Von Spectre sind prinzipiell Prozessoren mit speculative execution und Caches betroffen, also quasi alle Architekturen dieses Jahrtausends. Prominente Ausnahmen sind Sparc, Itanium, die ersten beiden Atom-Generationen und Vias C7 – aber nicht IBM Power.
Meltdown ist, soweit ich es bislang verstehe, nur eine modifizierte Form des Gedankens hinter Spectre und betrifft nur Intel-CPUs. Hier wird eine Möglichkeit ausgenutzt, um besonders viele Operationen als Block auszuführen – und davon profitieren auch die Side-Band-Methoden, die die Grundlage von Spectre/Meltdown sind. Der zusätzlich Trick steigert die Performance des Angriffes um mehrere Größenordnungen, lässt sich aber mittels Patch verhindern. Abseits der getesteten Haswell-CPU ist dieser hochoptimierte Programmcode aber scheinbar wirkungslos – was nicht wirklich überrascht. Letztlich nutzen diese Angriffe Nebeneffekte normaler Funktionen aus, die sich aus der jeweils spezifischen Caching-, Branch-Prediction- und Speculative-Exectution-Strategie ergeben. Je stärker man für diese spezifischen, undokumentierten und unbeabsichtigten Eigenschaften optimiert, desto unwahrscheinlicher sind identische Ergebnisse mit einer anderen Architektur. Die Forscher hinter Meltdown kannten sich offensichtlich besonders gut mit Haswell aus respektive habe diese Architektur bei ihrer Suche nach Angriffsvektoren gegenüber AMD priorisiert.