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[Review] Alte Netzteile von Forenmitgliedern im Test, Teil 2: AXP 750 Watt

_chiller_

BIOS-Overclocker(in)
[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']Alte Netzteile von Forenmitgliedern im Test, Teil 2: AXP 750 Watt

Autor: _chiller_



Im zweiten Teil meiner Serie teste ich ein eher unbekanntes Netzteil, welches auf die Bezeichnung AXP 750W hört. Handelt es sich hier um einen Chinaböller oder versteckt sich solide Technik in dem Netzteil? Vorhang auf!






1. Intro

Nach dem ersten Teil dieser Review-Serie habe ich haufenweise Zuschriften von Forenmitgliedern bekommen, die noch ein altes Netzteil besitzen. Vielen Dank für das große Interesse, aber auch mein Tag ist nur 24 Stunden lang, daher kann ich leider nur wenige Angebote annehmen ;)

Nun zu dem heutigen Testkandidaten, dieser wurde mir von Dragon AMD zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanken möchte! :)

Ich persönlich habe noch nicht allzu lange mit Netzteilen zu tun, mein erstes Review stammt vom März diesen Jahres. Dementsprechend war ich bei der Produktbeschreibung von Dragon AMD auch etwas ratlos: "AXP mit 750 Watt", was kann das wohl sein? Die Marke AXP ist aktuell bei geizhals gelistet, ich hatte daher die Vermutung, dass es sich um ein berüchtigtes No-Name Produkt handeln musste. Stimmt das oder ist das AXP 750W ein gutes Netzteil? Das möchte ich heute einmal herausfinden.​


2. Ein Interview mit dem Besitzer

Bevor wir uns das Netzteil anschauen, möchte ich zuerst einmal die Geschichte dazu erfahren. Wie ist der Besitzer genau auf dieses Netzteil gekommen? War er mit dem Produkt zufrieden? Welches Netzteil besitzt er nun? Dazu habe ich Dragon AMD einige Fragen gestellt:

Frage:
Wie alt ist das Netzteil ungefähr? Ist es in der Zeitspanne viel gelaufen und/oder hoch belastet worden?
Antwort:
Das Netzteil stammt aus dem Jahre 2009 und kostete damals 84 Euro. Das Netzteil wurde mit einem Phenom II 1090T@4GHz und kompakt Wakü gekauft und betrieben als so alt wie ein Phenom II 1090T. Es wurde dauerhaft mit 500-600 Watt betrieben nur das letzte Jahr mit i5 3570k und HD 7950 und dann mit einer R9 290 Tri-X OC .

Frage:
Welche Hardware hast du mit dem Netzteil befeuert?
Antwort:
Die erste Hardware war ein Phenom II 1090T@4GHz 8GB Ram 2x Radeon HD 5870, 7 Lüftern und kompakt Wasserkühlung dazu eine Western Digital 500GB HDD.

Frage:
Was war damals die Kaufentscheidung, genau dieses Netzteil zu wählen? Oder hat das eine ganz andere Hintergrundgeschichte?
Antwort:
Das Netzteil habe ich gewählt da ich mir gedacht habe das es für Crossfire gut ausreicht und der preis angemessen war zu der zeit.

Frage:
Was hat dir am Netzteil gut gefallen, was nicht? Warst du insgesamt damit zufrieden?
Antwort:
Das Netzteil hat mir gut gefallen. Das was mich gestört hat das es kein Kabelmanagement hat und nach meiner Meinung zu warm wird.

Frage:
Warum hast du dein Netzteil durch ein neues Produkt ersetzt? Welches Netzteil hast du gewählt (und warum)?
Antwort:
Das Netzteil habe ich durch ein E9 480 Watt cm 80+ gold ersetzt das es mir sicherer ist ein gutes und zuverlässiges Netzteil zu verwenden.

Meine momentane Hardware die mit dem E9 480 Watt betrieben wird ist ein i7 3770k@4.2GHz 8GB Corsair Ram mit 1600MHz eine Radeon R9 290 Tri-X OC und eine Samsung 840 SSD mit 250GB Speicherplatz.​


3. Spezifikationen und Äußeres

Nach dem Interview schauen wir uns einmal die Spezifikationen des Netzteils an. Nach einiger Recherche bin ich sogar auf eine Website dieser Marke gestoßen. AXP ist also die Kurzform für Axpertec, unter diesem Label werden auf der Website auch bekanntere Marken wie NZXT oder Noctua genannt. Auch Netzteile der Marken Xion und High Power werden genannt, diese werden allerdings nicht in Deutschland verkauft. Auch AXP scheint sich vom deutschen Markt zurück gezogen zu haben, auf geizhals.de findet man keine aktuellen Einträge. Schauen wir uns nun einmal das Netzteil etwas genauer an:​


Insgesamt vier 12 Volt-Rails kümmern sich um die Spannungsversorgung moderner PCs, von den 750 Watt fallen 660 Watt auf die 12V-Rails ab. Das ist auch heute noch ein ordentlicher Wert. Viel mehr Infos gibt es jedoch nicht zu sehen, eine 80 Plus Einstufung fehlt. Gibt man die Bezeichnung des Netzteils einmal bei geizhals.de ein, findet man immerhin die genaue Produktbezeichnung des Netzteils: AXP Simple Power 750W. Interessant ist die Preisentwicklung, das Netzteil wurde wohl bis Ende 2010 hierzulande angeboten. Mit einem damaligen Preis von 60 bis 80 Euro ist es als vergleichsweise günstig einzustufen.

Insgesamt war es nicht allzu einfach stichhaltige Informationen zu diesem Netzteil zu finden, ich bin daher gespannt auf die technischen Details und die Praxistests.​



Das AXP 750W kommt in einer schlichten Hülle daher. Mit einer Länge von 16,5 cm sollte es in normalen Gehäusen keine Platzprobleme geben. Der Lüfter besitzt eine Größe von 140 mm und wird von einem klassischen Lüftergitter bedeckt. Eher ungewöhnlich ist der Aufkleber auf dem Lüfter, normalerweise findet man diesen eher im Inneren des Netzteils wieder. Bei den Kabeln wurde etwas gespart, denn nur das ATX- und CPU-Kabel besitzen einen Sleeve. Dieser wirkt aber immerhin sehr hochwertig.​


Auch bei den Kabellängen muss ich Kritik üben, denn die Kabelstränge sind sehr kurz, hier sollte es schon in normalen Midi-Towern knapp werden. Immerhin sind die Anzahl der Anschlüsse angesichts der Leistungsklasse in Ordnung.

4. Die Technik im Detail

Kommen wir nun zum spannendsten Teil dieses Reviews, der Technik. Vorab aber eine Warnung:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt, desweiteren geht die Garantie verloren!

Der OEM-Hersteller der Elektronik ist Super-Flower. Auffällig sind die drei Drosseln auf der Sekundärseite, hier kommt also eine unabhängige Spannungsreglung zum Einsatz. Auf DC-DC Wandler muss hier zwar verzichtet werden, gegenüber einer gruppenregulierten Plattform dürfte es bei der Spannungsregulation jedoch deutlich besser aussehen.​



Die Eingangsfilterung beginnt auf einer Zusatzplatine, auf dieser befinden sich zwei Y- und ein X-Kondensator, sowie eine Spule. Auf der Hauptplatine geht es mit einer Schmelzsicherung, zwei Y- und einem X-Kondensator und einer Spule weiter. Hinter der PFC-Spule befindet sich der Primärkondensator. Hier kommt zwar ein eher günstiges Modell von CapXon zum Einsatz, der Kondensator weist allerdings keine oberflächlichen Schäden auf.​


Sekundär kommt eine Armada von Kondensatoren der Marke "JP" zum Einsatz. Stichhaltige Infos über die Qualität dieser Kondensatoren konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, Gerüchten zufolge soll es sich hier aber um solide Mittelklassemodelle handeln. Zumindest auf der Oberseite der Platine wurden vier 12V-Rails eingezeichnet, die Unterseite der Platine schauen wir uns gleich an.​


Als Protection-IC wurde ein SITI PS113 verbaut, welcher die Schutzschaltungen UVP und OVP auf 3,3V; 5V und 12V unterstützt. Das ist etwas dürftig, denn OPP und OCP fehlen. Kurios mutet der Aufdruck auf der Platine an, denn die Elektronik ist eigentlich nur bis 700 Watt ausgelegt.​


Der Lüfter von Globe Fan wurde mit einer Luftleitfolie versehen. Das 140 mm große Modell dreht mit maximal 1400 rpm und weist nach den vielen Jahren im Betrieb schon ein sehr hörbares Lagerschleifen auf.​


Auf der Unterseite der Platine wird ersichtlich, dass es sich hier tatsächlich um vier Rails auf 12 Volt handelt (roter Kasten). Keine Kritik gibt es bei der Lötqualität.

Insgesamt wirkt das Netzteil an einigen Punkten veraltet. Die Anzahl an Schutzschaltungen sind relativ gering und der Lüfter am Ende seiner Lebensdauer angelangt. Einzig die vier 12V-Rails sind ein nettes Gimmick.​


5. Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei kuscheligen 25,5 Grad Celsius.​


Die Geforce GTX 480 stellt die Single-GPU Grafikkarte mit der höchsten Leistungsaufnahme dar. Hierbei ließe sich theoretisch eine Aufnahme von weit über 600 Watt generieren, aber selbst der gute Kühler von Zotac ist mit der Leistung überfordert, das vorläufige Maximum des Gesamtsystems liegt daher erst einmal bei ca. 520 Watt.

Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems haben ich mit Hilfe eines Profitec KD 302 gemessen. Hierbei habe ich 6 Lastszenarios generiert:
Szenario 1: Gesamtsystem im Idle (Leistungsaufnahme ca. 80 W)
Szenario 2: Prime95, Grafikkarte im Idle (Leistungsaufnahme ca. 175 W)
Szenario 3: Furmark, Voltage des Grafikchips bei 950 mv, Chiptakt gedrosselt auf 500 MHz (Leistungsaufnahme ca. 270 W)
Szenario 4: Furmark, Voltage Grafikchip 950 mv (Leistungsaufnahme ca. 360 W)
Szenario 5: Furmark, Voltage Grafikchip 1013 mv + Prime95 (Leistungsaufnahme ca. 450 W)

Die einzelnen Werte wurden entnommen, nachdem sich die Temperaturen der Komponenten einpendelten.

Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt. Dabei wurde das Netzteil bestmöglich vom restlichen System getrennt. Das Schallpegel-Messgerät wurde in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert.

Die Messwerte zur Spannungsregulation wurden mit einem Voltcraft VC130-1 ausgelesen.​


6. Effizienz

Nun genug von der Theorie, schauen wir uns einmal die Effizienz im Praxistest an. Kann das AXP 750W mit aktuellen Netzteilen mithalten?​







Das AXP 750W ist in die Jahre gekommen, sämtliche Messwerte liegen im unteren Teil der Tabelle, die Effizienz dürfte sich knapp auf 80 Plus-Niveau bewegen. Mit dem E9 450W dürfte Dragon AMD daher ein ordentliches Upgrade hinsichtlich der Effizienz bekommen haben.​


7. Spannungsregulation

Wie sieht es eigentlich mit der Spannungsregulation aus? Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.​





Grundsätzlich ist die Spannungsregulation gut, auch wenn mir 3,3V und 5V für meinen Geschmack etwas zu hoch liegen. Kurios muten die 12 Volt-Rails an, teilweise steigt die Spannung unter Last an, das ist mir bisher auch noch nicht unter gekommen. Insgesamt gibt es hier aber keine Probleme.​


8. Lautstärke

Ganz wichtig ist bei Netzteilen natürlich die Lautstärke. Bevor hier Fragen auftauchen wie ein PC denn ohne Netzteil betrieben werden kann: Ich habe hier das semipassive Seasonic 860W Platinum genommen und so weit wie möglich vom Schallpegel-Messgerät gelegt. Auch wenn der Lüfter in höheren Belastungen minimal aufdreht, sollte er vom restlichen System übertönt worden sein. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:​









Das AXP ist ein ziemlich lautes Netzteil, egal bei welcher Auslastung. Zu allem Überfluss dreht der Lüfter sehr früh auf, sodass ich zum Teil die höchste jemals gemessene Lautstärke verbuchen konnte. Dieses Spektakel habe ich einmal in einem Video festgehalten:​

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9. Fazit

Um es einmal ganz klar festzuhalten: Von einem Chinaböller ist das AXP 750W weit entfernt, in einem Vergleich mit heutigen Maßstäben kann das Netzteil jedoch trotzdem nicht mehr überzeugen. Schon vor 5 Jahren gehörte das AXP wohl zu den günstigeren 750 Watt-Netzteilen auf dem Markt und das merkt man schon gleich an der Kabelausstattung. Die Kabel sind recht kurz, zudem besitzen nur die wenigsten Kabel einen Sleeve. Bei der technischen Analyse sind insbesondere die wenigen Schutzschaltungen und der Lüfter aufgefallen, welcher bereits ungesunde Geräusche von sich gab. Dies sorgte bei der Lautstärkemessungen für durchgehend schlechte Werte, aber auch bei der Effizienzmessung konnte das AXP nicht mehr so recht mit aktuellen Netzteilen mithalten. Einzig die Spannungsregulation wusste zu gefallen, auch wenn die Spannungen auf den 3,3V- und 5V-Rails recht hoch lagen.

Insgesamt hat Dragon AMD mit dem be quiet! Straight Power E9 450W ein deutliches Upgrade bekommen. Das neue Netzteil ist nicht nur deutlich besser ausgestattet, es ist auch wesentlich leiser und effizienter. Einzig bei der maximalen Belastbarkeit und bei der Spannungsregulation dürfte es wegen der Gruppenregulation des E9 leichte Rückschritte gegeben haben, diese Punkte sind für ein System mit nur einer Grafikkarte jedoch zu vernachlässigen.​
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