AW: Peter Molyneux wirft Spieleentwicklern mangelnde Kreativität vor
Mann darf da nicht alles über einen Kamm scheren.
Es gibt tolle Nachfolger bekannter Spiele, bspw. TES 5, DoW 2 und Halflife 2 (nur um mal meine Favoriten zu nennen).
Ersteres fällt aber alleine genretechnisch schon heraus, da sich Rollenspiele (wie auch Adventures) vorallem durch die Story hervortun und sich dort "kreativ" zeigen können bzw. müssen. Das es hier aber auch viel einfachen "Abklatsch" lässt sich nicht verneinen (bspw. DA2).
Mein zweites Beispiel (Echtzeitstrategie) entspringt einem Genre, welches seit AoE und C&C immer nur die Milchkuh war. Im Grunde immer das Selbe, mal mit Rittern mal mit Panzern, mal mit Mineralien mal mit Öl. Ausnahmen sind hier sehr sehr selten. "Mut zu neuem" bzw. "Kreativität" findet man hier kaum, wenn doch, dann eher schlecht bis grauenhaft umgesetzt. Aber auch hier gibt es Perlen wie WC3 und eben DoW 2 (Multiplayer ohne Basenbau? WTF! Oh warte...verdammt das ist sau geil!).
Shooter an sich sind in meinen Augen schwerer zu greifen. Warum ist HL2 so absolut genial? Ich könnte keinen überragenden Punkt herausarbeiten, aber das Gesamtspiel ist einfach "rund" und macht irre Spaß, selbst jetzt noch beim x. Durchspielen.
CoD macht vieles richtig, und der SP-Teil fesselt wie kaum ein anderer. Dummerweise haben alle CoD nach den max. 7-8h SP-Teil ihren Reiz komplett verloren. Im MP erinnert es an CS(S), ohne aber dabei so "rund" zu sein. Für strategische Schlachten wie sie BF2 (eine weitere seltene Perle unter den Shootern) brachte fehlt CoD das gewisse etwas, und sei es das Gameplay (künstlich) zu verlangsammen.
Die Aussagen von P.M. sind sicherlich überspitzt aber grundsätzlich schon verständlich und teils auch richtig. Will man mit einem Spiel Geld verdienen muss man den Massenmarkt treffen (so wie Hollywood) und somit einfach möglichst alle Geschmäcker treffen und über ein weites Spieler-Spektrum Zustimmung finden. Dabei kommt zwangsläufig CoD 7 und WoW 2 heraus, da diese Spiele auf möglichst breites "Gefallen" getrimmt sind. Das dabei eine wirkliche Massenmarkt-Perle herauskommt ist sehr sehr selten, aber trotzdem möglich (s. HL 2).
Andere Perlen der Gamesgeschichte sprechen einfach nicht alle Spielerschichten an, weil sie größtenteils geschmackssache sind. Beispiele dafür gibt es zu Hauf, seien es die vielen richtig guten Indie-Spiele (BoI, World of Goo, das lustige Spiel mit der Zeit, dessen Namen mir gearde nicht einfällt etc.) oder aber Genreperlen wie Planescape Torment, MechWarrior (Tactics), Fallout ... Wirklich Geld verdient man mit diesen Nischenspielen eher nicht.
Daher greift P.M. meiner Ansicht nach auch die falschen Personen an. Es sind ja nicht die Designer, die ein CoD 7 produzieren wollen, sondern vorallem die Publisher. Es ist also nicht die Kreativität der Designer zu bemängeln, sondern eher der Mut der Investoren ihr Geld in Nischen zu stecken, immer mit dem Risiko auch Verluste zu machen (und welches CoD wird jemals Verluste machen?)