Man hat doch bei vielen Geräten gar keine andere Wahl und bekommt sie nur mit Windows Home angeboten.
Dann kauft man sich eine Windows 10 Pro Version und gut ist.
Warum wird die Vielfalt immer als Negativpunkt gesehen?
Ein Betriebssystem ist eine komplexe Einheit.
Wenn 800+ Leute das Rad immer wieder von vorn erfinden, dann kommt es zwangsläufig zu mehr Fehlern, als wenn viele Leute eine Distribution perfektionieren. Am besten geleitet von erfahrenen Entwicklern.
Bei Linux besteht zusätzlich die Schwierigkeit, dass das Betriebssystem "Unix" - mit seinem klassischen Tool Umfang nicht nicht als Gesamtsystem gewartet und getestet wird.
Tests sind sehr wichtig, auch was die Entwicklung von Applikationssoftware anbelangt.
Kernel, libraries, development kit. Auch tools drumherum (bison, yacc, sed, awk, make, etc) werden bei der Entwicklung von Software verwendet und müssen entsprechen funktionieren.
Um hier eine gute Qualität zu erzielen ist es am besten, wenn das wichtigste, also der klassische tool umfang von Unix, teil des Basis systems ist. Nur so kann alles in hoher Qualität weiterentwickelt werden, unterstützt von einem sauberen Release Management and bug handling tool.
Bei Linux vermischen sich die Dinge zu sehr, da treffen unterschiedlichste Software Versionen in nahezu beliebiger Release aufeinander. Die Entwickler haben hier auch die unterschiedlichsten Ideen, ob sie bei allem the "bleeding edge" anbieten oder eher dezent zu Werke gehen.
Hier haben die BSD Abkömmlinge deutliche Vorteile, FreeBSD, NetBSD etc haben ein vorbildliches Release Management, da bekommst Du ein hochqualitatives Betriebssystem.
Zurück zur Entwicklung von Applikationssoftware. Auch hier möchten die Hersteller sowas wie eine Ticketflut gerne vermeiden. Bei 800+ Distributionen gibt es immer wieder Unterschiede wo irgendwas nicht sauber funktionieren wird. Sei es bei Installern oder während der Laufzeit. Keine Firma kann das richtig überblicken.
Ok, Du könntest Dich auf ein oder zwei Linux Distributionen konzentrieren, jedoch kannst Du niemandem vorschreiben welche Distribution er zu verwenden hat. Und Du kannst 10x irgendwo reinschreiben, andere Linux Distris werden nicht unterstützt .. aber die Leute werden Dir trotzdem die Tür einrennen, wenn sie für die Software gezahlt haben.
Also die Situation, wie sie bei Linux gerade ist, ist einfach nur scheußlich.
Darum tut sich auch so wenig bei den HW und SW Herstellern, keiner hat Lust die ganzen Efforts einzugehen.
Wer nur ein bisschen im Internet daddelt oder über Steam gamed und nur eine Handvoll Dateien auf USB Stick sichern muss, der hat mit Linux sicherlich keine großen Probleme.
Aber viele haben es nicht so einfach...
Es gibt doch genügend stabile und gute Distros, an denen auch genügend Leute arbeiten. Da muss man halt vorher ein klein wenig Zeit investieren, um für sich die richtige Distro zu finden. Die Empfehlungen werden hier im Forum gerne gegeben.
Oder man meldet sich bei Linuxguides.de an, oder schaut die Linux Guides youtube Videos.
Ich habe viele Major Releases ausprobiert und kenne neben SCO Xenix, SCO Unix, SunOS, Solaris, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD auch diverse Linux Distributionen. Ich beschäftige mich mit Unix seit den 80ern.
Ich habe im Linux-Bereich verschiedene Distributionen erlebt: SLS, Slackware, Debian, Centos, RedHAT, Manjaro, Debian.
Da ich kein Freund von systemd bin und ich am liebsten eine rolling release hätte, bleibt nicht mehr viel übrig, was man nehmen könnte.
Aber egal was ich installiert habe, je mehr Software man installiert, desto mehr begibt man sich an die Grenzen des package management systems. Irgendwas verdaddelt sich. Die Window Manager sind entweder zu krude oder zu überladen. KDE Gadgets sind von den größen her alles andere als aufeinander abgestimmt.
Die Dokumentation ist oft schlecht und die manual Pages, die "Zierde" eines jeden gut gewarteten Unix Systems sind auch nicht auf dem Stand, den ich beispielsweise bei FreeBSD gewohnt bin. Wie soll es auch gehen, wenn es doch so einige Unterschiede bei den Distributionen gibt.
Linux ist genau genommen das schlechteste Unix, das ich kenne. Es nimmt nur jeder, das macht es aber nicht besser.
Es fehlt an Standardisierung.
Ideal wäre eine Linux Distribution, die erstmal Unix vollumfänglich abbildet, sie z.B. 4.4 BSD.
Dann ein Release Management, welches das ganze OS umfasst.
Dann sollten alle Mann an wirklich guten Installern und einem guten Paket Management schreiben.
Ich finde FreeBSD hat hier eines der besten, wenn nicht sogar das beste make makro basierte Package Management System im Angebot.
Vor allem eins wäre mir wichtig, die Trennung zwischen Basis Betriebssystem und 3rd party software.
Also .. alles was nicht zum Kernumfang des Unix gehört muss nach /usr/local oder /opt oder wohin auch immer.
Absoluter Gau war für mich einmal eine Debian Installation, bei dem /etc auf einmal über 800 Dateien umfasste.
Wer sich mit Unix etwas auskennt weiß, wie schön es ist, ein aufgeräumtes /etc Verzeichnis zu haben, wenn sich dort nur die config Dateien vom Betriebssystem befinden. Dadurch lernt man auch am besten/schnellsten, bei der Durchsicht dieser Dateien, wo sich für dies und das die Stellschrauben befinden. Ja, nicht nur da, aber es erleichtert enorm den Überblick.
So, genug gesagt .. der Drops ist eh gelutscht. Linux ist per definition Geil, das bekommste aus den Leuten nicht mehr raus. Jeder Linux Fan und Fachmagazine haben mit Bravour dazu beigetragen, dass das konzeptionell schlechteste Unix der neue Standard wird. Nur .. dass es eben nicht so gut ist, um Microsoft wirklich mal langsam das Wasser abzugraben.