Danke für die technischen Infos aus erster Hand!
Für mich kommt der PR Sprech und die scheinbare "amerikanische Überfreundlichkeit" etwas zu künstlich vor. Z.B. das Hauptmerkmal von PCGH ist doch eher Qualität anstatt Geschwindigkeit.
Das ist eigentlich ziemlich direkt gewesen - und auch nahezu wörtlich übersetzt. Zumindest was das eigentliche Interview betrifft.
AMD (bzw. laut Kontakt "die Oberen") hatten allerdings noch einige Anmerkungen, etwa bezüglich Schreibweise von FidelityFX (oder Fidelity FX) und GPUOpen (oder GPU Open) und so. Die "Anmerkungen", die ich in Form von Update-Texten ergänzt habe, stammen allerdings - soweit ich das sagen kann - direkt aus der Hand von Nick, aber da ging es hauptsächlich um stilistische Dinge.
Generell kann man natürlich sagen: Das ist ein relativ wichtiger AMD-Mitarbeiter, der sich seiner Position offenkundig auch bewusst ist - ich glaube ihm, dass er Fan von Open Source ist und er aufrichtig stolz auf die Arbeit von seinem Team und den Errungenschaften ist. Aber natürlich ist seine keine neutrale Positon. Und natürlich ist er in gewisser Weise eingeschränkt in dem, was er frei sagen kann...
Abseits der tendenziell vielleicht etwas starken Betonung auf Open Source und AMDs GPU Open ist aber meines Erachtens nur realtiv wenig Selbstlobhudelei dabei. Aber Letzteres ist natürlich auch immer eine gewisse Agenda bei Interviews - die Interview-Partner wollen natürlich auch etwas als Gegenleistung. Im Zweifelsfall gute Zitate, die eigene Aussagen darstellen, aber via Interview durch die Presse im Prinzip "reingewaschen" wurden und keine direkte Selbstwerbung mehr darstellen.
Ich hab zumindest tendenziell ein bisschen Kritik z.B. bei der FSR-Qualität einfließen lassen - aber so ein (angebotenes!) Interview (mit einem in der jeweiligen Aussage durch die Arbeit in einer Firma eingeschränkten Gesprächspartner) ist nicht der richtige Zeitpunkt, um da wirklich die Daumenschrauben anzulegen - das wäre eher möglich, wenn wir einen Missstand feststellen würden und wir darauf kontaktiert werden würden, um diesen Missstand via Interview zu erklären (nehmen wir als altes Beispiel mal die GTX 970, da wäre es angebracht gewesen, Nvidia sehr kritische Fragen zu stellen - NACHDEM festgestellt wurde, dass es da technische Abweichungen bezüglich der offiziellen Angaben gab). So ein Interview ist immer ein bisschen PR - oft sowohl für die Firma als auch den Gesprächspartner persönlich, die sich da natürlich auch nicht direkt eine Blöße geben wollen.
Summa summarum fand ich's aber ganz aufschlussreich - da sind zumindest einige Infos drin, die meines Wissens noch nirgendwo anders veröffentlicht wurden (jetzt nichts direkt weltbewegendes, aber hey - z.B. DX11 und FSR 2.0 ist zumindest mW ziemlich exklusiv) - und so funktioniert im Grunde ein Interview: Beide Seiten profitieren davon, sowohl der Befragte (weil durch den Interviewer die Chance eingeräumt wird, sich möglichst gut zu präsentieren) als auch der Fragende und als Redakteur obendrein die Leser für die die ganze Chose ja primär überhaupt aufgezogen wurde - die bekommen eine Möglichkeit, sich gut zu präsentieren, wir bekommen dafür die Infos.
Gruß,
Phil