Auch wenn es die Mühe eigentlich nicht wert ist...
Es ist Fakt, dass die verschiedenen Surroundsimulationen nicht bei allen Menschen funktionieren, sondern nur bei manchen.
Dies ist dadurch begründet, dass sich die Anatomien verschiedener Menschen voneinander unterscheiden, also z.B. die Form des Außenohr, des Gehörgangs, die empfindlichkeit des Trommelfells etc.
Dies führt dazu, dass Menschen Töne unterschiedlich warnehmen, weil nämlich die Schalwellen an unserem ohr in bestimmten Winkeln reflektiert werden, was u.a. zu Frequenzverschiebungen führt.
Ungefähr so, wie Aufnahmen mit verschiedenen Mikrofonen häufig verschieden klingen.
Im Alltag hat das keine nennenswerten Auswirkungen, denn unser Gehirn ist unsere spezielle Ohrform gewohnt.
Auch bei Surroundanlagen merkt man davon nichts, denn die Schallwellen kommen ja nach wie vor aus unterschiedlichen Richtungen und machen jede Veränderung durch unsere Anatomie mit.
Bei Kopfhörern hat man aber ein Problem. Töne kommen jetzt alle aus der gleichen Richtung, und je nach Kopfhörerform werden bestimmte Teile der Anatomie umgangen (insbesondere bei InEars).
Außerdem hört man bei Kopfhörern das linke Signal wirklich nur auf dem linken Ohr, eigentlich müsste es mit geringer zeitlicher Verspätung auch auf dem rechten zu hören sein.
All diese "Fehlef" versuchen Surroundsimulationen zu korrigieren, indem sie die eigentlich auftretenden Frequenzveränderungen berechnen und vor allem das rechte und linke Signal miteinander zeitlich versetzt vermischen (Crossfeed).
Das Problem dabei:
Je nach am Anatomie fallen diese Frequenzänderungen unterschiedlich aus, weswegen Surroundsimulationen immer für eine Art "Durchschnittsohr" entwickelt werden. Je weiter die eigene Anatomie von der durchschnittlichen abweicht, desto geringer der Surroundeffekt. Das stellt sich dann meist dadurch dar, dass man Lle Geräusche entweder von vorne ODER hinten wahrnimmt, aber nicht aus beiden Richtungen.
Es gibt im Internet eine ganze Reihe Kunstkopfaufnahmen, da kannst du das ja mal ausprobieren.
Kunstköpfe sind spezielle Mikrofone, die in den Ohren eines künstlich nachgebauten Kopfes eingelassen sind, quasi anstatt des Trommels.
Es sind also spezielle Aufnahmen, um Surroundeffekte für Stereokopfhörer zu erstellen.
Um auf die Ortung bei teuren / billigen Kopfhörern zurückzukommen:
Gute Kopfhörer sind im Frequenzverlauf idealerweise so abgestimmt, dass sie durch die einheitliche Richtung fehlende Frequenzänderungen nach Möglichkeit ausgleichen, und dem Gehirn damit eine bessere Ortung ermöglichen. Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen und durchaus mit einigen Kosten verbunden.
Teure Kopfhörer können bei normalem Stereosound die Ortung also sehr wohl deutlich verbessern, häufig sogar besser als die digitalen Surroundsimulationen.
Edit: Was der 0815-Typ da gepostet hat ist übrigens eine solche Kunstkopfaufnahme, keine Surroundsimulation.