Bester_Nick
Lötkolbengott/-göttin
AW: Nach Brexit-Abstimmung googlen Briten, was der EU-Austritt für sie bedeutet
Demnach sollte dann also jedes EU-Land ein Referendum über den Verbleib oder den Ausstieg abhalten. Aber was würde das für einen Sinn machen? Das würde nur massives Chaos bedeuten und das Ergebnis würde einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung enttäuschen, egal wie es ausfällt. Wir hätten halt das im großen Maßstab, was wir nun im kleinen Maßstab in England haben. Nein, ich finde Großbritanien hat in dieser Hinsicht alles falsch gemacht. Wenn überhaupt wäre es richtig gewesen, VOR einem möglichen Eintritt in die EU eine Abstimmung abzuhalten.
Abgesehen davon behaupten böse Zungen, dass dieses Referendum nur Gepoker von Cameron war. Er selbst rief es ins Leben als Daumenschraube, um mit der EU noch mehr Extrawürste für sein Land auszuhandeln. Nachdem er es geschafft hatte, setzte er sich für den Verbleib ein. Aber Cameron hat sich verzockt und ganz Europa ist leidtragend.
Gerade bei großen, wichtigen Dingen ist direkte Demokratie angemessen. Kleinkram kann man so gar nicht entscheiden, weil es viel zu viele Entscheidungen wären, die viel zu viel Information auf Seiten der Wähler vorraussetzen. Aber z.B. eine strategische Abwägung zwischen der Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft und der Selbstständigkeit ist ein 1A-Szenario für eine Volksabstimmung, denn die Frage "ist Wirtschaft oder Freiheit wichtiger?" hat überhaupt keine objektiv richtige Antwort, die Politiker treffen könnten. Die Antwort muss das Volk selbst geben. Und Großbritannien hat in der Hinsicht auch alles richtig gemacht (genauso wie vorher Schottland), einen angemessen Vorlauf gelassen und wirklich alle Vor- und Nachteile intensiv diskutiert. Am Ende haben die Bürger eine Entscheidung getroffen und bei der scheinbar rekordverdächtig hohen Wahlbeteiligung kann man auch nicht mehr von einem kurzfristigen Erfolg von ein paar Populisten sprechen. Die EU-Ablehnung, die sich am Donnerstag mainfestiert hat, ist in Jahrzehnten gewachsen.
Das einzige, was man bezüglich direkter Demokratie ggf. hätte einführen sollen: Die Forderung nach einer 2/3 Mehrheit dafür oder dagegen und eine Wiederholung der Wahl bei einem undeutigen Ergebnis. ±2% kann man sich in einer Präsidentenwahl erlauben, die nach 4 Jahren eh wieder egal ist, aber bei einer Entscheidung, die das Land auf Jahrzhente prägt, hätte man sicherstellen müssen, dass nicht 48% der Bevölkerung zu "Opfern" werden.
Demnach sollte dann also jedes EU-Land ein Referendum über den Verbleib oder den Ausstieg abhalten. Aber was würde das für einen Sinn machen? Das würde nur massives Chaos bedeuten und das Ergebnis würde einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung enttäuschen, egal wie es ausfällt. Wir hätten halt das im großen Maßstab, was wir nun im kleinen Maßstab in England haben. Nein, ich finde Großbritanien hat in dieser Hinsicht alles falsch gemacht. Wenn überhaupt wäre es richtig gewesen, VOR einem möglichen Eintritt in die EU eine Abstimmung abzuhalten.
Abgesehen davon behaupten böse Zungen, dass dieses Referendum nur Gepoker von Cameron war. Er selbst rief es ins Leben als Daumenschraube, um mit der EU noch mehr Extrawürste für sein Land auszuhandeln. Nachdem er es geschafft hatte, setzte er sich für den Verbleib ein. Aber Cameron hat sich verzockt und ganz Europa ist leidtragend.


