Werbung wird immer aggressiver. Und das muss sie auch. Zum einen, weil eine gigantische Industrie dahinter steckt. Man muss sich nur mal ansehen, mit welchen Summen in der Werbebranche jährlich hantiert wird. Ein Gewerbe, dass am Ende vom Tag nichts produziert und keinerlei Mehrwert für das beworbene Produkt bringt. Die Wirtschaft will sich natürlich nicht selbst abschaffen. Gleichzeitig werden praktisch alle Märkte immer stärker umkämpft, z. B.. durch Konkurrenz aus Asien. Sprich: Mehr Player wollen werben und die Branche wächst.
Aber da gibt es ein Problem: Für mich selbst habe ich die Erfahrung gesammelt, dass ich gegen Werbung so massiv abgestumpft bin, dass ich sie kaum mehr wahrnehme (Anmerkung: Ich schaue seit vielen Jahren kein Privatfernsehen mehr, das hilft dabei enorm). Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, bei dem das so ist. Wenn beim Empfänger weniger ankommt greift das alte Motto „viel hilft viel“. Also: Mehr Werbung. Und in Zeiten von “Social Media“ (wie ich diesen Begriff hasse) kommt ein weiteres Problem: Während bei der intellektuell eher dürftig ausgestatteten Zuschauergruppe (z. B. auch Kinder) viel Werbung eine starke Markenprägung auslösen kann, kann diese Dauerbeschallung bei den chronisch Pikierten direkt die Steilvorlage für eine sozialverträgliche, volldigitale Hexenverbrennung sein.
In Anbetracht der harten Bandagen, mit denen in der Werbebranche gekämpft wird, wundert es kaum, dass man nun auch von einem selbst gekauften Elektrogerät mit Werbung bombardiert wird. Wir haben aktuell einen OLED im Wohnzimmer. Ein tolles Display, keine Frage. Aber ich würde jederzeit mehr bezahlen, damit ich wieder einen Fernseher ohne „Smart“ bekomme, der dafür keine Minute zum Hochfahren braucht. Leider sind diese Gerät mit gutem Display inzwischen ausgestorben.