Mahoy
Volt-Modder(in)
AW: Scum: Entwickler entfernen Nazi-Tätowierung nur widerwillig
Ohne das eigentliche Thema noch weiter zerfasern zu wollen: Religion, Kirche (als Institution) und Glaube haben zwar tendenziell etwas miteinander zu tun, sind aber nicht dasselbe.
Eine Religion kann eine friedliche sein, ihre Kirche/n diese Haltung uneingeschränkt unf aufrichtig vertreten und man kann als einzelner Mensch trotzdem glauben, Gott verlange von einem, dann und wann mal einen Anders- oder Ungläubigen über die Klinge springen zu lassen.
Ebenso kann eine Religion eine an sich friedliche sein, die Kirche aber trotzdem gewalttätige Aspekte hervorheben, um eine Agenda zu befeuern und der/die Einzelnen kann dem Folgen oder es ignorieren.
Es kann auch eine Religion eher kämpferisch sein, ihre Institutionen aber steuernd eingreifen, um den (historisch womöglich irgendwann nötig gewesenen) kämpferischen Kern zu entschärfen und selbst Angehörige eines ausgesprochen Kriegskults können hochanständige Menschen sein.
Generell hat der ganze Kreis aus Glaube, Religion und Kirche ein Problem damit, wie er wahrgenommen wird: Wenn die Religion Feuer und Schwert beinhaltet, Kirchen zum Heiligen Krieg aufrufen, Priester sich an ihrer Herde vergehen oder religiöse Spinner durch die Innenstadt toben, dann ist das quantifizierbar. Wenn Religion, Kirche und Glaube den Menschen dabei helfen, stillvergnügt ein friedliches Leben zu führen und sie dazu anhalten, von verwerflichem Handeln abzusehen, bemerkt man das aber nicht - da ja nichts passiert.
"Praktizierende Atheist" zu sein halte ich daher auch für wenig hilfreich. Erst einmal wüsste ich gerne, wie man es denn die Weigerung praktiziert, die Existenz einer oder mehrerer göttlicher Entitäten anzuerkennen und was "nicht praktizierender Atheist" vergleichsweise anders macht. Auch stellt man immer wieder fest, dass die Zahl von Atheisten auf dem Sterbebett, in extremen Situationen und in schlechten Lebensverhältnissen stark rückläufig ist.
Man könnte sagen, Atheismus ist ein Luxus und ein Label, den/das ich nicht ernst nehmen kann. Die größten kulturellen Leistungen unserer Spezies stammen nicht von Atheisten, in Schützengräben gibt es bekanntlich keinen solchen und wer nichts hat, hat immer noch seinen Glauben - wer nicht einmal den hat, hat eben gar nichts, was ihn durch den Tag bringt. Obwohl selbst konfessionslos halte ich die Frage nach der Existenz Gottes für sehr nachrangig gegenüber der beobachtbaren Wirkung des Konzepts.
Wenn man die menschliche Geschichte Revue passieren lässt, haben Glaube, Religion und Kirche sowohl Wundervolles als auch Schreckliches geschaffen. Schreckliche Dinge sind jedoch auch geschehen, wenn Glaube, Religion und Kirche stark in den Hintergrund gedrückt oder sogar komplett abgelehnt wurden.
Und um mal wieder die Kurve zum eigentlichen Thema zu bekommen: Wer seinem Spielcharakter die Tätowierung einer US-amerikanischen Neonazi-Vereinigung verpasst, den bewegen ganz sicher keine religiösen Erwägungen. Man muss aber auch kein Nazi sein, um - wenn man einen Schwerverbrecher spielt - aus Gründen der Immersion auf solche Zeichen zurückzugreifen. Ein Schauspieler, der in Filmen/Serien Nazi-Tätowierungen trägt, ist ja im Regelfall auch keiner, sondern will seine Rolle möglichst authentisch verkörpern. In einem Spiel sind die Spieler die Schauspieler und genießen erst einmal den "benefit of doubt" - auch wenn ich mir zum einen über tiefschürfende Gedanken in den Köpfen der meisten Computerspieler keine Illusionen mache und zum anderen durchaus die Befürchtung teile, dass sich Manche spielerisch in ihrer (oft eher unscharfen) Ideologie suhlen.
Da muss man dann den künstlerischen Nutzen gegenüber dem gesellschaftlichen Schaden abwägen. Ich möchte aber nicht die arme Sau sein, die diese Abwägung vornehmen und vertreten muss.
Dann wundern sich seltsamerweise die Menschen wenn man ihnen sagt das man praktizierender Atheist ist der anstatt den kirchlichen Klingelbeutel für die Schwinger der Glaubenskeule zu füllen, dann doch eher dazu geneigt ist das Geld weniger radikalen und/oder verblendeten Idioten und deren immer wieder öffentlich zur Schau gestellten Doppelmoral zur Verfügung zu stellen.
Ohne das eigentliche Thema noch weiter zerfasern zu wollen: Religion, Kirche (als Institution) und Glaube haben zwar tendenziell etwas miteinander zu tun, sind aber nicht dasselbe.
Eine Religion kann eine friedliche sein, ihre Kirche/n diese Haltung uneingeschränkt unf aufrichtig vertreten und man kann als einzelner Mensch trotzdem glauben, Gott verlange von einem, dann und wann mal einen Anders- oder Ungläubigen über die Klinge springen zu lassen.
Ebenso kann eine Religion eine an sich friedliche sein, die Kirche aber trotzdem gewalttätige Aspekte hervorheben, um eine Agenda zu befeuern und der/die Einzelnen kann dem Folgen oder es ignorieren.
Es kann auch eine Religion eher kämpferisch sein, ihre Institutionen aber steuernd eingreifen, um den (historisch womöglich irgendwann nötig gewesenen) kämpferischen Kern zu entschärfen und selbst Angehörige eines ausgesprochen Kriegskults können hochanständige Menschen sein.
Generell hat der ganze Kreis aus Glaube, Religion und Kirche ein Problem damit, wie er wahrgenommen wird: Wenn die Religion Feuer und Schwert beinhaltet, Kirchen zum Heiligen Krieg aufrufen, Priester sich an ihrer Herde vergehen oder religiöse Spinner durch die Innenstadt toben, dann ist das quantifizierbar. Wenn Religion, Kirche und Glaube den Menschen dabei helfen, stillvergnügt ein friedliches Leben zu führen und sie dazu anhalten, von verwerflichem Handeln abzusehen, bemerkt man das aber nicht - da ja nichts passiert.
"Praktizierende Atheist" zu sein halte ich daher auch für wenig hilfreich. Erst einmal wüsste ich gerne, wie man es denn die Weigerung praktiziert, die Existenz einer oder mehrerer göttlicher Entitäten anzuerkennen und was "nicht praktizierender Atheist" vergleichsweise anders macht. Auch stellt man immer wieder fest, dass die Zahl von Atheisten auf dem Sterbebett, in extremen Situationen und in schlechten Lebensverhältnissen stark rückläufig ist.
Man könnte sagen, Atheismus ist ein Luxus und ein Label, den/das ich nicht ernst nehmen kann. Die größten kulturellen Leistungen unserer Spezies stammen nicht von Atheisten, in Schützengräben gibt es bekanntlich keinen solchen und wer nichts hat, hat immer noch seinen Glauben - wer nicht einmal den hat, hat eben gar nichts, was ihn durch den Tag bringt. Obwohl selbst konfessionslos halte ich die Frage nach der Existenz Gottes für sehr nachrangig gegenüber der beobachtbaren Wirkung des Konzepts.
Wenn man die menschliche Geschichte Revue passieren lässt, haben Glaube, Religion und Kirche sowohl Wundervolles als auch Schreckliches geschaffen. Schreckliche Dinge sind jedoch auch geschehen, wenn Glaube, Religion und Kirche stark in den Hintergrund gedrückt oder sogar komplett abgelehnt wurden.
Und um mal wieder die Kurve zum eigentlichen Thema zu bekommen: Wer seinem Spielcharakter die Tätowierung einer US-amerikanischen Neonazi-Vereinigung verpasst, den bewegen ganz sicher keine religiösen Erwägungen. Man muss aber auch kein Nazi sein, um - wenn man einen Schwerverbrecher spielt - aus Gründen der Immersion auf solche Zeichen zurückzugreifen. Ein Schauspieler, der in Filmen/Serien Nazi-Tätowierungen trägt, ist ja im Regelfall auch keiner, sondern will seine Rolle möglichst authentisch verkörpern. In einem Spiel sind die Spieler die Schauspieler und genießen erst einmal den "benefit of doubt" - auch wenn ich mir zum einen über tiefschürfende Gedanken in den Köpfen der meisten Computerspieler keine Illusionen mache und zum anderen durchaus die Befürchtung teile, dass sich Manche spielerisch in ihrer (oft eher unscharfen) Ideologie suhlen.
Da muss man dann den künstlerischen Nutzen gegenüber dem gesellschaftlichen Schaden abwägen. Ich möchte aber nicht die arme Sau sein, die diese Abwägung vornehmen und vertreten muss.






