Man muss sich dazu mal anschauen, wo China vor nur 12 Monaten stand: mit dem Moore Threads MTT S80, der in der Praxis eher auf GTX-1030-Niveau performte und nicht selten hinter einer GTX 1050 Ti zurücklag — und wo es heute mit dem Lisuan LX 7G100 steht: in synthetischen Tests knapp an der RTX 3060, je nach Titel.
Klar, die Karte ist zu teuer, gemessen an dem, was wir hier haben: mit rund 3.300 Yuan, also umgerechnet knapp 480 Dollar, liegt die preislich sogar über einer RTX 5060 Ti, während sie in der Praxis eher RX-6600-XT- oder RTX-3060-Leistung liefert. Das ist aber erst mal egal - man sieht klaren Fortschritt.
Was China bei Autos geschafft hat, werden die auch bei GPUs schaffen. Nicht ganz auf Leistungsebene: Dafür fehlt tatsächlich die Hardware für ultramoderne Beleuchtungstechniken, also keine Raytracing-Einheiten und keine dedizierten Cores für AI-Upscaling wie DLSS oder FSR. Aber das müssen sie auch gar nicht sofort. Primär ist das doch erst mal alles für den eigenen Markt, und hier ist man softwareseitig von „unbenutzbar“ zu WHQL-zertifiziert gesprungen. Das ist ein historischer Meilenstein: Lisuan ist als erstes chinesisches Unternehmen überhaupt in den Kreis der WHQL-zertifizierten GPU-Hersteller aufgenommen worden, neben NVIDIA, AMD und Intel.
Zu lachen gibt es da gar nichts. Und wenn ich einem zutraue, was man sich als Ziel setzt, dann China mit ihren 5-Jahres-Plänen. Die führen es doch vor. Regierung setzt ein Ziel, Industrie und Forschung wird drauflosgelassen, und dann erreichen sie auch ihre Ziele.