AW: Kopfhörer für bis zu 200€
Die Audio-Technicas - ebenso wie die AKGs der K7xx-Reihe (vom K712 Pro vllt abgesehen, der hat etwas mehr Bass, ist aber sicherlich dennoch ein charakterlich ganz anderes Gerät) wären ein krasser Kontrast zum DT 770, was die Basspräsenz angeht - "Wumms" im sozusagen volkstümlichen Sinne kannst du hier nicht mehr erwarten. Das bedeutet nicht, dass es keinen Bass gibt, aber für die meisten Leute ist die Umstellung komisch, weil sie von Gaming-Headsets, günstigen In-Ears oder sonstigem eine eher basslastige Abstimmung gewöhnt sind.
Dafür ist das Bühnenbild, wie erwähnt, ein ganz anderes, wobei ein DT 770 für einen geschlossenen Hörer da auch nicht schlecht ist.
Was deine Aussage zu Dumpfheit und "Druck" (solange du nicht den Anpressdruck meinst, denn dieser ist bei den Pro-Modellen immer höher) angeht, interpretiere ich diese aber dahingehend, dass dich genau dieser geschlossene Aufbau stört - denn die Beyers sind in jedem Fall nicht im "Beats-Sinne" dumpf, dafür sorgt der Beyer-Peak recht zuverlässig.
Wenn dir also der sonstige Charakter des DT 770 (auch hinsichtlich Tragekomfort) gefallen hat, könntest du den DT 990 probieren, der ebenfalls eine klassische Badewanne ist, als offener Hörer aber luftiger klingt und eine größere Bühne hat. Die Basspräsenz ist dennoch größer als bei der großen Mehrheit der offenen Kopfhörer, der Beyer-Peak selbstredend auch vorhanden, wodurch Musik sehr energetisch interpretiert wird.
Der DT 880 ist hingegen höchstens dann noch eine Badewanne, wenn man diesen Begriff sehr weit auslegt - im Oberbass ist noch eine leichte Anhebung vorhanden (kein Vergleich zu seinen kleineren Brüdern) und den Beyer-Peak gibt es in milderer Ausprägung auch hier, insgesamt ist dieser KH aber der neutrale unter den DTs, wenn der Frequenzgang auch sicherlich bei weitem nicht das flachste ist, was man finden kann. Ob einem das gefällt, ist Geschmackssache, wie alles andere aber auch. Probehören!
Sennheiser wiederum repräsentiert mit den HD 5xx- und HD 6xx-Reihen einen gänzlich anderen Charakter, der im englischen Fachjargon gern als "laid back", "relaxed", "smooth" oder "easy" beschrieben wird (ich weiß, dass diese Worte für sich genommen wenig aussagen - das ist aber ein generelles Problem mit Klangbeschreibungen). Für alle diese Hörer gilt das in unterschiedlicher Ausprägung, denn natürlich gibt es große Unterschiede, HD 600 und HD 650 sind technisch bedeutend fähiger als ihre kleinen Brüder was beispielsweise die Auflösungsfähigkeit betrifft. Die letzteren beiden glänzen gegenüber den meisten vorgenannten zudem mit einer großartigen Stimmwiedergabe, was vor allem bei vocal-lastiger Musik zum Tragen kommt.
Eines noch: Mit einem qualitativ hochwertigen und korrekt eingestellten Mikrofon, wirst du die Loop-Probleme, die du befürchtest, nicht haben

Wenn du ein Modmic 4.0 wähltest, wäre diese Sorge sogar völlig ausgeräumt, denn dieses bietet Noise-Cancelling.
Ich muss aber anmerken, dass ein Freund von mir vor ein paar Jahren solche Probleme mit der berühmten Zalman-Empfehlung hatte - mit einer der Gründe, warum ich dieses Mikro für ziemlichen Schrott halte. Achtung, eigene Meinung
