Intel Core Ultra 9 285K Prozessor, für längeren Betrieb zu hohe Temperaturen?

Glueckskleeblatt

Schraubenverwechsler(in)
Mainboard
MSI MPG Z890 Edge TI WIFI
CPU
Intel Core Ultra 9 285K
CPU Kühler
be quiet! Dark Rock Pro 5
RAM
Corsair Vengeance
GPU
MSI RTX5070Ti
Netzteil
Corsair HX 1200i 1200W
Gehäuse
be quiet! Pure Base 501 Airflow
Anzahl Gehäuselüfter
5
Hallo zusammen,

ich habe einen Intel Core Ultra 9 285K Prozessor und mir ist aufgefallen, dass die CPU von den Temperaturen (der einzelnen Kerne) in Spielen knapp an der Grenze ist und ich mir daher langfristig Gedanken über die Lebensdauer der CPU mache. Mir ist auch bekannt, dass die neuen Intel-Prozessorgenerationen für höhere Temperaturen ausgelegt wurden, doch finde ich den Spielraum bis zum max. Temperaturbereich von 105 Grad dennoch etwas knapp. Dabei komme ich bei einzelnen Kernen trotz angepasster Lüfterkurve auf maximale Temperaturen von bis zu 94 Grad. Die "Package" (Ist die Temperatur auf der Rückseite des CPU-Chips welche nicht gekühlt wird?) liegt teilweise bei 96-98 Grad, daher frage ich mich, wie ich diese reduzieren kann, ohne wesentlich an Leistung zu verlieren.

Interessanterweise bin ich bei Tests in Prime95 oder Cinebench nicht ganz so hoch bei ca. max. 90 Grad, obwohl normalerweise Spiele weniger belastend für eine CPU sein müssten. Dazu ist mir ein voreingestelltes Powerlimit von 140 Watt (PL1+PL2) aufgefallen.
Als Standardeinstellung wäre vom Hersteller für PL1 125 Watt und für PL2 250 Watt vorgesehen? Doch dann würden vermutlich (durch die Einstellung von PL2) die max. Temperaturen noch höher ausfallen, auch wenn diese nur von kurzer Dauer sind?

Habt ihr eine Idee, wie ich auch in Spielen Temperaturspitzen besser ausgleichen könnte? Würde ein größerer CPU-Kühler z.B. von Noctua noch einiges bewirken, oder auch Gehäuselüfter mit höherem Fördervolumen? Wie ich gelesen habe, könnte selbst eine Wärmeleitpaste von Thermal Grizzly noch ca. 3 bis 5 Grad herausholen, wenn sie richtig aufgetragen ist? Auch wenn eine Beurteilung hier vermutlich eher schwierig ist...

Da ich noch zu wenig Erfahrung mit dem Temperaturverhalten neuer Intel-Prozessoren habe und ich daher erstmal nur Überlegungen dazu habe, die letzte Frage: Meint ihr, dass die Temperaturen auch über längere Zeit noch in Ordnung wären?

Vielen Dank für jede Hilfe!
 
Die Spitzenmodelle beider Hersteller leiden bei den Pro-Kern-Temperaturen alle an dem gleichen "Problem". Wenn man mal von Rocket Lake und den bekannten und mittlerweile mehr oder weniger gelösten Problemen absieht, ist das die hohe Hitzeentwicklung unmittelbar im Kern. Die Hitze entsteht so schnell, dass diese gar nicht schnell genug an den Heatspreader und von dort aus weiter an den CPU-Kühler weitergeleitet werden kann. Beikommen kann man dem "Problem" nur, wenn man den Heatspreader entfernt und die von Thermal Grizzly bekannten Direct-Die-Kühllösungen verwendet und/oder generell versucht, die Kerne mit weniger Spannung zu betreiben.

Ein anderer Kühler, eine andere Paste oder andere außerhalb der CPU liegenden Faktoren ändern daran nichts.

Die CPU tut, was sie soll. Sich an ihr Temperaturlimit annähern, um ihre Leistung voll abrufen zu können.
 
Ein wenig spät, aber ich möchte mich noch für die hilfreichen Tipps und Infos bedanken.

Etwas beruhigend ist für mich, dass die "Temperaturprobleme" auf den einzelnen Kernen (bei gewöhnlichem Einbau) kein Einzelfall sind. Daher gehe ich davon aus, dass der Hersteller diese noch als normalen Betrieb ansieht, solange alles unter 105 Grad bleibt. Da ich nur gelegentlich spiele, werde ich es momentan so belassen und hoffen, dass die Lebensdauer der CPU dennoch mehr als ausreichend gut ist.

Danke auch für die gute Idee, einen Contact Frame zu verbauen. Ich habe den CPU-Kühler seither noch nicht ausgebaut, aber laut Info würde es einen geben, welcher kompatibel mit Prozessoren der "Intel Core Ultra 200"-Serie (für den Sockel LGA1851) ist. Habe auch gelesen, dass es nur nicht so einfach ist, diesen richtig (nicht zu viel, um den Prozessor nicht zu beschädigen, aber dennoch ausreichend fest, um einen optimalen gleichmäßigen Anpressdruck zu erzielen) anzuziehen. Sollte ich den CPU-Kühler frühzeitig ausbauen müssen, werde ich daran denken, einen solchen mit einzubauen.

Eine letzte Frage, weiß jemand warum ich nur nach einem Spielstart alleine, eine "Thermische Paket-/Ring-Drosselung" von HWInfo angezeigt bekommen habe, obwohl die Temperaturen weit unter dem TJMax-Wert lagen?

Thermische Drosselung.jpg


Auch die Mainboard-Temperaturen waren zu dieser Zeit noch (aber auch bei längerer Spielebelastung sind diese nicht auffallend hoch) sehr niedrig, daher wird es vermutlich nicht an der VRM-Temperatur gelegen haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine letzte Frage, weiß jemand warum ich nur nach einem Spielstart alleine, eine "Thermische Paket-/Ring-Drosselung" von HWInfo angezeigt bekommen habe, obwohl die Temperaturen weit unter dem TJMax-Wert lagen?
Vermutlich weil hwinfo nicht schnell genug auslesen kann. Als standard sind 1000ms (oder 2000ms?) hinterlegt.
Intern arbeiten die CPU-Sensoren natürlich deutlich schneller.
Es kann also passieren dass ein Kern tatsächlich tjmax erreicht und hwinfo dies übersieht.
Die Abfrage nach der Drosselung ist eine simple "Ja/Nein"-Abfrage und wird eben mit "Ja" beantwortet, sobald die CPU eine Drosselung zu irgendeinem Zeitpunkt dokumentiert.

Du siehst also, die CPU überwacht sich selbst sehr viel besser, als es jeder user mit irgendeinem Auslesetool kann ^^
 
Mir ist auch bekannt, dass die neuen Intel-Prozessorgenerationen für höhere Temperaturen ausgelegt wurden, doch finde ich den Spielraum bis zum max. Temperaturbereich von 105 Grad dennoch etwas knapp
Da ist nichts "ausgelegt" und der Hersteller ist auch egal. Siliziumchips können alle, egal ob AMD, Intel, Apple, Samsung oder sostwer (und egal ob CPU, GPU, RAM, SoC, MosFET...), die gleiche Temperatur ab bevor sie hart durchbrennen einfach weil das die Physik hinter den Siliziumchips ist. Und um dich zu beruhigen - die liegt über 130°C. Dass Intel hier 105°C erlaubt beinhaltet also schon einen gehörigen Puffer.
Dass kälter im Sinne von Verschleiß besser ist ist klar aber du brauchst keine Angst zu haben dass deine CPU temperaturbedingt stirbt.
Interessanterweise bin ich bei Tests in Prime95 oder Cinebench nicht ganz so hoch bei ca. max. 90 Grad, obwohl normalerweise Spiele weniger belastend für eine CPU sein müssten.
Das ist einfach deswegen so, weil synthetische Tests alle Kerne gleich stark belasten und daher sich alles im Rahmen des TDP-Limits gleichmäßig erwärmt - 250W verteilt auf 24 kerne.
Spiele benutzen nur wenige Kerne, die aber stärker (nicht die Last ist höher sondern die einzelnen kerne haben viel mehr Boostspielraum wenn alle anderen nichts tun). Die einzelnen kerne boosten dann an ihre Grenze (da sie die 250W nicht ausnutzen) und werden punktuell sehr heiß.
Habt ihr eine Idee, wie ich auch in Spielen Temperaturspitzen besser ausgleichen könnte?
Stell mal das Windows-Energieprofil auf Energie sparen. Das kappt die Maximalboosts und verringert die "Aggressivität" des Boosts. Du wirst dich wundern wie wenig du das in Spielen bemerkst (es ist selten dass man im CPU-limit ist und das viel ausmacht) und deine Temperaturen werden gefühlte 30 Grad niedriger sein.

Etwas beruhigend ist für mich, dass die "Temperaturprobleme" auf den einzelnen Kernen (bei gewöhnlichem Einbau) kein Einzelfall sind.
Die sind kein Einzelfall sondern normal - weil das das gewünschte Verhalten ist. ;-)

Eine letzte Frage, weiß jemand warum ich nur nach einem Spielstart alleine, eine "Thermische Paket-/Ring-Drosselung" von HWInfo angezeigt bekommen habe, obwohl die Temperaturen weit unter dem TJMax-Wert lagen?
Die CPU setzt ihre Betriebsparameter mehrere Tausend Mal pro Sekunde (!) neu fest.
HWinfo liest ab Werk 1x pro Sekunde aus. Was du da siehst ist nur ein grober Abriss der Realität. Ein CPU-Kern oder Ringbus kann innerhalb von wenigen Millisekunden lokal 50 Grad rauf und runter springen und das Flag auf 1 gesetzt werden. HWinfo sieht dann das Flag, der Grund dafür ist aber schon lange wieder vergangen.

Kurz: Auch das ist normal. ;-)
 
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