Der Mann ist und bleibt nicht ohne Grund eine Legende unter RPG-Veteranen! Er weiß einfach das ein RPG halt nicht nur ein kleines Dialogfenster ist indem man eine Entscheidung förmlich auf dem Präsentierteller serviert bekommt, sondern das es nicht immer gleich zu Beginn eines Dialogs, oder einer Szene ersichtlich ist wohin sich das ganze Geschenen entwickelt, das habe ich schon Stellenweise in Fallout 2 sehr am Spielkonzept gemocht.
Du triffst eine Person, steigst mit ihr in die Kiste und als du dann aufwachst und "gehen" willst triffst du ihren Ehemann der ein einflussreicher Gangster und Kasinobesitzer ist und nun rede dich da mal geschickt raus, ohne dich am Ende des Dialogs durch ein komplettes Kasino schießen zu müssen. Das ist RPG! Genauso wie nicht immer zu wissen was hinter der nästen Tür, Höhle oder Karte lauert, für am Anfang völlig unscheinbare Dinge und Skills später entlohnt zu werden. Wer denkt schon das er Wissenschaft zum überleben im Ödland mit seinen 5 PCs braucht? Wozu etwas skilln von dem man nicht weiß ob es sich auszahln wird? Ganz einfach um dann in einer verlassenen Militärbasis am Hauptrechner jemanden aufzutaun der seid dem großen Krieg 2050 dort eingefrohren war, um an medizinische Daten zu gelangen von deren Existenz man ohne den Skill nicht mal wüste und auf die einen auch ohne Skill niemand hinweisen wird und um an die zu gelangen man selbst mit Skill sich experementierfreudig durch Computerdatein(Dialoge) arbeiten muss um am Ende mit einem Implantatsplan belohnt zu werden, oder nur einfach einen köstlich komischen Dialog mit der Enclave in einem Posidon Atomkraftwerk zu führen.
Das ist RPG!
Das sind die Dinge die mich seid 1998 dazu bewegt haben das Fallout 2 11 mal durchzuspielen und jedes mal auf Grund meiner anders gewählten Skills, Entscheidungen Sachen zu finden die ich in den Durchgängen zuvor nicht gefunden habe. Das ist was ein Brian Fargo RPG zu etwas besonderen macht, nicht Holywood reif erzählte Story, Blendergrafik vom feinsten oder Action bis zum abwinken.
Sondern das man einfach im Rahmen seiner Möglichkeiten und Entscheidungen immer ein anderes Spielerlebnis hat.
Da nehme ich dann auch gerne in Kauf das ich keine deutsche Sprachausgabe bekomme, im Ernst wer braucht die in einem guten RPG?
Denn ich weiß schon heute auch Wasteland 2 wird wieder einer der ganz wenigen Titel sein die ich auch in 10 Jahren noch spielen werde und wo ich auch bei einem Durchgang sagen können werde, oha, das kannte ich noch nicht.
Darum freue ich mich auf September, auf meinen ersten von vielen Durchgängen, darauf das nach all den Jahren endlich der Tag da ist an dem Wasteland 2, nach seiner ersten Ankündigung auf Kickstarter, endlich fertig ist und man als Liebhaber klassischen RPGs mit seinen rundenbasierten Kämpfen wieder durch ein post apokalyptisches Ödland streifen darf um skurile Fraktionen zu treffen, merkwürdige Dinge zu finden und noch merkwürdigere Dialoge zu führen und am Ende zu erfahren welchen Einfluss die Entscheidungen hatte die man im laufe der Geschichte getroffen hat.
In diesem Sinne bleibt mir nur zu sagen, Danke Brian Fargo dafür das du nicht wie andere Entwickler einfach dem Trot und Diktat der großen Publisher folge leistest. Mögest du für deine Arbeit an Wasteland 2 mit vielen verkauften Exemplaren entlohnt werden, die zeigen das gute Oldschool-RPGs nicht etwas sind was wie uns die Spieleindustrie immer weiß machen will keiner möchte.
Den es sind diese RPGs, mit ihrer ehr "rudimentären" Grafik die uns in eine Welt eintauchen lassen und uns gut unterhalten, über Jahre, nicht die Titel die mit ihrer Bombastgrafik protzen, mit ihren 2 Entscheidungen die auf die Stimmung von Mitstreitern Einfluss haben und die in 10 Jahren nach 1-2 Durchgängen keiner mehr Spielt. Es waren Spiele wie Fallout 1-2, Baldurs Gate, Morrowind und Deus Ex 1 die über Jahre und Jahrzehnte eine starke Fan-Base behalten haben und trotz ihrer "angestaubten" Grafik auch 5 oder 6 Jahre später noch Spieler fanden die diese Spiele lieben lernten.