Zum Thema Speicher geht es hier ziemlich durcheinander...
Spiele nutzen sowohl den Speicher der Grafikkarte (VRAM), als auch den Arbeitsspeicher (RAM), als auch die Festplatte.
VRAM - egal ob HBM oder GDDR5(X) - ist zwar erheblich schneller als RAM, sein größter Vorteil ist allerdings seine Nähe zur GPU.
Elektrischen Signale sind kaum langsamer als das Licht. 300 000 km pro Sekunde entsprechen 30 cm pro Nanosekunde. Bei einem GPU-Takt von 1,5 GHz dauert jeder Takt nur 2/3 Nanosekunden, in dieser Zeit kann das Licht gerade einmal 20 cm zurücklegen. Es gibt daher massive Framedrops, wenn der Speicher der Grafikkarte überläuft und der RAM als Ersatz-VRAM genutzt werden muss.
Zu wenig VRAM ist durch nichts auszugleichen. Die aktuellen Treiber von AMD und Nvidia - aber auch die Spiele selbst - versuchen daher Details zu reduzieren oder gar auszublenden um ein Überlaufen des Grafikkartenspeiches zu verhindern.
Insbesondere seit der GTX 970 mit zunehmender Konsequenz. Karten mit wenig Speicher haben also nicht nur Framedrops, sondern stellen moderne Spiele auch qualitativ schlechter dar.
Läuft der Grafikspeicher trotzdem über, ist es natürlich von Vorteil, wenn man mehr RAM hat als zwingend benötigt.
So muss das Betriebssystem nicht noch RAM für die Berechnungen der Grafikkarte freiräumen.
Bei Ram gibt es daher kein zuviel. Windows 10 verwaltet den Arbeitsspeicher und seine Auslastung relativ elegant.
Man sollte wissen: Verfügbarer RAM lt. Task-Manager ist nicht unbelegt, sondern die Menge, die Freigegeben werden kann, wenn zwingend nötig.
Die Geschwindigkeit des RAMs ist für eine dezidierte Grafikkarte hingegen belanglos - bei Auslagerung auf das RAM limitiert beriets der Speicherbus (PCIe 3.0).
Für eine Full-HD-Bildausgabe mit 144 Hz benötigt man nur fürs Bild: 1920*1080*32Bit*144 ~ 9.5 GBit/s. Andre Daten noch nicht berücksichtigt.
Selbst für 1.600 MHz DDR3-Ram sind das keine kritischen Werte, Für PCIe 3.0 hingegen schon. Zudem ist die Signallaufzeit selbst ein Problem.
Eine moderne GPU rechnet schneller als Signale zwischen Ihr und dem RAM aufgrund der Entfernung verschickt und empfangen werden könnten.
Bevor einer APUs anführt: Diese unterliegen einer völlig anderen Betrauchtung. Hier unterhalten sich GPU-Part und RAM direkt und nicht über den Umweg des Speicherbus.
Anzahl der Module, deren Anbindung an den Chipsatz, Ranks und Geschwindigkeit sind absolut entscheidend für die Leistung.
Davon völlig zu unterscheiden ist die normale Nutzung des RAM als Zwischenspeicher. RAM dient dazu häufig benutzte Daten bzw. in Kürze zu berechnende Daten abzulegen.
CPU und GPU können diese dann ohne den Rückgriff auf die Festplatte (=langsam) laden.
Steht zu wenig RAM zur Verfügung, muss häufiger von der SSD/HDD in den Speicher nachgeladen werden -> Framedrops und schlechte Frametimes sind die Folge, wenn CPU und GPU auf Daten warten müssen.
Die RAM-Geschwindigkeit limitiert dabei Berechnungen der CPU. Stehen viel Berechnungen auf der CPU an, bringt schnelles RAM sowie dessen Anbindung (Anzahl der Chanels, Anzahl der Ranks) Vorteile.
Dies macht sich dann vorallem bei den Minimum-FPS bemerkbar, wenn die Graka schneller könnte, aber Berechnungen der CPU limitieren.
Da bei der Bildausgabe vorallem die Grafikkarte der limitierende Faktor ist, sinkt die Bedeutung von RAM je größer das Bild wird.
Hier braucht es mehr VRAM und GPU-Power. Kommen die FPS jedoch in eine Region, wo auch die CPU limitieren kann (144+), Ist schnelles RAM für stabile Minium-FPS wichtig.
High FPS-Gamer brauchen schnelles RAM.
Und ja, mehr ist besser.