ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Und jetzt? Schnellladung in 5 Minuten und Reichweiten jenseits der 1000km. Schade, dass wir nicht mitspielen wollten.
Schade, dass der gleiche Laden sowas jedes Jahr aufs neue verspricht, es aber immer noch keinen Kompaktwagen damit zu kaufen gibt. (Okay: 1000 km versprechen sie seit Jahren, 1500 km sind neu. Aber reale 600 km Autobahn gibt es dennoch nicht und 400 km in 5 Minuten auch nicht. Dafür aber Leergewichte von 3 Tonnen.)
Ammenmärchen. Das habe ich mit keinem Benziner oder Diesel der letzten 15 Jahre geschafft. Reale 7-9 Liter kommt da schon eher hin.
Ich habe in den letzten knapp sieben Jahren nur sehr selten Schnitte von über 7 l/100 km für Tankfüllungen gehabt (genauer führe ich nicht Buch) und diejenigen >10 l Gesamtmenge, die über 7,5 l/100 km lagen, kann ich wortwörtlich an einer Hand abzählen:
7,6 mit 131 km/h Schnitt
7,5 mit 93 km/h Schnitt
7,7 mit 126 km/h Schnitt
8,1 mit 106 km/h Schnitt (Verantwortlich: meine bessere Hälfte)
7,6 mit 100 km/h Schnitt
Jede einzelne dieser Tanke-zu-Tanke-Etappen war deutlich schneller, als man mit "über Land pendeln "müssen"" hinbekäme, ohne seinen Führerschein zu verlieren. Wo ich das mal mehrheitlich Landstraße hatte (Beispiele ganz ohne Autobahn und Stadt habe ich nicht), komme ich z.B. auf 6,3 l @Tempo75 oder 5,7 l @66. Und nein, dass sind keine Momentaufnahmen (740 respektive 800 km für die beiden Tankfüllungen) und es war auch nicht bergab. (Wenn ich oben aufm Bernardino oder Brenner tanken muss, stehen beim nächsten Halt <5,5 l und >90 km/h auf der Uhr.)
Langfristiger Schnitt liegt, wie angedeutet, bei 6,6 l (und 70 km/h). Man muss halt vorausschauend fahren und nicht ständig fossile Energie wegbremsen, dann geht das schon. (Und eigentlich ginge auch noch viel mehr. Den Wagen habe ich vor allem aus Ergonomiegründen gewählt, allein mit heute in Serienfahrzeugen zu findenden Verbesserungen an Motor und Aerodynamik könnte man locker 1/3 weniger Verbrauch rausholen, wenn mal jemand ein Best Of zusammenstellen würde, statt SUVs zu bauen.)
In drei Jahren kannst meinen haben. Der wird dann 40 TKM gefahren sein, noch 3 Jahre Garantie haben und ist obendrein bis Ende 2032 mit OTA Softwareupdates versorgt.![]()
Ich bevorzuge Autos, die keine Updates brauchen und gar nicht erst online gehen, um ein Fahr- und Bewegungsprofil von mir weiterzugeben und eigentlich wollte ich meinen eher noch 13 Jahre fahren. Aber alles, was kurz genug für städtische Parklagen ist, schmal und wendig genug für italienische Straßen, ne Kofferraumklappe hat und 1200 km in 12 h inkl. Pausen und realem Straßenverkehr schafft, kann ich ihn mir mal angucken.
Der Mix macht die Musik. Man fährt weder nur mit 120 km/h Langstrecke als auch nicht nur Stadt. Dem Bordcomputer kann man bei sowas auch nicht trauen. Kannst halt nur messen. Ne mixed Tour, wenn du bei Aufblinken der Reserveleuchte gleich tankst, dir die Liter merkst und dann schaust wie viele KM man gefahren ist, wenn die Leuchte wieder angeht, das ist dann der reale Verbrauch.
Volltanken bis Volltanken und dann an der Zapfsäule ablesen, wie groß der Unterschied ausfällt, ist wesentlich einfacher. Nach mehreren Wiederholungen dann mal den Bordcomputer justieren. Ich habe über die letzten knapp 10 Mm rund 720 l an Tankstellen bezahlt und 725 l laut Bordcomputer verbraucht. Also 0,6% Fehler im Schnitt und 0,2% sind schon Anzeigegenauigkeit. (0,3% habe ich dann mal korrigiert, fünf Jahre nach der letzten Justage.)
Ich schrieb doch, dass man gleichbleibenden Geschwindigkeiten, ohne viel beschleunigen, abbremsen, wieder beschleunigen ziemlich verbrauchsarm unterwegs sein kann. Aber selbst dann verbrauche ich vom Energieverbrauch her mit dem EV3 umgerechnet knapp 2 l Diesel.
Jo. Und wenn du die tankst, während dein Netzsegment nicht >100% des Verbrauchs mit erneuerbaren decken kann, bläst ein Kohlekraftwerk parallel die CO2-Menge von 5-6 l Diesel in die Luft, um die entsprechende Strommenge einzuspeisen. 7+ l, wenn nicht nur AC-Ladeverluste und normales Netz, sondern ein Schnelllader im Spiel ist. Und um das alles möglich zu machen wurden Summen in PKW-Technik und -Infrastruktur investiert, mit denen man den stationären Verbrauch mehrerer Haushalte von Kohle hätte auf EE umstellen können.
Das Statistische Bundesamt gibt für 2023 jedenfalls an, dass private Diesel- PKW im Schnitt 9,1 Liter auf 100 KM verbrauchten.
Natürlich gibt es Schrankwände, die nach Entfernung des Limiters 300 fahren und 9 l auch auf der Hälfte durchziehen. Aber da reden wir echt nicht mehr von irgendwas, dass mit verantwortungsvoller Mobilität zu tun hat. Das sind die Leute, für die Batterieautos nie ausreichen werden, weil selbst ein >100 kWh Akku "nach 80 km leer ist".
Oder war das Spaß mich ganz nebenbei als Facho zu bezeichnen? Das ist dann auch wieder eine Form des Rassismus...



