AW: Türkei in die EU?
Ja, aber nur wenn Menschenrechte vor allem der Frauen auch auf dem Land eingehalten werden also keine Zwangsehen, "Ehren"morde und Unterdrückung durch Brüder oder Väter mehr.
Solange der Staat sich darum bemüht, geltendes Recht auch auf dem Land durchzusetzen, würden gelegentlich Verstöße imho nicht gegen einen Beitritt zur EU sprechen (volle Schengenmitgliedschaft wäre aber abzulehnen, bis die Kriminialitätsrate angemessen gesenkt wurde) und im Moment ist die türkische Gesetgebung in Bezug auf Geschlechtergleichberechtigung gar nicht mal so weit von "ok" entfernt.
Die Baustellen sind imho ganz andere:
- Stellung von Minderheiten (Kurdenproblematik)
- Religionsfreiheit (fehlende Anerkennung alternativer Kirchen/Religionsgemeinschaften neben der islamische Staatskirche)
- Lebens- und Bildungsstandard (imho sind die Niveauunterschiede innerhalb der EU schon heute bedenklich und weitere Kapazitäten, um neue Beitrittsländer auf das Niveau der alten Mitglieder zu heben, existieren einfach nicht. Das ist aber kein Türkei spezifischer Einwand, der richtet sich gegen jegliche Erweiterung außer Island, Schweiz und Norwegen)
und vor allem:
- Nationalismus. radikaler, gemeingefährlicher Nationalismus. Ich sehe keine prinzipiellen kulturellen Probleme mit der Integration muslimisch geprägter Staaten in die EU-Gemeinschaft von Staaten mit überwiegend christlicher Vergangenheit. Aber eine Türkei, in der "Beleidigung des Türkentums" eines der schlimmsten Vergehen ist, hat imho ein ganz und gar nicht historisches, aber überaus fundamentales Problem mit den Grundwerten unserer Gesellschaft.
(hab mal "Ja, wenn..." angekreuzt, da "Nein, nie" imho ein abschließende Beurteilung darstellt, wie sie nur bei grundlengdem Hass gegenüber allem Fremden angemessen ist - aber "Noch lange nicht" wäre mir als Option deutlich lieber gewesen)
Deutschland überaltert, also braucht es händeringend junge Menschen. Vom Fachkräftemangel ganz zu schweigen. Und wie viele Ehrenmorde gibt es? Es gibt auch in Deutschland Beziehungstaten, und auch haben radikale Gläubige, (Christen Juden, Muslime und alle anderen auch) eh keine Daseinsberechtigung und gehören eingesperrt, ich meine auch radikale Christen wie z.b. den Ku-Klux-Klan (ok den gibts in D nicht aber nur als Bsp.)
Es geht nicht nur um Ehrenmorde und Beziehungstaten (imho am allerwenigsten), aber im ländlichen Anatolien ist das Konzept der Blutrache keinesweg vergessen.