Die Aussage der Studie geht schon in die richtige Richtung:
Menschen, die musikalisch betrachtet nicht das fressen, was auf den Tisch kommt, sondern
in Eigenregie ihren persönlichen Weg durch die Musikwelt entdecken, entwickeln eine Beziehung
zu Musik. Und diese ist Grundlage für die Anerkennung des Wertes von Musik.
Jene Personengruppen bringen in einem erheblichen Ausmaß die Bereitschaft auf, den Künstler
für sein Werk zu vergüten und grundsätzlich dafür Geld auszugeben. Ich hab' beispielsweise innerhalb
nur eines Quartals vor 3 Jahren 500 € nur für CDs ausgegeben - allesamt Schmuckstücke für mich,
die angesichts ihrer horrenden Preise beim Otto-Normalverbraucher nur für Kopfschütteln sorgen
würden, aber mir war es das wert !
Die Sache ist aber auch die, das gerade anhand dieser Personengruppe deutlich wird, wie überflüssig
die Musikindustrie ist: Die Künstler gehören vergütet, nicht Dritte ! Den Künstlern steht annähernd
100%ige Vergütung zu, und nicht nur 10 % ! In diesem System werden Künstler ausgebeutet und
erfahren nicht das, was ihnen zusteht. Sowas will man nicht unterstützten.
Erst recht nicht, wenn man
von jenem fünften Rad am Wagen - der Musikindustrie - verteufelt und über Umwege in seinen
Rechten (Privatkopie) erheblich eingeschränkt wird.
Früher hatte die Musikindustrie ihre Daseinsberechtigung durch den Vertrieb, aber da gab's ja auch noch
kein Internet. Die heutigen Möglichkeiten zum Eigenvertrieb machen die Musikindustrie zum Opfer des
Strukturwandels und angesichts dessen, wie aggressiv und destruktiv sich die Musikindustrie dagegen
wehrt und wie sehr das Monopol der Musikindustrie mit ihrem Herr von Konserven-Popsternchen die
kulturelle Entwicklung der Musik unterdrückt, kann man wirklich nur noch sagen:
"Je schneller, desto besser."
Was heute gefragt ist, ist der Mut zu neuen Geschäftsmodellen.
Mein Favorit wäre das
Gema 2.0-Konzept, weil es das ermöglicht, was mir persönlich am liebsten wäre:
Dem Künstler persönlich über ein Künstler-Portal direkt einen Betrag meiner Wahl online überweisen - und
das vollkommen unverbindlich und zeitlich unabhängig vom Erwerb seines Werkes; kurz: Auf freiwilliger Basis
wie eine Spende.