Also bedarf es nur mehr Körperverletzungen und es gilt wieder das Gesetz des Stärkeren? Das ist doch Quatsch.
Natürlich gibt es bei der Gesetzgebung auch gesellschaftliche Einflüsse die zu Änderungen führen aber das ist m.E. ein anderes Thema.
Doch, wenn wir hier über Maßnahmen gegen beliebte Parteien sprechen, dann ist das Thema und ganz allgemein gibt es bei der Gesetzgebung nicht "auch" gesellschaftliche Einflüsse. Es gibt überwiegend gesellschaftliche Einflüsse und eigentlich sollte es NUR gesellschaftliche Einflüsse. Das nennt man dann "Demokratie": Was die Gesellschaft mehrheitlich will, wird in Gesetze gegossen. Und dazu gehört theoretisch auch "wir wollen uns alle gegenseitig zu klump schlagen". Wenn es der Mehrheit wichtiger, ihrem Nachbarn eine reinschlagen zu dürfen, als selbst vor Schlägen des Nachbarn geschützt zu werden (bzw. wenn man auf letztere steht), wäre es legitim, das zu legalisieren. Bei so einem extremen Beispiel gibt es halt nicht ansatzweise eine derartige Mehrheit, weswegen es absurd anmutet. Aber in gleicher Weise erlauben wir z.B. Autofahren. Niemand will wirklich, dass jemand vor seinem Haus vorbeifährt (insbesondere nicht schnell und laut), auch wenn es einige mehr stört als andere. Das merkt man jedes Mal, wenn eine Straße gebaut werden soll, nur "bitte nicht hier". Aber die überwältigende Mehrheit will selbst mit dem Auto an diversen Orten vorbeifahren / vorbei gefahren werden / Waren geliefert bekommen und ist deswegen dafür, dass allgemein zu erlauben.
Wenn dagegen ein kleiner Kreis vorgeben, was andere dürfen und was nicht, dann nennt man das "Oligarchie" oder "Diktatur". Und genau an diesem demokratischen Anspruch muss man sich messen, wenn man Politik verbieten will, für die es Mehrheiten gibt.
Ich wäre zwar wortwörtlich für ein AFD-Verbot gestern statt heute, da sie gestern noch keine Mehrheiten hatte, undzwar einfach auf der Grundlage dass sie systematisch Unwahrheiten verbreitet und Leute täuscht, um die Mehrheiten für sich selbst zu schaffen. Betrug gehört verboten, auch wenn er eigentlich leicht zu durchschauen wäre und letztlich nur weit verbreitete Emotionen angezapft werden, die genau so widerlich sind, wie die AFD. Aber mit der Entscheidung, dass Parteiverbote nur auf der Grundlage "will die Ordnung und bedrohen und ist groß genug, dass zu schaffen", wurde die Möglichkeit eines demokratisch legitimierten Parteiverbots ausgehebelt.
Was die Situation deutlich zu kurz beschreibt. Das Privateigentum wird nicht einfach weggenommen. Die Entschädigungszahlungen sind da schon sehr üppig. Zumindest kenne ich das aus der Praxis beim Bau eines Umspannwerk s.
Umspannwerke dürften nicht unter das Bergbaurecht fallen. Das geht wesentlich weiter.
Allerdings wurden der Partei die finanziellen Mittel gestrichen.
Was in meinen Augen nur noch mehr fail ist:
Entweder eine Partei ist okay oder sie ist es nicht. Mit der Entscheidung, Mittel für eine wir-müssen-sie-als-okay-einstufen-aber-wir-mögen-sie-halt-nicht zu streichen, hat man schlichtweg Geld über Demokratie gestellt.
Ich will nicht abstreiten, dass das nicht ein perfektes Symbol für die Zustände in Deutschland war, aber ...
Ich versuche, es neutral zu beschreiben. In meiner Wahrnehmung dominiert der rechte Flügel. Die Rhetorik und die Politik sind näher an der AFD als an einer politischen Mitte. CDU Wähler sehen das sicherlich anders.
Für Heute-noch-CDU-Wähler beginnt die "Mitte" ja auch erst ein gutes Stück rechts der SPD.
Daher sollten die, die CDU Politik verurteilen und als ungerecht definieren durch Logik eher grün als blau wählen. Das wäre zumindest meine Schlussfolgerungen.
Wenn man die grüne Realpolitik betrachtet: Ja. In der Rubrik "Status Quo konservieren" war Habeck einer der fleißigsten Politiker seit langem, Özdemir ebenfalls stabilisierend unterwegs und Rot-Grün hat seinerzeit zwar "Reformen" gemacht, aber das um z.B. kleine, ursprünglich arbeitende Landwirte zu unterstützen, Abhängigkeit von ausländischen Importen zu reduzieren oder dezentrale Energieproduktion gegenüber internationalen Großkonzernen voranzubringen. Das war Ur-Konservative Politik.
Aber ein Großteil der Wähler kümmert sich in Deutschland ja nicht mehr darum, was Politiker tatsächlich machen. Siehe Scholz, siehe Merz, siehe Spahn, siehe... . Wenn es überhaupt mal um sowas wie Inhalte geht (und nicht um Personen, wie die meiste Zeit), dann zählt nur, was gesagt wird. Aber mit Schwerpunkt auf Sätze kürzer fünf Wörter. Aufmerksamkeitsspanne und so. Da erweisen sich die Grünen selbst einen Bärendienst, denn wann immer sie in den letzten Jahrzehnten mal die Chance hatten, Sachvorschläge in die Debatte einzubringen, kamen sie mit "Tempolimit", "Veggie Day", "Gender", etc.. Hochemotionalisierte, hart-progressive, und i.d.R. entweder diffuse oder wirkungslose Symbolpolitik. Für Konservative genauso unwählbar wie für progressive, die durchdachte Konzepte für substanzielle Fortschritte wollen. Im falle der Ampeljahre muss man den Grünen in diesem Zuge auch noch vorwerfen, ähnlich wie die FDP einen weitaus schillernderen Wahlkampf als spätere Realpolitik zu machen. D.h. sie fallen nicht nur bei der einen Gruppe durch, weil sie die "falschen" Forderungen gestellt haben, sondern auch noch bei denjenigen, die die gut fanden, weil dann real deutlich andere Schwerpunkte gesetzt, also die eigenen Ankündigungen verraten worden.
Es ist aber auch nichts mehr möglich die Fehler, die die SPD unter Kohl, Schröder und Merkel mitverantwortlich tragen, zurecht zu rücken. Es ist auch keiner in der SPD der die Verantwortung für die radikale Abkehr der Politikentscheidungen der letzten Jahrzehnten vorantreibt und so bleiben die Selben im Amt und schließen die Augen vor der drohenden Bedeutungslosigkeit.
Natürlich ist es möglich, Fehler zu korrigieren. Nicht angenehm und nicht leicht (genauer: umso schwerer, je länger man auf falschem Kurs bleibt), aber möglich. Nur müsste man dazu erst einmal eingestehen, dass es Fehler waren, insbesondere auch die eigenen. Genau das machen unsere Politiker aber nicht und verlieren damit jegliche inhaltliche Glaubwürdigkeit. Schließlich geht es in der höheren Politik quasi immer um Verteilungsfragen und ein "Fehler" ist somit immer eine Frage der Betrachtung: Des einen Schaden war des anderen Vorteil. Wer den Schaden nicht Schaden nennt, sondern schönredet, betrachtet die Vergangenheit also offensichtlich aus Sicht der Vorteilsnehmer. Siehe z.B. Spahns Maskendeals. Die waren aus Sicht von der beteiligten Händler doch goldrichtig. Genauso wie zuvor Dobrindts Mautpläne aus Sicht des bereits bezahlten Konsortiums oder Merkels Ausstieg aus dem Atomausstieg für die Konzerne, die dafür Steurmilliarden kassiert haben. Von Scholz Cum-Ex-Deckung, Reiches Auslöschung der deutschen Solarindustrie zugunsten fossiler Kraftwerke und der Jahrzehntelangen Milliardenveruntreuung bei der Bundeswehr ganz zu schweigen.
Alles "richtige" Entscheidungen aus Sicht bestimmter Leute. Politiker, die das weiterhin als "richtig" bezeichnen respektive "sich keine Fehler vorzuwerfen" haben, betrachten diese Entscheidungen offensichtlich aus der Sicht der Profiteure und werden auch weiterhin Politik aus dieser Perspektive machen. Also mit der Faust in die Fresse der Bürger.