September 2006
Einer der größten Spiele-Entwickler Österreichs ist über Nacht zugesperrt worden - 100 Mitarbeiter betroffen - KPÖ: Die Vorgehensweise ist skandalös". Als die rund 100 Mitarbeiter von Rockstar Vienna, einem der größten Spiele-Entwickler im deutschsprachigen Raum, am Morgen des 10. Mai ihr Büro im Business Park Vienna betreten wollten, erlebten sie eine böse Überraschung: Einige ihrer Schlüssel sperrten nicht mehr. Sie erhielten ein Stück Papier in die Hand gedrückt, das so informierte, dass der Eigentümer das Unternehmen ab sofort geschlossen habe. Schwarz gewandete Sicherheitsleute verwehrten ihnen den Zugang zu ihren Schreibtischen und führten sie in kleinen Gruppen in den Versammlungsraum. Dort wurden sie im Beisein von Anwälten und Bodyguards von den anwesenden Managern informiert, dass dies keineswegs ein Spaß sei. Dies berichten betroffene Mitarbeiter in Weblogs (Online-Tagebücher).
Keine Homepage, keine Firmenschilder
Die Homepage des Unternehmens wurde vom Netz genommen, die Firmenschilder sind bereits abmontiert. Über die Hintergründe der Schließung ist nichts bekannt. Weder Mitarbeiter der Firma noch das Unternehmen selbst haben sich bis dato offiziell zu den Vorgängen geäußert.
Schließung nach "amerikanischem Muster"
Die Schließung nach "amerikanischem Muster" ist nicht der erste Fall im Bereich der Konzernmutter Take 2. Bereits Ende April dieses Jahres löste der US-Spielehersteller seine in Salt Lake City ansässige Tochter Indie Built ohne vorherige Ankündigung binnen weniger Stunden und ohne Begründung auf.
Rockstar Vienna war 1993 von Nikolaus Laber, Hannes Seifert und Peter Baustädter als Neo Software Productions gegründet worden. Jänner 2003 wurde es in die Rockstar-Gruppe von Take 2 übernommen und in Rockstar Vienna umbenannt.
Empacher: "Die Vorgehensweise des Mangagements ist skandalös und zeigt ganz deutlich auf, dass selbst spezialisierte Arbeitskräfte tagtäglich um ihren Arbeitsplatz bangen müssen - einzig und allein weil am anderen Ende der Welt jemand eine einsame Entscheidung fällt und weil Gewinn- und Profitmaximierung das einzige Kriterium im kapitalistischen Wettbewerb zu sein scheint.
Fazit:
F*** Take2!
Rockstar gibt es schon seit 2006 nicht mehr denn Rockstar wurde einst von Nikolaus Laber und Hannes Seifert sowie Peter Baustädter geführt und nicht von irgendeinem EA/Take2 US-Konzern.
Quasi betrifft das die Titel "Die Völker", "Whales Voyage", "Der Clou", "Max Payne", "GTA Double Pack".
Der Rest hat mit Rockstar im Prinzip nichts zu tun.
Hannes Seifert arbeitet übrigens seit 2010 bei Square Enix als Creative Director.
https://twitter.com/hannesseifert