen (wenn es möglich ist).
Wenn man eine Minderheit ist: Tjo. Man kann versuchen, nett zu sein und Vorteile rauszuhandeln. Oder man kann der Mehrheit den offenen Krieg erklären. Ich hab so meine Vermutung, was von beidem noch weniger bringt.
 
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Natürlich kann man das sagen. Die Eliten haben schließlich nichts illegales gemacht und in einer Demokratie sind "Staat" und "Volk" nun einmal keine Gegensätze. Wenn die Mehrheit der Wähler nicht einsieht, dass Elitenförderung (privat wie wirtschaftlich) und sogenannte "Leistungsgerechtigkeit" dazu führt, dass es am unteren Ende der Gesellschaft vielen Leuten richtig dreckig geht, dann ist das eben nicht eine von einer Minderheit ausgehende "Unterdrückung".
Vieles davon war und ist illegal, es ist nur nicht Beweisbar. Oder zu schwer beweisbar. Oder die Prozesse werden eben blockiert. Halt auch genau das, was ich kritisiere. Es hat sich eben in vielen Demokratien eine gewisse Auslese an Menschen gebildet, die mehr und mehr anfangen ihre Macht auszubauen und gegen den Pöbel da unten zu sichern. Und ich denke da müssen wir in Deutschland schnellstens von wegkommen. Auch wenn außer einiger kleiner zaghafter Ansätze da noch nicht viel zu sehen ist in der Politik, egal welche Partei. Es wird ja lieber gefordert HartzIV zu kürzen statt einen Mindestlohn einzuführen.

Wenn man die Mehrheit ist: Eine weitere Partei gründen und es selbst ändern. Sollte einer Mehrheit ja nicht schwer fallen (wenn es möglich ist).
Wenn man eine Minderheit ist: Tjo. Man kann versuchen, nett zu sein und Vorteile rauszuhandeln. Oder man kann der Mehrheit den offenen Krieg erklären. Ich hab so meine Vermutung, was von beidem noch weniger bringt.
Ich rede ja über die oberen 10.000. Die anderen sind dann halt 90 Millionen abzüglich der paar Tausend, ist ne schlappe Mehrheit :ugly:
Man macht doch alles, um den Reichen die Lebne möglichst einfach zu machen und dem Rest möglichst schwer. Gehe ich als Angestellter arbeiten zahle ich einen Arsch voll an Steuern/Abgaben (Prozentzahlen hab ich ja schon genannt), macht man irgendwelche Finanztricks zahlt man legal fast nichts. Genau das gleiche mit Arbeiten vs. Erben. Das System ist einfach von vorne bis hinten darauf ausgelegt das Geld von Unten nach Oben zu transferieren. Leistungsträger? Kompletter Humbug.

Eigentlich bräuchte man gar nicht wählen gehen, mit einer Million Menschen, die jeder 10€ gibt, erreicht man mit Lobbyismus das dutzendfache an Erfolg als mit 20% besserne/schlechteren Wahlergebnissen :rolleyes:
 
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Ich rede ja über die oberen 10.000. Die anderen sind dann halt 90 Millionen abzüglich der paar Tausend, ist ne schlappe Mehrheit :ugly:
Man macht doch alles, um den Reichen die Lebne möglichst einfach zu machen und dem Rest möglichst schwer.

Nö, das nicht, die aktuelle Politik ist so ausgelegt, dass jeder es schaffen kann reich zu werden, sofern er sich nur gut genug anstrengt.
Das wird vermittelt.
"Bilde dich, erlerne einen Beruf oder schließe ein Studium ab, erwirtschafte etwas, dann bekommst du Anerkennung und Reichtum..."
Funktioniert immer noch in den USA, funktioniert in Westeuropa, funktioniert überall. ;)
 
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Nö, das nicht, die aktuelle Politik ist so ausgelegt, dass jeder es schaffen kann reich zu werden, sofern er sich nur gut genug anstrengt.
Das wird vermittelt.
Korrekt, wird vermittelt. Ist aber falsch. Darf nur keiner wissen, weil dann wärs endgültig vorbei ;)

Also machts mans der Mittelschicht einfach möglichst schwer in die Oberschicht zu kommen.
 
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Korrekt, wird vermittelt. Ist aber falsch. Darf nur keiner wissen, weil dann wärs endgültig vorbei ;)

Solange es die Mehrheit glaubt, funktioniert das System so. ;)

Ich will ja nicht wieder vom Thema abschweifen... :schief:
Aber wenn in den USA Leute, die keine Krankenversicherung haben, weil sie schlicht kein Geld dafür haben, sich bei Obama beschweren und es als Sozialismus bezeichnen, wenn er eine Krankenversicherung für alle einführen will, dann schlägst du schon die Hände vorm Kopf. :ugly:
 
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Solange es die Mehrheit glaubt, funktioniert das System so. ;)

Ich will ja nicht wieder vom Thema abschweifen... :schief:
Aber wenn in den USA Leute, die keine Krankenversicherung haben, weil sie schlicht kein Geld dafür haben, sich bei Obama beschweren und es als Sozialismus bezeichnen, wenn er eine Krankenversicherung für alle einführen will, dann schlägst du schon die Hände vorm Kopf. :ugly:

Ja schließlich will Obama ja, aber die Republikaner schmeißen das Geld lieber fürs Militär raus und blockieren die Gesundheitsreform.
Man hat auch anfang August gesehen, wie die Republikaner so drauf sind. Bis kurz vor knapp blockieren sie eine Einigung für die Erhöhung der Schuldengrenze. Schuld daran, die sogenannte Tea-Party Bewegung, die partout keine Steuererhöhungen möchte. Obama war dagegen sehr kompromissbereit und hat sogar Einschnitte im Sozialsystem hingenommen.

Ich perönlich glaube aber nicht, dass diese ganzen Unruhen allein aus der Unzufriedenheit dieser Mittel - und Unterschichten resultieren. Ich glaube eher, dass bei vielen die Hemmschwelle zur Gewalt nachgelassen hat, dass viele einfach darauf aus sind Gewalt anzuwenden, selbst wenn es dafür keinen Grund gibt. Viele suchen einfach Ärger, glauben sie wären cool oder sowas.
 
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Man sieht es an Berlin, inzwischen ist es zum Alltag geworden, dass immer irgendwo Krawalle gemacht wird.
In Berlin sind es meinst die linken Extremisten, wenn ich das richtig gelesen habe, in England weiß ich nicht genau, wo da die Mehrheit angesiedelt ist.
 
Das mit Berlin ist btw. nicht zwangsläufig auf die Linksextremen zurück zuführen, da noch keiner der Autozündler gefasst wurde.

Zumal die Statistiken zur linken/rechten Straftaten teilweise manipuliert werden.
 
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Vieles davon war und ist illegal, es ist nur nicht Beweisbar. Oder zu schwer beweisbar. Oder die Prozesse werden eben blockiert. Halt auch genau das, was ich kritisiere. Es hat sich eben in vielen Demokratien eine gewisse Auslese an Menschen gebildet, die mehr und mehr anfangen ihre Macht auszubauen und gegen den Pöbel da unten zu sichern. Und ich denke da müssen wir in Deutschland schnellstens von wegkommen. Auch wenn außer einiger kleiner zaghafter Ansätze da noch nicht viel zu sehen ist in der Politik, egal welche Partei. Es wird ja lieber gefordert HartzIV zu kürzen statt einen Mindestlohn einzuführen.

Kannst du mal ein (bevorzugtes britisches, um beim Thema zu bleiben) Beispiel nennen, wo dieser Prozess (dessen Existenz ich genauso sehe, wie du) auf rechtswiedrigem Wege direkt erreicht wird? Abgesehen von ein bißchen persönlicher Bereicherung auf Kosten aller (Steuerhinterziehung,...) wäre mir da nichts bekannt, erst recht keine direkte Unterdrückung. Alle Maßnahmen, die für das derzeitige System sorgen, laufen über die Politik, d.h. über von einer Wählermehrheit auf demokratischem Wege damit beauftrage Institution.

Ich rede ja über die oberen 10.000. Die anderen sind dann halt 90 Millionen abzüglich der paar Tausend, ist ne schlappe Mehrheit :ugly:

Also sorry, aber in Großbritannien sind garantiert nicht 99% der Bevölkerung abgehängt und auf der Straße und auch in Deutschland geht die Zahl derjenigen, die sich (oft zu Recht) nicht am Verliererende des Leistungssystem sehen, weit ins achstellige.

Das System ist einfach von vorne bis hinten darauf ausgelegt das Geld von Unten nach Oben zu transferieren.

Beim Wirtschaftssystem hast du recht, beim staatlichen System nicht. Das verteilt weiterhin von oben nach unten, wenn auch -insbesondere seit der jetzigen Regierung- zunehmend weniger. (und definitiv in vielen Punkten zu wenig, um die Wirkung des Wirtschaftssystems zu kompensieren)


Man sieht es an Berlin, inzwischen ist es zum Alltag geworden, dass immer irgendwo Krawalle gemacht wird.
In Berlin sind es meinst die linken Extremisten, wenn ich das richtig gelesen habe, in England weiß ich nicht genau, wo da die Mehrheit angesiedelt ist.

England hatte bislang afaik weder im linken noch rechten Ende sonderlich starken Extremismus, aber eine z.T. recht hohe Jugendkriminalität. Ich persönlich tippe somit nicht auf politisch motivierte/gerichtete Krawalle, sondern apolitische Randale die man bestenfalls als Angriff auf die Gesellschaft als solche sehen kann. Die im Vergleich zu anderen gewalttätigen Aktionen (1. Mai-Nacht, Griechenland, G8-Gipfel) extrem hohe Zahl von Plünderungen, Diebstählen und phyischen Angriffen auf Personen spricht imho dafür. Wenn hier überhaupt längerfristige Ziele und nicht nur Spaß an Chaos/Rache involviert sind, dann ist es die wort-wörtliche Eroberung der Straße von einem Bevölkerungsteil, der mit dem Fausrecht aufgewachsen ist, aber kein Bewusstsein für politische Richtungen hat.


Das mit Berlin ist btw. nicht zwangsläufig auf die Linksextremen zurück zuführen, da noch keiner der Autozündler gefasst wurde.

Zumal die Statistiken zur linken/rechten Straftaten teilweise manipuliert werden.

Es wurden schon Leute verhaftet und afaik auch -urteilt und ihnen wurden linksextreme Tendenzen nachgesagt.
Aber die links/rechts Einteilung im extremistischen ist eben wenig schlüssig, denn gewaltbereite Anarchisten haben z.T. mehr mit gewaltbereiten Rassisten gemeinsam, als mit pazifistischen Kommunisten oder Ökos bzw. letztere mit absolutistischen Nationalisten oder Monarchisten.
 
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@ruyven: Was dagegen, wenn wir das o.t.-Thema beenden? Ich denke unsere Standpunkte sind deulich geworden und auch nicht so weit von einander entfernt.

Um mal zum Thema zurück zu kommen:

4 Jahre Knast wegen Gründunge von Gruppen zur Aufruhr - passiert ist effektiv in beiden Fällen nix.

Das Strafmaß ist absolut gerechtfertigt, ich finde schon die reine Facebook-Nutzung sollte nicht unter 2 Jahrne bestraft werden :ugly:
 
Was man von einem Land zu halten hat, in dem der Justizminister harte (nicht angemessene/gerechte) Strafen fordert, ist wohl jedem selbst überlassen.
 
Ifosil schrieb:
gelesen? Na hoffendlich nicht inner Bild :schief:

Den Schwachsinn verbreitet auch SPON und die ganzen anderen sogennanten seriösen Zeitungen.
Gewalt geht in Berlin schön gleichmäßig von allen Gruppen aus.

Dabei beziehen Sie sich alle auf die Polizeistatistiken, ohne diese auch nur zu überprüfen. Da kann man sehr schön sehen woher die Zahlen kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Unruhen in Großbritanien

Den Schwachsinn verbreitet auch SPON und die ganzen anderen sogennanten seriösen Zeitungen.
Gewalt geht in Berlin schön gleichmäßig von allen Gruppen aus.
Es gab doch das herumreiten auf den massiv gestiegenen Zahlen der Polizeistatistik bei "linken" Extremisten im vergleich zu den Rechten. Bis sich herausgestellt hat, dass diese linken "Gewalttaten" zum Großteil Sachbeschädigung (Graffiti z.B.) waren, wärend es bei den Rechten Körperverletzung & Co war.

Kann man irgendwie nicht so 1:1 vergleichen :ugly:
 
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