Linux 4.0 offiziell freigegeben

Jimini

PCGH-Community-Veteran(in)
Nach Version 3.19 ist gestern Version 4.0 des Linux-Kernels freigegeben worden.

Der Versionssprung ist dabei nicht großen Neuerungen, sondern der Vermeidung allzu hoher Versionsnummern geschuldet - Versionsnummern à la "2.6.39" sollen somit der Vergangenheit angehören. Bereits vor fast 4 Jahren äußerte Linus Torvalds auf der auf der Kernel-Mailingliste, dass künftig schneller auf nächste Versionen gewechselt werden soll.

Auch wenn Version 4.0 somit nicht wirklich mit revolutionären Features aufwartet, enthält dieser Kernel doch einige interessante Neuerungen. Vor allem sei hier die erstmalige Implementierung einer Live-Patching-Funktionalität zu nennen, dieses "Kernel Live Patching" genannte Feature soll es künftig ermöglichen, etwa 90% aller Bugfixes und Security-Patches in den laufenden Kernel zu übernehmen, ohne das System neustarten zu müssen. Während diese Neuerung für normale Anwendersysteme eher noch als nettes Gimmick zu betrachten ist, stellt es bei kritischen Systemen einen echten Mehrwert dar. Server oder Systeme, welche sehr umfangreiche Berechnungen ausführen müssen, können somit gepatcht werden, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
Aktuell ist diese Funktion aber noch nicht ganz ausgereift - unter den Kernelhackern wird seit Monaten diskutiert, ob und wie KLP implementiert werden soll oder kann, ohne die Stabilität des laufenden Systems zu gefährden.

Darüber hinaus gibt es nun die Mount-Option "lazytime" für ext4 - hiermit werden aktualisierte Zugriffs-, und Modifikationszeiten von Dateien erst einmal im RAM gecached, um sie bei einem späteren Zugriff auf die Inode-Tabellen des Dateisystems zu schreiben. Hierdurch soll nicht nur die Performance, sondern auch die Lebensdauer von Datenträgern deutich gesteigert werden.

Ferner konnte der Durchsatz bei der Verwendung mit dm-crypt verschlüsselter Datenträger erhöht werden.

Eine umfangreiche Auflistung der Neuerungen in 4.0 ist bei heise.de einsehbar.

Persönliche Anmerkung: wie erwartet arbeitet der Kernel normal. Unter Gentoo etwa sind die gentoo-sources, also der Linux-Kernel mit Gentoo-Patches, bereits in Version 4.0.0 verfügbar (allerdings momentan noch maskiert).

Quellen:
- http://www.golem.de/news/betriebssysteme-linux-4-0-patcht-sich-selbst-1504-113455.html
- http://www.golem.de/news/linux-4-0-streit-um-das-live-patching-entbrennt-1503-112661.html
- http://www.heise.de/open/meldung/Li...im-laufenden-Betrieb-korrigieren-2600691.html
- http://www.heise.de/open/artikel/Die-Neuerungen-von-Linux-4-0-2600242.html

MfG Jimini
 
Zurück