Die Umgebungstemperatur/Motherboardtemperatur sollte an einer Stelle abgenommen werden, wo sich keine weiteren Hitzequellen befinden, die das Ergebnis beeinflussen können. Wo das auf den einzelnen Boards sein soll, darüber schweigt sich Asus aus, zumindest ist mir außer Vermutungen nichts bekannt.
Unabhängig davon möchte ich folgende Behauptung aufstellen:
Mein Gehäuse verfügt neben einer Wasserkühlung (CPU, Graka) über sämtliche Lüfter, die ein Thermaltake Armor eben so mitbringt. Dazu gehört auch ein seitlicher 25 cm Lüfter, der frontal auf das Board bläst. Meine Raumtemperatur beträgt derzeit 21°C, die des Mainboardsensors 30°C (Everest, normale Last).
Daraus ergibt sich ein Delta von 9°C und das sollte plus/minus 2°C für einen gut gekühlten Rechner zutreffen. Ansonsten kann man über eine Verbesserung der Luftströme im Gehäuse nachdenken. Ab wann eine Umgebungstemperatur kritisch ist, kann ich nicht sagen.
Schlussfolgerungen:
1. Ein heißes Gehäuse erschwert den vorhandenen CPU- und GPU-Lüftern erheblich das Kühlen. Die GPU kann überhitzen und 3D Spiele können zum Systemabsturz führen. Wenn die CPU (Intel) die 65°C-70°C Grenze überschreitet, fängt sie an zu throtteln und es geht die Performance verloren.
2. Festplatten sind sowohl Temperatur- als auch Feuchtigkeitsempfindlich. Wenn die Raumluft extrem trocken ist, verträgt die Festplatte höhere Temperaturen. Wenn die Luft feucht ist, wie es im Sommer in einem Raum ohne Air-Condition der Fall ist, kann das schon die Lebenszeit der Festplatte verkürzen. Zum Beispiel werden 35°C bei 60% relativer Luftfeuchtigkeit als warm empfunden. Und bei 60% Luftfeuchtigkeit beginnt z.B. Auslegeware zu schimmeln, nur um mal zu verdeutlichen, wie feucht das schon ist. Gekühlte Räume hingegen haben eine reduzierte relative Luftfeuchtigkeit und das ist der größte Vorteil einer Air-Condition. Das Optimum für Menschen liegt bei 45% bis 55% relativer Luftfeuchtigkeit, nebenbei bemerkt.
(Die Festplatte hat übrigens eine kleine Bohrung, über die die feuchte Luft in das Gehäuse gelangt.)
Eine Chance besteht jetzt darin, dass die Gehäuseluft nicht ganz so heiß ist, wie aufgrund der Sensormeldung vermutet. Wenn im Grunde akzeptable CPU-Temperaturen vorliegen, kann das bedeuten, dass der Sensor in irgendeinem warmen Bereich angebracht ist, z.B. nahe am Chipset, Mosfets oder sonstwas.
Hier hilft dann ein normales oder digitales Thermometer, das man irgendwo sinnvoll im Gehäuse anbringt, um die Temperaturen zu messen. Daraus kann man dann das Delta zur Raumtemperatur errechnen und entscheiden, ob es ok ist, oder nicht.