Ja, größere Texte stelle ich mir ohne LaTeX auch echt grausam vor. Spätestens wenn Formeln usw. im Spiel sind.
Außer für so Dinge, die mit Bildlinks arbeiten, wie Produktdatenblätter, die sich dann z.B. die aktuelle Explosionszeichnung beim Rendern holen etc. gibt es keinen guten Grund mehr für Latex.
Gerade für Formeln ist seit Office 2007 kein Grund mehr da, dafür auf Latex umzusteigen. Da kann man die wahlweise umständlich in Latex-Markup, natürlich oder per altmodischem Formeleditor schreiben. Das ist wirklich das schwächste "die 90er haben angerufen und wollen ihr
Word Latex zurück"-Argument.
Rechtschreibprüfungen, Thesaurusfunktionen, Inhaltsverzeichnisse und gerade gigantische Literaturverzeichnisse sind auch wesentlich einfacher in Word. Natürlich stürzt der Editor seltener ab, wenn das allerdings ein Problem sein sollte muss man sich Gedanken über den eigenen Workflow machen. Wer die ersten beiden genannten Dinge nicht zu schätzen weiß, wenn hunderte Seiten verfasst werden, der ist vermutlich längst auf Textgeneratoren umgestiegen, um das Volumen zu erhöhen.
Und wer unbedingt Markup will und nicht zur Nutzung von 20 Jahre alten Latex-Stylesheet-Vorlagen genötigt wird, der greift zu Typst. Das ist von Grund auf logisch aufgebaut und hat nicht die ganze uneinheitliche Syntax einer über Jahrzehnte gewachsenen Frankensteinversion von Latex+Addins.
Sollte mal mehr Schwergewicht und Kompatibiltät zum grützeligen MS-Office von Nöten sein, gäbe es immer noch
- OnlyOffice
- WPS Office
- SoftMaker FreeOffice
OnlyOffice und WPS sind mir bisher noch inkompatibler vorgekommen, als Libre. Hängt aber vermutlich mit dem Updateintervall zusammen, und ob man neben Word auch Excel oder Powerpoint nutzt. Ein neues Release ist traditionell immer besser als die Alten der Konkurrenz.
"Softmaker Office" ist von der Kompatibilität ok, die Vollversion hat einen ganz guten Ruf. Wer aber ohnehin Geld ausgibt und keinen höheren moralischen Anspruch hat, der kann dann auch gleich zum "echten" Office greifen, allein schon für "Outlook", das meiner Ansicht nach zusammen mit "Excel" die einzige verbliebene "Killerapp" im Microsoft-Office-Paket ist. Aber wer weiß, wie lange M$ das noch anbietet bevor alle Nutzer in Webapps wie das "neue Outlook", die live am Exchangeserver hängen, gedrängt worden sind. Wer ohnehin kein POP3 nutzt, braucht ja auch kein vollwertiges Mailprogramm und Termine online zu speichern findet nicht nur M$ gut.