RedDragon20
BIOS-Overclocker(in)
ME: Andromeda ist alles andere als katastrophal zu Release gewesen.
Der gröbste Punkt waren die Animationen und die Gesichter. Die sind zwar nach wie vor nicht perfekt, aber es hat sich seit dem letzten Patch echt gebessert. Gröbere Bugs hatte ich auch vor dem Patch nicht mitbekommen. Auch das Gameplay ist völlig in Ordnung...
Leider ist es eben nicht das, was man von Bioware gewohnt ist.
Der gröbste Punkt waren die Animationen und die Gesichter. Die sind zwar nach wie vor nicht perfekt, aber es hat sich seit dem letzten Patch echt gebessert. Gröbere Bugs hatte ich auch vor dem Patch nicht mitbekommen. Auch das Gameplay ist völlig in Ordnung...
...wobei du damit absolut recht hast. Abgesehen davon, dass die Story auch nie richtig in Fahrt kommt. Laune macht das Spiel aber trotzdem.Das Problem bei ME:A ist das man sich bei Bioware nicht entscheiden konnten was ME:A nun sein soll. Auf der einen Seite versuchen sie wieder mit Kett, Geißel und Relikten einen epischen Konflikt aufbauen zu wollen, wo der epische Held kommt und alle rettet und auf der anderen Seite wollen sie die Geschichte von Spezies erzählen die in einer neuen Galaxie ankommen und sich dort etwas neues aufbauen wollen und erkunden möchten. Beides zusammen funktioniert nur leider nicht wirklich, so das am Ende beide Teile des Spiels einfach nur Durchschnitt sind, nicht gut, aber halt auch nicht richtig schlecht.
Für eine Geschichte mit epischen Gegnern fehlt die Dichte der Erzählung, der klare rote Faden und die Inzinierung die sich genau darauf ausrichtet und für ein Spiel wo man viele neue Sachen in dieser neuen Galaxie entdeckt fehlt dem Spiel der Fokus auf gute Exploration, Erkundung und Interaktion mit der Umwelt, was noch dadurch verstärkt wird das in ME:A das Weltdesign / Leveldesign und nachvollziehbare Gestaltung von Technologie, Gebäuden, deren Einsatzzwecke und Verwendung, sowie eine nachvollziehbare Flora und Fauna mit einer zumindest rudimentären Nahrungskette aus friedlichen und agressiven Tieren, aus Pflanzenfressern und Fleischfressern fehlt.
Der Effekt sich in einer neuen Galaxie zu befinden in der man sich eine neue Existenz aufbaut und eine Lebensgrundlage erarbeiten muss kommt dadurch nicht zur Geltung, auch weil die meisten Planeten schön regelmäßig mit nach Gießkannenprinzip in die Landschaft gesetzten Gebäuden, Lagern und Reliktgebäuden, deren Bewohnern und potenziellen Questgebern vollgemüllt sind und in denen man maximal die immer gleichen Dinge scannt die einem ein paar Forschungspunkte geben, aber im Grunde nichts interessantes über ihren Zweck und ihre Verwendung zu erzählen (nach ein paar Spielstunden fängt man an die immer gleichen Texte beim scannen schon garnicht mehr zu lesen).
Ich weiß nicht wie ich das anders umschreiben soll, aber es fühlt sich die meiste Zeit nicht so an als würde ich neue Planeten erforschen, mich gegen Flora und Fauna und Umweltbedingungen behaupten müssen, sondern schlicht schon besiedelte Planeten abarbeiten in denen es eigentlich bis auf ein paar Infos über Kett, Angara, Relikte und die Geißel nichts wirkliches zu entdecken gibt. Es wirkt spätestens nach den ersten zwei besuchten Planeten (EOS / Harvarl / Voeld) im Grunde alles austauschbar und zu generisch, viele Kett- / Plünderer- / Gesetzlosenlager und Reliktruinen zum "erkunden" und das war es, sonst haben die Planeten eigentlich (abseits der von Quests) wenig zu erzählen und zu erleben.
Das ist zumindest nach 127h Spielzeit mein persöhnliches Fazit zu ME:A.
ME:A mag kein schlechtes Spiel sein, allerdings ist es halt auch weder in die eine Richtung (Erkundung) noch in die andere Richtung (Story / Inzinierung) gut, es ist schlicht absoluter Durchschnitt ohne wirklich klare Stärken, aber mit vielen deutlichen Schwächen und da rede ich nicht von ein paar lausigen Animationen, das könnte man übersehen täte der Rest irgendwo wirklich gut sein und am Ende frage ich mich schon etwas, was hat Bioware mit ihren 40 Millionen Dollar Buget und 5 Jahren Entwicklungszeit gemacht? Das Ergebnis macht auf mich jedenfalls nicht wirklich den Eindruck als wären in die Entwicklung von ME:A 40 Millionen Dollar geflossen und wären die 5 Jahre Enwicklungszeit gewinnbringend gewesen, nicht zuletzt auch weil ein The Witcher 3 mit "grade einmal" 24 Millionen Euro Entwicklungsbuget gefühlt das soviel bessere Welt- und Leveldesign hat und das auch mit Nebenquests die einem ME:A kaum nachstehen und einer Hauptquest die soviel dichter in ihrer Erzählweise wirkt als die in ME:A.
Am Ende bin ich da bei ME:A wirklich etwas ratlos diesbezüglich und wohl auch, mal wieder, entäuscht (nach DA:I) vom abgelieferten Inhalt des Spiels...
Leider ist es eben nicht das, was man von Bioware gewohnt ist.
