Placebo
BIOS-Overclocker(in)
Eines muss man der Call of Duty Reihe lassen: Abgesehen von technischen Problemen sind Aufschreie aus der Fanbasis nur vereinzelt und kurz zu hören. Das kann drei Gründe haben. Entweder, die Fans sind verdammt anspruchslos, sie schießen bei zu großen Veränderungen mit echten Waffen ins Studio oder die Entwickler verstehen tatsächlich ihr Handwerk, ihre Fans zufrieden zu stellen. Mein Instinkt sagt mir, dass alle drei Argumente irgendwo ihre Berechtigung haben, vor allem aber der letzte Grund die Hauptursache ist.
Das alles trifft nicht auf Bioware und seine Dragon Age Fans zu. Damit meine ich nicht, dass Bioware grundsätzlich keine Ahnung vom Spielemachen hat. Selbst Dragon Age 2 wäre ein grandioses Spiel geworden, wäre es unter anderem Titel mit kleinen Änderungen erschienen. Bei Flemeth hätte z.B. schon der Name gereicht - oder hättet ihr sie wieder erkannt, wenn sie es nicht selbst gesagt hätte? Aber das haben sie nicht und so ist der Worst-Case eingetreten. Eine zweigeteilte Fangemeinde. Egal wie gut das Spiel wird, wenn sie alle Fans glücklich machen wollen, müssen sie wohl oder übel zwei Spielmodi einbauen. Einen für die Strategen, sowie einen für Action/Hack 'n' Slay Fans - und wenn nur der Schwierigkeitsgrad den Unterschied macht. Beides gleichzeitig zu versuchen, ist in etwa so naiv, wie zu glauben, dass Rockfans sehr viel Spaß auf einem Hip Hop Konzert haben werden (Rock am Ring/Rock im Park mal ausgenommen).
Eine Alternative wäre, einen Teil der Fans fallen zu lassen und sich nur noch auf den anderen Teil zu konzentrieren. Nicht elegant gelöst, aber immer noch besser, als ein Spiel komplett in den Sand zu setzten. Einem kleineren Studio würde ich das sogar raten aber wir reden hier über Bioware! Die sind groß und erfahren genug! Warum also "Sorgenkind" Dragon Age?
Anstatt endlich bei diesem Thema Klarheit zu verschaffen, preisen sie ihre neuen, tollen Features an. Ein nicht zu verachtender Grafiksprung, mehr Kontrolle über NPCs durch eine hohe Machtposition im Spiel und ein Setting, das sich Open World annähert. Kurz: viel, viel spektakulärer als alles, was schon dagewesen ist. Klingt gut und liegt mir als Dragon Age: Origins Verfechter aber wirklich sehr am Herzen - nämlich gar nicht. Nicht bevor das leidige Thema endlich abgeschlossen ist. Sie haben sogar in einem ihrer Videos die isometrische Perspektive gezeigt. Mit einem Controller und so kurz, dass sie es auch gleich nur in einem Nebensatz erwähnen hätten können. Sicher, das ganze Spiel ist noch Alpha. Aber bis zur Alpha-Version sind die großen Planungen bereits abgeschlossen. Bioware heißt nicht CD Projekt RED, die sagen "irgendwie schaffen wir das schon" und am Ende ist es auf wundersame Weise echt da, eventuell mit ein paar Patches Verspätung - aber es ist da.
Da! Seht ihr's? Draufsicht ist mit dabei!
Jetzt müssen sie nur noch beweisen, dass sie es ernst meinen...
Gezeigt wurde (auch in früheren Videos) vor allem der einsame Einzelkämpfer-Held mit seinem Großschwert und gerade da liegen meine Zweifel. Es ist vollkommen verständlich, vor einem großen Publikum in hereingezoomter Ansicht zu spielen. Erstens ist das Sichtfeld und somit die Chance auf sichtbare Bugs geringer, zweitens verursacht ein Controller schönere Bewegungen fürs Publikum (ist aber schlechter für die Iso-Perspektive geeignet) und drittens wirkt es einfach besser bei einer Vorführung, mitten im Geschehen zu sein. Aber nicht alle Videos sind vor Publikum gelaufen, wo jede Bewegung sitzen muss, wo man jedes Mal den Wow-Effekt beim Zuschauer auslösen will. Jedoch nichts haben wir in diesen Videos, die so gut dafür geeignet wären, von der strategischen Seite von Dragon Age gesehen. Gesehen haben wir einen einzelnen Schwertkämper, der sich gegen Gegner-Platzhalter zur Wehr gesetzt hat. Ein Werbevideo war das nicht, Fan-Beruhigung auch nicht.
Hoffnung gibt es trotzdem. Die Schwertschwünge des Kämpfers sind deutlich langsamer, als noch in Dragon Age 2 und nähern sich wieder ein wenig denen von Origins an. Einige im Forum haben das Spiel schon mit Gothic verglichen. Ein Kompromiss? Vielleicht. Trotzdem würde ich mir wieder ein Spiel, wie im Stil von Teil 1 der Reihe wünschen. Weniger, weil mir diese Art zu Spielen besser gefällt, sondern weil es sich sonst kaum noch von herkömmlichen Rollenspielen unterscheidet und nur noch ein Spiel unter tausenden wäre. Der Serie fehlt dann ein Alleinstellungsmerkmal. Gute Story? The Witcher hat die auch. Open World? The Elder Scrolls, seit 1994. Schnelles Gameplay? Da muss ich nicht einmal auf Rollenspiele zurückgreifen. Hoffen wir, dass Bioware einen ähnlichen Gedanken hatte. Und wenn nicht, vielleicht stimmt sie der große Applaus, den es bei der kurzen Strategie-Szene gab, soweit um, dass beide Seiten gut bedient werden. "Du kannst das Spiel so spielen, wie du willst" wäre wirklich das Optimium.
So, wer es bis hierhin geschafft hat, meinen Glückwunsch! Ist doch "etwas" mehr Text geworden, als erwartet
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Das alles trifft nicht auf Bioware und seine Dragon Age Fans zu. Damit meine ich nicht, dass Bioware grundsätzlich keine Ahnung vom Spielemachen hat. Selbst Dragon Age 2 wäre ein grandioses Spiel geworden, wäre es unter anderem Titel mit kleinen Änderungen erschienen. Bei Flemeth hätte z.B. schon der Name gereicht - oder hättet ihr sie wieder erkannt, wenn sie es nicht selbst gesagt hätte? Aber das haben sie nicht und so ist der Worst-Case eingetreten. Eine zweigeteilte Fangemeinde. Egal wie gut das Spiel wird, wenn sie alle Fans glücklich machen wollen, müssen sie wohl oder übel zwei Spielmodi einbauen. Einen für die Strategen, sowie einen für Action/Hack 'n' Slay Fans - und wenn nur der Schwierigkeitsgrad den Unterschied macht. Beides gleichzeitig zu versuchen, ist in etwa so naiv, wie zu glauben, dass Rockfans sehr viel Spaß auf einem Hip Hop Konzert haben werden (Rock am Ring/Rock im Park mal ausgenommen).
Eine Alternative wäre, einen Teil der Fans fallen zu lassen und sich nur noch auf den anderen Teil zu konzentrieren. Nicht elegant gelöst, aber immer noch besser, als ein Spiel komplett in den Sand zu setzten. Einem kleineren Studio würde ich das sogar raten aber wir reden hier über Bioware! Die sind groß und erfahren genug! Warum also "Sorgenkind" Dragon Age?
Anstatt endlich bei diesem Thema Klarheit zu verschaffen, preisen sie ihre neuen, tollen Features an. Ein nicht zu verachtender Grafiksprung, mehr Kontrolle über NPCs durch eine hohe Machtposition im Spiel und ein Setting, das sich Open World annähert. Kurz: viel, viel spektakulärer als alles, was schon dagewesen ist. Klingt gut und liegt mir als Dragon Age: Origins Verfechter aber wirklich sehr am Herzen - nämlich gar nicht. Nicht bevor das leidige Thema endlich abgeschlossen ist. Sie haben sogar in einem ihrer Videos die isometrische Perspektive gezeigt. Mit einem Controller und so kurz, dass sie es auch gleich nur in einem Nebensatz erwähnen hätten können. Sicher, das ganze Spiel ist noch Alpha. Aber bis zur Alpha-Version sind die großen Planungen bereits abgeschlossen. Bioware heißt nicht CD Projekt RED, die sagen "irgendwie schaffen wir das schon" und am Ende ist es auf wundersame Weise echt da, eventuell mit ein paar Patches Verspätung - aber es ist da.
Da! Seht ihr's? Draufsicht ist mit dabei!
Jetzt müssen sie nur noch beweisen, dass sie es ernst meinen...
Gezeigt wurde (auch in früheren Videos) vor allem der einsame Einzelkämpfer-Held mit seinem Großschwert und gerade da liegen meine Zweifel. Es ist vollkommen verständlich, vor einem großen Publikum in hereingezoomter Ansicht zu spielen. Erstens ist das Sichtfeld und somit die Chance auf sichtbare Bugs geringer, zweitens verursacht ein Controller schönere Bewegungen fürs Publikum (ist aber schlechter für die Iso-Perspektive geeignet) und drittens wirkt es einfach besser bei einer Vorführung, mitten im Geschehen zu sein. Aber nicht alle Videos sind vor Publikum gelaufen, wo jede Bewegung sitzen muss, wo man jedes Mal den Wow-Effekt beim Zuschauer auslösen will. Jedoch nichts haben wir in diesen Videos, die so gut dafür geeignet wären, von der strategischen Seite von Dragon Age gesehen. Gesehen haben wir einen einzelnen Schwertkämper, der sich gegen Gegner-Platzhalter zur Wehr gesetzt hat. Ein Werbevideo war das nicht, Fan-Beruhigung auch nicht.
Hoffnung gibt es trotzdem. Die Schwertschwünge des Kämpfers sind deutlich langsamer, als noch in Dragon Age 2 und nähern sich wieder ein wenig denen von Origins an. Einige im Forum haben das Spiel schon mit Gothic verglichen. Ein Kompromiss? Vielleicht. Trotzdem würde ich mir wieder ein Spiel, wie im Stil von Teil 1 der Reihe wünschen. Weniger, weil mir diese Art zu Spielen besser gefällt, sondern weil es sich sonst kaum noch von herkömmlichen Rollenspielen unterscheidet und nur noch ein Spiel unter tausenden wäre. Der Serie fehlt dann ein Alleinstellungsmerkmal. Gute Story? The Witcher hat die auch. Open World? The Elder Scrolls, seit 1994. Schnelles Gameplay? Da muss ich nicht einmal auf Rollenspiele zurückgreifen. Hoffen wir, dass Bioware einen ähnlichen Gedanken hatte. Und wenn nicht, vielleicht stimmt sie der große Applaus, den es bei der kurzen Strategie-Szene gab, soweit um, dass beide Seiten gut bedient werden. "Du kannst das Spiel so spielen, wie du willst" wäre wirklich das Optimium.
So, wer es bis hierhin geschafft hat, meinen Glückwunsch! Ist doch "etwas" mehr Text geworden, als erwartet
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