Ich denke die Motive der in der Studie Befragten unterscheiden sich doch stark. Früher ist man in einen Plattenladen/etc und hat eine Scheibe probegehört oder ist im Radio darauf aufmerksam geworden. Heute wird im Radio aber nur noch ein recht geringer Anteil Mainstream gespielt (vereinzelte Lückenfüller mit Klassik, Techno, ... gibt es natürlich).
Folglich verstehe ich es, wenn jemand seine Käufe nicht zu 50% blind tätigen will und erst nach dem Reinhören den "in den Warenkorb"-Button klickt. Amazon bietet hier eine sinnvolle Funktion, doch die eine Minute deckt meist nicht einmal das Intro ab und gibt so kaum einen Einblick. Hört man aber in 5 unbekannte Alben erfolgreich rein und findet 2 interessant, kauft sich diese also, haben 2 Bands Alben verkauft, die sonst nicht über die (virtuelle) Theke gewandert wären. Abgesehen davon denke ich, dass gerade in weniger bekannten Genres (wie zB Metal) die Zahl der verkauften Alben mühelos mit der der illegalen Downloads gleichziehen kann.
Allgemein sind Umfragen, oder zumindest die Veröffentlichung der Ergebnisse, natürlich immer mit einer bestimmten Intention durchgeführt worden. Wie bereits treffend formuliert wurde, bleibt also für den Betrachter der Musikindustrie die hohe Zahl an illegalen Downloads und die gut 25% die überhaupt nicht kaufen. Für den Downloader ist hier vielleicht schon eine Rechtfertigung für sein illegales Vorgehen zu erkennen. Für den Außenstehenden ein weiteres Indiz für den andauernden Krieg gegen die Möglichkeiten des Internet.
Edith sagt: Da war KillerDuck wohl ein wenig schneller