Erst mal vorweg sei gesagt, dass ich mein Mitgefühl auch nachträglich noch mal den Opfern von Winneden und deren Angehörigen zusichern möchte.
Aber hier sieht man mal wieder das typische suchen nach Sündenböcken - stets sind PC-Spiele das Ziel Nummer 1, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen" ist. Sicherlich mögen Spiele einen gewissen Einfluss auf den Spielenden haben, aber kein mir bekanntes Spiel sagt ausdrücklich: "Geh da raus und knall' die Typen in deiner Schule ab!" - Killerspiele haben auch durchaus Storys - man schlüpft in einer Rolle und vollführt etwas, was so im "normalen" Leben nicht denkbar wäre - sehen wir uns Crysis als Beispiel an. Man schlüpft in die Rolle eines Supersoldaten, man wird ausgesandt, Menschen zu RETTEN -> Wenn auch mit Waffengewalt - doch der Zweck braucht natürlich auch Mittel und da man nicht einfach hingehen und sagen kann: "Hey, her mit den Geiseln, sonst gibt's keinen Kuchen mehr!" - das entbehrt sich jeglicher Logik, und braucht auch nicht weiter diskutiert zu werden. Sicherlich, man mag weitreichende Möglichkeiten haben, seine Feinde zu vernichten - doch wenn man sich vorstellt an der Stelle des Protagonisten zu sein, im Falle Crysis eben der Soldat "Nomad" - würde man dann anders agieren? Der Feind schießt ohne Warnung auf dich und du willst einfach nur vorran und die Geiseln retten - ergo musst du dich deiner Haut erwehren. Was daran "Gewaltverherrlichend" - sowieso ein vielgebrauchtes Wort - sein soll, entzieht sich mir. Gewaltverherrlichend würde für mich bedeuten, dass man für das Töten eines Feindes belohnt wird, insbesondere ohne Grund oder wenn alá SAW - heißt, aus irgendwelchen Perfiden Gründen. Was mich dazu bringt, dass die Ursache dieses Problems viel mehr in der Psyche des Täters liegt, der mit gewissen Umständen nicht umgehen kann. Gewalt mag ein Ventil sein, doch wer kann mit Fug und Recht behaupten, dass es IMMER in sowas mündet? Ich spiele seit Jahren, auch spiele, die mancher als "Gewaltverherrlichend" bezeichnen möchte. Dennoch hege ich keine Gedanken daran, meine Umwelt zu zerstören, zu verletzen, zu misstalten - im Gegenteil, ich würde sogar alles daran setzen, dass das nicht geschieht.
Nun muss man doch sagen, dass das doch vollends entgegensetzt dessen ist, was diese Aktion wohl meint - dass jeder, der "gewaltverherrlichende" Medien nutzt, ein potentieller Amokläufer ist, denn nichts gegenteiliges habe ich gelesen. Ich empfinde dies als ziemlich blind und unfertig, ich weiß, es schreit nach einer Lösung des Problems, aber vielleicht sollten manche Eltern nur häufiger zu Hause sein, um mit ihren Kindern zu reden. So meine Meinung.