Musik höre ich schon lange, höre gerne Musik, bin aber kein Profi, der Musik und Klang von mehreren Aspekten her beurteilen kann – bezeichnen wir mich doch einfach als audiophilen Amateur. Vor einem dreiviertel Jahr kaufte ich mir etwas besser Kopfhörer: die K 530 von AKG. Ich betrieb sie einige Zeit lang an der integrierten Soundlösung meines Mainboards. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, der Musik würde etwas fehlen oder sie könnte besser klingen. Jetzt habe ich mir eine X-Fi Bravura zugelegt, in der Hoffnung damit glücklich zu werden. Ob es geklappt hat und was besser wurde erfahrt ihr in meinem kleinen Test zu der Karte. Viel Spaß.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Vorstellung des Testsystems
__Die X-Fi Bravura 7.1
__Der Kontrahent – VIA VT1708S
__Kopfhörer - AKG K 530
__Der Tester
__Über den Test
Der Test
__Musik
__Filme
Fazit
Inhalt
Vielleicht stehst du vor dem gleichen „Problem“ wie ich, oder denkst aus einem anderen Grund über den Kauf einer Soundkarte nach. Um dir zu helfen und ein kleinen Eindruck zu verschaffen, soll sich dieser Test mit folgenden Fragen beschäftigen:
Vorstellung des Testsystems
Die X-Fi Bravura 7.1
Die Verpackung ist edel und macht sofort einen guten Eindruck. Den inneren Karton schiebt man einfach aus der Hülle.
Klappt man den Deckel des inneren Kartons hoch, schaut einen die Soundkarte schon aus ihrer ESD-Schutzhülle heraus an.
Im Karton befinden sich die Karte, eine Scheibe und eine Überwurfmutter für den 6,3mm-Anschluss, eine Schnellinstallationsanleitung in mehreren Sprachen, die Treiber-CD, ein paar Aufkleber um Lackschäden auf dem Computergehäuse zu tuschieren, ein Adapter von 3,5mm auf 6,3mm-Klinke, eine optisches Koaxialkabel und noch der Adapter dazu. Die Scheibe und die Überwurfmutter werden auf den Anschluss gedreht, nachdem die Karte im PC eingebaut wurde, da sie sonst nicht durch den Spalt der Erweiterungsslots passen würde.
Die Soundkarte ist 147mm lang und 106mm hoch. Die Platine wurde matt schwarz lackiert, viele Elemente sind vergoldet und das Layout ist sehr aufgeräumt – ein echter Hingucker.
Über den PCIe x1 Anschluss wird die Bravura mit dem Mainboard verbunden. Auf der rechten Seite sieht man den X-Fi-Chip und oberhalb davon sind interne Anschlüsse für Front-Panel-Audio (Intel HD Audio 10-1 Pin connector) und SPDIF (Multi S/PDIF I/O interface 8-1 pin connector). An der oberen Kante befinden sich zwei Taster, mit denen Voreinstellungen zum verwendeten Mikrofon und Kopfhörer ausgewählt werden können. Das gewählte „Set“ wird über die daneben liegenden LEDs angezeigt. Links neben dem „Bravura 7.1“-Schriftzug hat Auzentech ein „X-Fi“ Logo auf die Platine gedruckt, das von hinten rot pulsierend beleuchtet wird. Unterhalb sind sehr schön die in Reih und Glied angeordneten Operationsverstärker (OP) zu sehen. Der 8-Kanal-Surround-Sound wird von den unteren vieren verstärkt, der fünfte OP kümmert sich um das Stereosignal für den Kopfhörerausgang *. In grün gekleidet sind noch acht Kondensatoren, die typisch für Auzentech-Soundkarten sind. Unter der goldenen Abdeckung verstecken sich die Anschlüsse – nur der 6,35mm-Anschluss ragt zu beiden Seiten etwas heraus.
* Nicht für alle Kanäle wurden die gleichen OPs verwendet: Side und Rear sind mit je einem 55320D, Front und Center/Bass mit je einem 4580D und der KHV mit einem LME49720NA bestückt. Alle OPs stecken in Sockeln, wodurch es möglich ist, die Operationsverstärker gegen andere Modelle auszutauschen, um die Klangcharakteristik der Karte an die eigenen Vorlieben anzupassen. Der Hersteller bietet auf seiner Webseite mehrere OPs an, beginnend bei 25$ pro Stück (LME…) bis hin zu fast dem zehnfachen Preis (OPA…). OPs mit dem Namensschema 55320D oder 4580D werden gar nicht angeboten, worauf sich jeder seinen eigenen Reim machen darf. Dieser Fakt sollte für den Vergleich des Kopfhörerverstärkers mit dem Front-Kanal im Hinterkopf behalten werden. Der Grund, dass nicht die hochwertigsten OPs in der Standardkonfiguration verwendet werden, liegt darin, die Karte auch für Einsteiger wie mich preislich attraktiv zu halten. Andererseits ist Individualisierung ja möglich.
Links ist der Mikrofoneingang (auch für Line-in), dem über die Taster ein Vorverstärker zugeschaltet werden kann. Es folgt der 6,35mm-Anschluss für Kopfhörer und die vier 3,5mm-Buchsen für Raumklang. Nicht zu vergessen ist der digitale Ausgang, an den entweder über ein Koaxialkabel oder über das beigelegte optische TOSLINK ein passendes Gerät angeschlossen werden kann.
Mit den beiden Tastern kann die Charakteristik des Mikrifoneingangs sowie des Kopfhörerausgangs und des normalen Ausgangs verändert werden.
Mit dem Taster "Mode 0" zappt man die sechs Set´s für das Mikrofon durch. Auf der Webseite von Auzentech findet sich dazu folgende Tabelle:
Benutzt man das Mikrofon am Headset, das eine niedrige Empfindlichkeit hat, wählt man Set 2 aus.Taster "Mode 1" ist für die Ausgänge zuständig. Für den Kopfhörerausgang sind die vier Set´s wie folgt belegt:
Ich besitze die K 530 von AKG (siehe unten), die als "Hi-Fi-Headphones" eingestuft werden können. Das passende Set ist Nummer 4. Set 1 ist aber auch problemlos möglich - für mich ist kein Unterschied zwischen dem "smooth"- und dem "sharp"-Filter wahrnehmbar Werden die normalen Ausgänge verwendet, gibt es nur drei Konfigurationen:
Für den "Performance Sound" ist Set 1 zuständig, welches auch mit Taster "Mode 1" ausgewählt wird. Für "Comport Sound" sind Set 2 oder Set 3 (beide identisch) auszuwählen, für "Multichannel Movie" Set 4.
Hier sind noch ein paar Detailaufnahmen der Karte.
Technische Daten
Samplingrate
Der Kontrahent – VIA VT1708S
Dieser Chip ist die Onboard-Soundlösung meines Mainboards Asus M4A785T-M. Alle nötigen Bauteile sind in den kleinen Chip integriert. Wie bei der Bravura gibt es 8-Kanal-Surround-Sound, einen optischen digitalen Ausgang und einen Mikrofoneingang. Laut der Via-Webseite verfügt der Winzling sogar über einen „Built in High Quality Headphone Amplifier“. Intern können noch Front Panel Audio und ein SPDIF angeschlossen werden. Auch die Wiedergabe mit 192kHz bei 24bit ist möglich. Klingt…pardon, liest sich wie bei der Bravura. Die Unterschiede wird der Test aufzeigen.
Kopfhörer - AKG K 530
Trotz des geringen Preises ist dieser Kopfhörer sehr gut. Er kann Frequenzen von 17Hz bis 27kHz darstellen, welche zu beiden Seiten hin die menschliche Hörschwelle überschreiten. Die Bandbreite von Lautsprechern wird ebenfalls bei weitem übertroffen. Somit eignet er sich gut für einen Soundtest. Die Impedanz liegt bei niedrigen 55Ohm, woraus sich besondere Herausforderungen an das Wiedergabegerät ergeben.
Der K 530 ist mit 245g Gewicht angenehm leicht und der mittlere Anpressdruck sorgt für einen hohen Tragekomfort bei gleichzeitig festem Sitz des Kopfhörers. Erst nach mehreren Stunden ununterbrochenen Tragens kann er drücken und unangenehm werden. Das Ohr wird von den Polstern komplett umschlossen. Das Kabel ist mit 3m sehr lang und auch dicker als gewöhnliche Kabel. Der 3,5mm Anschluss kann mit einem schraubbarem Adapter auf 6,3mm angepasst werden.
Der Tester
Wie schon in der Einleitung geschrieben, habe ich mit Soundtests keine Erfahrung und auch keine Referenz. Vielleicht bist du als Leser auch so ein „Amateur“. Deshalb versuche ich dir die Unterschiede zwischen Onboard-Sound und der Bravura unkompliziert und nachvollziehbar darzustellen und zu erklären, was du dir von der Karte erhoffen kannst. Ansonsten bin ich noch subjektiv, stereo und funktioniere nur zwischen 20Hz und 19kHz (geschätzt).
Über den Test
Der Kopfhörer wird sowohl am Onboard-Anschluss und am KHV, als auch am Front-Kanal der Bravura 7.1 getestet. Letzteres dient dazu, den Unterschied des KHV zum normalen Soundausgang herauszufinden. Raumklang wird wegen fehlendem Equipment nicht getestet.
Getestet wird mit Musik aus verschiedenen Genres, ebenso werde ich mir ein paar Filme anschauen. Spiele reiche ich zu gegebener Zeit nach.
Auf meinem PC habe ich Windows 7 installiert und verwende den mitgelieferten Windows Media Player 12 zum Abspielen der Musik und der Filme. Im Treiber der Karte wurden die Optionen „Crystalizer“ und „CMSS 3D“ deaktiviert um unverfälschten Klang zu erhalten. Auch am Equalizer wurden keinerlei Einstellungen vorgenommen. Mit dem Taster "Mode 1" auf der Karte wurde Set 1 ("Professional Headphone" und zugleich "Performance Sound") ausgewählt.
Der Test
Musik
Linkin Park – Lying From You (Album: Meteora): Am KHV angeschlossen, ist der Klang sehr klar und die einzelnen Instrumente kann man sehr schön voneinander unterscheiden. Es wiederholt sich immer wieder ein Bass-Doppelschlag, der mit einer sehr niedrigen Frequenz ausschwingt. Der Bass ist in momentaner Konfiguration kräftig und das leise Brummen sehr gut wahrnehmbar. Wechselt man auf den Onboardsound, ist der Doppelschlag nur noch dumpf zu vernehmen, der niederfrequente Teil wird ganz weggelassen. Auch die Brillanz vermisse ich. Diese lässt sich am Front-Kanal wieder blicken und bringt auch den Bass mit. An den KHV reicht die erbrachte Leistung nicht ganz heran, aber macht schon einen deutlichen Unterschied zu der Lösung von Via.
Celldweller – Ursa Minor Electron Mix: Das Lied verwendet zum einen sehr tiefe Töne als auch hochfrequente Geräusche. Der Kopfhörerverstärker hat damit keine Probleme und es macht Spaß zuzuhören. Der normale Ausgang der Bravura liefert eine fast genauso gute Vorstellung ab. Lediglich die ganz niedrigen Töne sind nicht möglich und werden leider verstümmelt. Mittel- und Hochtonbereich werden vom Onboard-Sound noch recht gut wiedergegeben, auch wenn alles etwas dumpf klingt. Aus dem Tieftonbereich dringt nicht viel an mein Ohr – der Musik geht dadurch sehr viel Stimmung verloren.
Sarah Brendel – Into Another Land: Tolle Musik – Gitarre, Tuba, Schellen, die schöne Stimme von Sarah und es gibt viel im Hintergrund zu entdecken. Von der musikalischen Qualität her betrachtet wahrscheinlich meine beste Scheibe. Die Unterschiede an den unterschiedlichen Ausgängen sind nicht groß (jedenfalls für mich). Die Bravura bringt allgemein frischeren Klang und der KHV liefert mal wieder den besten Bass. Die Musik ist auf allen dreien hör- und genießbar.
As I Lay Dying – Condemned: Der Front-Ausgang der Bravura legt eine gute Darbietung vor. Der Klang ist klar und es ist Kraft dahinter. Nur die sehr niedrigen Frequenzen sind als Wummern im Hintergrund zu vernehmen. Die Onboard-Lösung schneidet einfach alles unterhalb einer bestimmten Schwelle ab. Zwar fehlt jetzt etwas, aber es klingt nicht so schlecht. Höhen und Mitten werden auf ähnlichem Niveau gebracht, aber es fehlt einfach der Druck hinter allem. Am Kopfhörerverstärker klingt es mal wieder am besten.
Filme
Herr der Ringe – Die Gefährten: Diesen Film habe ich wegen der orchestralen Musik ausgewählt. Die Soundlösung von Auzentech kann sich nicht so recht vom Onboard-Sound ablösen. Das liegt daran, dass der Film sich nur selten in den Tieftonbereich geht. Kleine Unterschiede sind vorhanden, aber nichts Weltbewegendes.
Blood Diamond: Ein zweiter Hochkaräter im Test; und zwar sprichwörtlich. Dieser Film wurde unter anderem für den Besten Tonschnitt und den Besten Ton bei den Oscar-Verleihungen nominiert. Man wird schnell in den Bann des Filmes gezogen – nicht zuletzt wegen der stimmungsvollen Musik und den Geräuschen, die einen ganz nah ans Geschehen heranbringen. Während der VT1708 die Stimmung nicht so recht rüberbringen kann, überzeugt die Bravura auf beiden Kanälen. Ein tiefgehender kräftiger Bass, klare Wiedergabe und auch die leisen Töne werden detailliert dargestellt. Ein Genuss.
Fazit
Wer über einen etwas hochwertigeren Kopfhörer verfügt, oder plant sich einen solchen anzuschaffen, kann mit dieser Karte das Klangerlebnis verbessern. Allerdings sollte man schon etwas Feinhörigkeit und Verständnis für diese Sache mitbringen, denn die Unterschiede sind nicht immer herausstechend. Der Kopfhörerverstärker ist dabei der größte Pluspunkt, da nur durch ihn das ganze Frequenzspektrum bis zu den Ohren vordringt (sofern der Kopfhörer nicht limitiert). Doch auch der normale Frontkanal bringt einen besseren Klang als Onboardsound. Wer über die Kosten von 90 bis 100€ hinwegsehen kann, wird hier seinen Spaß schon haben.
Ob diese Karte auch für Hardcore-Audiophile gut genug ist, kann ich nicht beurteilen. Auzentech bietet aber die Möglichkeit, noch jede Menge Geld hineinzustecken, um zu erreichen, wonach man sucht. Bitte fragt doch dazu die passenden Leute und informiert euch an den richtigen Stellen.
Sollten die Kopfhörer tiefe Töne nicht wiedergeben können, bringt die Bravura fast keinen Vorteil. Der Onboard-Sound bringt die Mitten und Höhen auf ziemlich identischem Niveau wie die Karte. Nur die tiefen Frequenzen bleiben ersterem versagt. Die Bravura wird auf schlechten Kopfhörern nichts verbessern können – zuerst in Kopfhörer investieren
Ausblick
Dieser Test ist nur mit Kopfhörern und nur Musik und Film nicht sehr umfassend. Sofern ich Zeit habe, möchte ich dies durch weitere Tests ändern. Ich plane noch ein 2.1-System zu testen, ein zwei Filme mit hineinzubringen und irgendwann auch Spiele zu beurteilen.
Ich würde mich über Kritik, Anregungen, Verbesserung, aber auch über Lob und Dank freuen.
Änderungsliste:
14.10.2010: Erstellung
15.10.2010: Erklärung der zwei Taster auf der Karte hinzugefügt
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Vorstellung des Testsystems
__Die X-Fi Bravura 7.1
__Der Kontrahent – VIA VT1708S
__Kopfhörer - AKG K 530
__Der Tester
__Über den Test
Der Test
__Musik
__Filme
Fazit
Inhalt
Vielleicht stehst du vor dem gleichen „Problem“ wie ich, oder denkst aus einem anderen Grund über den Kauf einer Soundkarte nach. Um dir zu helfen und ein kleinen Eindruck zu verschaffen, soll sich dieser Test mit folgenden Fragen beschäftigen:
- Lohnt es sich, dem Onboard-Sound den Rücken zu kehren?
- Für wen ist die Bravura geeignet?
- Was bringt der Kopfhörerverstärker (KHV), der sich auf der Karte befindet?
Vorstellung des Testsystems
Die X-Fi Bravura 7.1
Die Verpackung ist edel und macht sofort einen guten Eindruck. Den inneren Karton schiebt man einfach aus der Hülle.
Klappt man den Deckel des inneren Kartons hoch, schaut einen die Soundkarte schon aus ihrer ESD-Schutzhülle heraus an.
Im Karton befinden sich die Karte, eine Scheibe und eine Überwurfmutter für den 6,3mm-Anschluss, eine Schnellinstallationsanleitung in mehreren Sprachen, die Treiber-CD, ein paar Aufkleber um Lackschäden auf dem Computergehäuse zu tuschieren, ein Adapter von 3,5mm auf 6,3mm-Klinke, eine optisches Koaxialkabel und noch der Adapter dazu. Die Scheibe und die Überwurfmutter werden auf den Anschluss gedreht, nachdem die Karte im PC eingebaut wurde, da sie sonst nicht durch den Spalt der Erweiterungsslots passen würde.
Die Soundkarte ist 147mm lang und 106mm hoch. Die Platine wurde matt schwarz lackiert, viele Elemente sind vergoldet und das Layout ist sehr aufgeräumt – ein echter Hingucker.
Über den PCIe x1 Anschluss wird die Bravura mit dem Mainboard verbunden. Auf der rechten Seite sieht man den X-Fi-Chip und oberhalb davon sind interne Anschlüsse für Front-Panel-Audio (Intel HD Audio 10-1 Pin connector) und SPDIF (Multi S/PDIF I/O interface 8-1 pin connector). An der oberen Kante befinden sich zwei Taster, mit denen Voreinstellungen zum verwendeten Mikrofon und Kopfhörer ausgewählt werden können. Das gewählte „Set“ wird über die daneben liegenden LEDs angezeigt. Links neben dem „Bravura 7.1“-Schriftzug hat Auzentech ein „X-Fi“ Logo auf die Platine gedruckt, das von hinten rot pulsierend beleuchtet wird. Unterhalb sind sehr schön die in Reih und Glied angeordneten Operationsverstärker (OP) zu sehen. Der 8-Kanal-Surround-Sound wird von den unteren vieren verstärkt, der fünfte OP kümmert sich um das Stereosignal für den Kopfhörerausgang *. In grün gekleidet sind noch acht Kondensatoren, die typisch für Auzentech-Soundkarten sind. Unter der goldenen Abdeckung verstecken sich die Anschlüsse – nur der 6,35mm-Anschluss ragt zu beiden Seiten etwas heraus.
* Nicht für alle Kanäle wurden die gleichen OPs verwendet: Side und Rear sind mit je einem 55320D, Front und Center/Bass mit je einem 4580D und der KHV mit einem LME49720NA bestückt. Alle OPs stecken in Sockeln, wodurch es möglich ist, die Operationsverstärker gegen andere Modelle auszutauschen, um die Klangcharakteristik der Karte an die eigenen Vorlieben anzupassen. Der Hersteller bietet auf seiner Webseite mehrere OPs an, beginnend bei 25$ pro Stück (LME…) bis hin zu fast dem zehnfachen Preis (OPA…). OPs mit dem Namensschema 55320D oder 4580D werden gar nicht angeboten, worauf sich jeder seinen eigenen Reim machen darf. Dieser Fakt sollte für den Vergleich des Kopfhörerverstärkers mit dem Front-Kanal im Hinterkopf behalten werden. Der Grund, dass nicht die hochwertigsten OPs in der Standardkonfiguration verwendet werden, liegt darin, die Karte auch für Einsteiger wie mich preislich attraktiv zu halten. Andererseits ist Individualisierung ja möglich.
Links ist der Mikrofoneingang (auch für Line-in), dem über die Taster ein Vorverstärker zugeschaltet werden kann. Es folgt der 6,35mm-Anschluss für Kopfhörer und die vier 3,5mm-Buchsen für Raumklang. Nicht zu vergessen ist der digitale Ausgang, an den entweder über ein Koaxialkabel oder über das beigelegte optische TOSLINK ein passendes Gerät angeschlossen werden kann.
Mit den beiden Tastern kann die Charakteristik des Mikrifoneingangs sowie des Kopfhörerausgangs und des normalen Ausgangs verändert werden.
Mit dem Taster "Mode 0" zappt man die sechs Set´s für das Mikrofon durch. Auf der Webseite von Auzentech findet sich dazu folgende Tabelle:
Benutzt man das Mikrofon am Headset, das eine niedrige Empfindlichkeit hat, wählt man Set 2 aus.Taster "Mode 1" ist für die Ausgänge zuständig. Für den Kopfhörerausgang sind die vier Set´s wie folgt belegt:
Ich besitze die K 530 von AKG (siehe unten), die als "Hi-Fi-Headphones" eingestuft werden können. Das passende Set ist Nummer 4. Set 1 ist aber auch problemlos möglich - für mich ist kein Unterschied zwischen dem "smooth"- und dem "sharp"-Filter wahrnehmbar Werden die normalen Ausgänge verwendet, gibt es nur drei Konfigurationen:
Für den "Performance Sound" ist Set 1 zuständig, welches auch mit Taster "Mode 1" ausgewählt wird. Für "Comport Sound" sind Set 2 oder Set 3 (beide identisch) auszuwählen, für "Multichannel Movie" Set 4.
Hier sind noch ein paar Detailaufnahmen der Karte.
Samplingrate
- Surround Sound: bis zu 96kHz bei 24bit
- Kopfhörer: bis zu 192kHz bei 24bit
- Aufnahme: bis zu 96kHz bei 24bit
- 10Hz to 22kHz, +/-0.02 dB @ 48kHz
- 10Hz to 42kHz, +/-0.02 dB @ 96kHz
- 10Hz to 94kHz, +/-3dB @ 192kHz(Headphone)
- Kopfhörerausgang: 16 bis ~600 Ohm
- Lautsprecherausgang: 150 Ohm
- Line-Eingang: 10 kOhm
Der Kontrahent – VIA VT1708S
Dieser Chip ist die Onboard-Soundlösung meines Mainboards Asus M4A785T-M. Alle nötigen Bauteile sind in den kleinen Chip integriert. Wie bei der Bravura gibt es 8-Kanal-Surround-Sound, einen optischen digitalen Ausgang und einen Mikrofoneingang. Laut der Via-Webseite verfügt der Winzling sogar über einen „Built in High Quality Headphone Amplifier“. Intern können noch Front Panel Audio und ein SPDIF angeschlossen werden. Auch die Wiedergabe mit 192kHz bei 24bit ist möglich. Klingt…pardon, liest sich wie bei der Bravura. Die Unterschiede wird der Test aufzeigen.
Kopfhörer - AKG K 530
Trotz des geringen Preises ist dieser Kopfhörer sehr gut. Er kann Frequenzen von 17Hz bis 27kHz darstellen, welche zu beiden Seiten hin die menschliche Hörschwelle überschreiten. Die Bandbreite von Lautsprechern wird ebenfalls bei weitem übertroffen. Somit eignet er sich gut für einen Soundtest. Die Impedanz liegt bei niedrigen 55Ohm, woraus sich besondere Herausforderungen an das Wiedergabegerät ergeben.
Der K 530 ist mit 245g Gewicht angenehm leicht und der mittlere Anpressdruck sorgt für einen hohen Tragekomfort bei gleichzeitig festem Sitz des Kopfhörers. Erst nach mehreren Stunden ununterbrochenen Tragens kann er drücken und unangenehm werden. Das Ohr wird von den Polstern komplett umschlossen. Das Kabel ist mit 3m sehr lang und auch dicker als gewöhnliche Kabel. Der 3,5mm Anschluss kann mit einem schraubbarem Adapter auf 6,3mm angepasst werden.
Der Tester
Wie schon in der Einleitung geschrieben, habe ich mit Soundtests keine Erfahrung und auch keine Referenz. Vielleicht bist du als Leser auch so ein „Amateur“. Deshalb versuche ich dir die Unterschiede zwischen Onboard-Sound und der Bravura unkompliziert und nachvollziehbar darzustellen und zu erklären, was du dir von der Karte erhoffen kannst. Ansonsten bin ich noch subjektiv, stereo und funktioniere nur zwischen 20Hz und 19kHz (geschätzt).
Über den Test
Der Kopfhörer wird sowohl am Onboard-Anschluss und am KHV, als auch am Front-Kanal der Bravura 7.1 getestet. Letzteres dient dazu, den Unterschied des KHV zum normalen Soundausgang herauszufinden. Raumklang wird wegen fehlendem Equipment nicht getestet.
Getestet wird mit Musik aus verschiedenen Genres, ebenso werde ich mir ein paar Filme anschauen. Spiele reiche ich zu gegebener Zeit nach.
Auf meinem PC habe ich Windows 7 installiert und verwende den mitgelieferten Windows Media Player 12 zum Abspielen der Musik und der Filme. Im Treiber der Karte wurden die Optionen „Crystalizer“ und „CMSS 3D“ deaktiviert um unverfälschten Klang zu erhalten. Auch am Equalizer wurden keinerlei Einstellungen vorgenommen. Mit dem Taster "Mode 1" auf der Karte wurde Set 1 ("Professional Headphone" und zugleich "Performance Sound") ausgewählt.
Der Test
Musik
Linkin Park – Lying From You (Album: Meteora): Am KHV angeschlossen, ist der Klang sehr klar und die einzelnen Instrumente kann man sehr schön voneinander unterscheiden. Es wiederholt sich immer wieder ein Bass-Doppelschlag, der mit einer sehr niedrigen Frequenz ausschwingt. Der Bass ist in momentaner Konfiguration kräftig und das leise Brummen sehr gut wahrnehmbar. Wechselt man auf den Onboardsound, ist der Doppelschlag nur noch dumpf zu vernehmen, der niederfrequente Teil wird ganz weggelassen. Auch die Brillanz vermisse ich. Diese lässt sich am Front-Kanal wieder blicken und bringt auch den Bass mit. An den KHV reicht die erbrachte Leistung nicht ganz heran, aber macht schon einen deutlichen Unterschied zu der Lösung von Via.
Celldweller – Ursa Minor Electron Mix: Das Lied verwendet zum einen sehr tiefe Töne als auch hochfrequente Geräusche. Der Kopfhörerverstärker hat damit keine Probleme und es macht Spaß zuzuhören. Der normale Ausgang der Bravura liefert eine fast genauso gute Vorstellung ab. Lediglich die ganz niedrigen Töne sind nicht möglich und werden leider verstümmelt. Mittel- und Hochtonbereich werden vom Onboard-Sound noch recht gut wiedergegeben, auch wenn alles etwas dumpf klingt. Aus dem Tieftonbereich dringt nicht viel an mein Ohr – der Musik geht dadurch sehr viel Stimmung verloren.
Sarah Brendel – Into Another Land: Tolle Musik – Gitarre, Tuba, Schellen, die schöne Stimme von Sarah und es gibt viel im Hintergrund zu entdecken. Von der musikalischen Qualität her betrachtet wahrscheinlich meine beste Scheibe. Die Unterschiede an den unterschiedlichen Ausgängen sind nicht groß (jedenfalls für mich). Die Bravura bringt allgemein frischeren Klang und der KHV liefert mal wieder den besten Bass. Die Musik ist auf allen dreien hör- und genießbar.
As I Lay Dying – Condemned: Der Front-Ausgang der Bravura legt eine gute Darbietung vor. Der Klang ist klar und es ist Kraft dahinter. Nur die sehr niedrigen Frequenzen sind als Wummern im Hintergrund zu vernehmen. Die Onboard-Lösung schneidet einfach alles unterhalb einer bestimmten Schwelle ab. Zwar fehlt jetzt etwas, aber es klingt nicht so schlecht. Höhen und Mitten werden auf ähnlichem Niveau gebracht, aber es fehlt einfach der Druck hinter allem. Am Kopfhörerverstärker klingt es mal wieder am besten.
Filme
Herr der Ringe – Die Gefährten: Diesen Film habe ich wegen der orchestralen Musik ausgewählt. Die Soundlösung von Auzentech kann sich nicht so recht vom Onboard-Sound ablösen. Das liegt daran, dass der Film sich nur selten in den Tieftonbereich geht. Kleine Unterschiede sind vorhanden, aber nichts Weltbewegendes.
Blood Diamond: Ein zweiter Hochkaräter im Test; und zwar sprichwörtlich. Dieser Film wurde unter anderem für den Besten Tonschnitt und den Besten Ton bei den Oscar-Verleihungen nominiert. Man wird schnell in den Bann des Filmes gezogen – nicht zuletzt wegen der stimmungsvollen Musik und den Geräuschen, die einen ganz nah ans Geschehen heranbringen. Während der VT1708 die Stimmung nicht so recht rüberbringen kann, überzeugt die Bravura auf beiden Kanälen. Ein tiefgehender kräftiger Bass, klare Wiedergabe und auch die leisen Töne werden detailliert dargestellt. Ein Genuss.
Fazit
Wer über einen etwas hochwertigeren Kopfhörer verfügt, oder plant sich einen solchen anzuschaffen, kann mit dieser Karte das Klangerlebnis verbessern. Allerdings sollte man schon etwas Feinhörigkeit und Verständnis für diese Sache mitbringen, denn die Unterschiede sind nicht immer herausstechend. Der Kopfhörerverstärker ist dabei der größte Pluspunkt, da nur durch ihn das ganze Frequenzspektrum bis zu den Ohren vordringt (sofern der Kopfhörer nicht limitiert). Doch auch der normale Frontkanal bringt einen besseren Klang als Onboardsound. Wer über die Kosten von 90 bis 100€ hinwegsehen kann, wird hier seinen Spaß schon haben.
Ob diese Karte auch für Hardcore-Audiophile gut genug ist, kann ich nicht beurteilen. Auzentech bietet aber die Möglichkeit, noch jede Menge Geld hineinzustecken, um zu erreichen, wonach man sucht. Bitte fragt doch dazu die passenden Leute und informiert euch an den richtigen Stellen.
Sollten die Kopfhörer tiefe Töne nicht wiedergeben können, bringt die Bravura fast keinen Vorteil. Der Onboard-Sound bringt die Mitten und Höhen auf ziemlich identischem Niveau wie die Karte. Nur die tiefen Frequenzen bleiben ersterem versagt. Die Bravura wird auf schlechten Kopfhörern nichts verbessern können – zuerst in Kopfhörer investieren
Ausblick
Dieser Test ist nur mit Kopfhörern und nur Musik und Film nicht sehr umfassend. Sofern ich Zeit habe, möchte ich dies durch weitere Tests ändern. Ich plane noch ein 2.1-System zu testen, ein zwei Filme mit hineinzubringen und irgendwann auch Spiele zu beurteilen.
Ich würde mich über Kritik, Anregungen, Verbesserung, aber auch über Lob und Dank freuen.
Änderungsliste:
14.10.2010: Erstellung
15.10.2010: Erklärung der zwei Taster auf der Karte hinzugefügt
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. Viel Spaß noch mit der Karte, ich fand die auch recht überzeugend
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