Faszinierend, wie hier Produktplanung herbeifantasiert wird als wäre das eine gezielt geplante GPU. Dabei ist eine hypothetische "9070 GRE" nichts anderes als erwartbare Resteverwertung ähnlich einer RX 6700 10 GB.
Auch wenn TSMC N4 hervorragende Ausbeute hat, wird es dennoch einzelne Dies geben, die Defekte am Memory Interface haben. Diese sind bisher für 9070 und 9070XT nicht nutzbar, da beide Modelle das voll aktivierte 256bit Interface brauchen. Anstatt die teildefekten Dies zu verwerfen, wird AMD sie beiseite legen, bis genug für einen begrenzten Product Launch vorhanden sind, und dann eine Spezifikation für die aktiven CUs definieren, die einerseits zur reduzierten Speicherbandbreite passt und andererseits die meisten der beiseitegelegten Dies nutzbar macht. Sind auf einem Die mehr CUs nutzbar, werden sie eben deaktiviert.
Das Ganze kommt dann auf die günstigsten RX 9070 PCBs, auf denen dann einfach zwei Plätze für VRAM-Module nicht bestückt werden, genauso wie je nach umsetzbarer Power Spec evtl. Teile der vorgesehenen VRM einfach brach liegen gelassen werden. Da wird nichts neu designed, es wird einfach nur so viel weggelassen, wie eben geht.
Das ganze wandert dann auf den chinesischen Markt und kommt irgendwann vielleicht auch mal zu uns - oder auch nicht, je nachdem, wieviele Dies dafür am Ende anfallen.
Wie diese GPU dann im Verhältnis zu 9070 und 9060XT performt, spielt nur eine absolut untergeordnete Rolle. Der einzig relevante Faktor für AMD ist, sie preislich so einzuordnen, dass einerseits möglichst wenig Kannibalisierung des primären Produktlineups stattfindet, andererseits die "Resterampe" sich trotzdem verkauft. Am Ende geht es nämlich nur darum, möglichst viel des produzierten und bezahlten Wafers auch zu verkaufen. Resteverwertung eben.