@4thVariety: "
Anspruchsdenken": Ich glaube du verkennst hier vollkommen AMDs Marktanspruch sowie deren Ziele. Selbsredend wollen die an die Spitze *) und btw., die sind eine Aktiengesellschaft (noch dazu eine, die keine Dividende zahlt) ... nichts anderes erwarten die Investoren von denen (und ebenso etliche Forenuser hier auch, jedoch vielfach eher aus weniger rationalen Gründen

)
Etwas wie "
Bescheidenheit" suchst du bei AMD ebenso vergebens wie bei nVidia oder Intel. AMD kann im GPU-Sektor derzeit nur einfach nicht mehr abliefern, schlicht weil sie Ressourcenbeschränkt sind, in nahezu jeder Hinsicht, personell, finanziell, fertigungstechnisch und verglichen mit nVidia möglichweise auch KnowHow-technisch (
bei Raytracing per se, ebenso wie bei ML). Letzteres wird man vermutlich aber erst im nächsten Jahr richtig bewerten können, wenn vielleicht alle Hersteller auf einem vergleichbaren oder zumindest nahe beieinanderliegenden Node fertigen lassen und man direkt die Mikroarchitekturen gegeneinander vergleichen kann.
Und entsprechend kann sich AMD auch schlicht so manche Äußerung einfach nicht leisten und deren Marketingabteilung muss so einges anders formulieren, den so manch' markige Aussage würde man einer Firma wie AMD mit deren aktueller Marktposition schlicht nicht abnehmen ... aber Bescheidenheit, nein, da verstehst du schlicht die Arbeitsweise der Kommunikations- und Marketingabteilungen nicht.
*)
Nichts anderes kommunizieren sie auch mit Nachdruck Investoren gegenüber, so wie sie schon bspw. im März 2020 unmissverständlich erklärten ihr Gross Margin noch signifikatn weiter steigern zu wollen über die Jahre.
Und btw ... du glaubst hoffentlich nicht, dass hier TSMC bei unterstützt, indem die netterweise für AMD den Wafer-Preis reduzieren
... eher im Gegenteil, TSMC hat in den letzten 15 Monaten bereits zwei Mal die Preise für alle Kunden erhöht, schlicht weil sie es sich leisten können, da nahezu jeder bei denen Kapazitäten buchen will.
Und btw., dass man Projekte neu ausgerichtet, ausgesetzt oder gar gänzlich einstellt ist vollkommen normal und gehört zum Tagessgeschäft. Tatsächlich ist die Zahl solcher Projekte bei allen großen Firmen noch wesentlich höher als das, was man gemeinhin als Außenstehender mitbekommt. Auch ein Riese wie Intel verfügt nur über endliche Ressourcen und muss demnach weiterhin priorisieren und sich auf das konzentrieren, was sie wirtschaftliche für das Sinnvollste erachtet und offensichtlich gelingt ihnen das bereits seit vielen Jahren außerordentlich gut.
Bezüglich dem "Tick/Tock der Xe-GPUs" ist das nicht mehr als Spekulatius deinerseits und ich bin mir nicht mal sicher ob du verstehst was genau (das CPU-)"Tick/Tock" war, denn das hat mit schlichtem "X CPUs in Y Jahren" nichts zu tun. In erster Linie geht es hier für Intel im GPU-Markt darum schnelle Marktanteilgewinne zu realisieren und so etwas kann man nicht mal ebene "über Nacht" mit nur einer Hardware-Generation erreichen und dementsprechend muss man hier in der Anfangsphase ein paar schneller aufeinanderfolgende Schritte machen. Abgesehen davon in diesem konkreten Fall per se eine vollkommen vorhersagbare Strategie, da Intel zweifellso nicht "unmittelbar" vor dem NextGen-Update der Konkurrenz mit seiner Erstlingshardware in den Markt kommt, die dann "zeitnah" veraltet sein wird, um dann erst in 2 oder gar 3 Jahren mit dem nächsten Produktupdate aufzuwarten.
"
Achtungserfolge": Da es sich hier gerade erst mal um deren Markteintritt handelt und bei dem, was man bisher erkennen kann und wiederholt über diverse Quellen hört, dürfte das relativ gesehen schon vermutlich deutlich über etwas wie einen einfachen "Achtungserfolg" hinaus gehen. nVidia macht sich nicht umsonst Gedanken um ihre Absatzzahlen im mobilen und unteren Segment (
und AMD wird es selbstredend nicht anders gehen, auch wenn die relativ gesehen weniger betroffen sind, weil die einen deutlich kleineren Marktanteil haben), denn Intel hat hier mit seinem großen Absatzmarkt, seinen Kapazitäten und den großen OEMs beträchtliche Möglichkeiten. Ob das nur Achtungserfolge werden, wird man erst sehen können, wenn die Karten im Markt sind und man deren Preise kennt und Verfügbarkeit abschätzen kann und da es gerade erst mal ihr Markteintritt ist, müssten die Mengen für einen derartigen Begriff schon beträchtlich klein sein. Ich würde hier mal vermuten, dass das durchaus schon ein wenig mehr als nur ein "Achtungserfolg" werden wird, wenn man mal Ende 2022 Bilanz ziehet. So zumindest markttechnisch, denn Intel selbst erklärte bereits, dass der Eintritt und das Gewinnen erster Marktanteile Geld kosten wird und so wird man in den ersten Iterationen keine hohnen Margen mit den Produkten einfahren können.
Bezüglich dem vermeintlichen "
FAKT" scheinen dir die Selbigen anscheinend nicht bekannt zu sein. Intel hat und nutzt auch schon längst bei TSMC Nodes mit 7nm und 5nm. Die erwähnten 3nm sind nur deren neueste und von besonderer medialer Aufmerksamkeit begleitete Zubuchung, da bisher ausschließlich Apple in der Lage war sich derartige Investitionen zu leisten. Jetzt gehört Intel, neben Apple, zu den ersten Nutzern des N3, wobei das bei Intel aber viel mehr ein "
Wollen" als ein "
Können" ist, da sie die finanziellen Mittel dafür schon immer hatten, nur ihre Kern-Produktion bisher nicht auslagern wollten. Mit TSMC hat man anscheinend nun einen Kompromiss schließen können, der den Schutz der eigenen IP dennoch sicherstellen wird, denn TSMC wird nur für Intel zwei eigenen Werke in der GigaFab 12 zur Verfügung stellen.
"PCGH, Index und kein Raytracing": Das spielt keine Rolle, denn die PCGH misst ja auch durchaus die Raytracingleistung aber viel wesentlicher ist, dass ein Teil des Marktes selbstredend sehr genau auf dieses Feature schauen wird, das sich nun jenseits jeden Zweifels durchsetzt und die nächsten Jahre der GPU- und Grafik-Entwicklung dominieren wird und entsprechend wird so mancher vermutlich diesem Feature auch eine besondere Gewichtung beimessen, insbesondere, wenn man eher plant längerfristig auf der getätigten Investition zu spielen.
Es wird auf jeden Fall interessant zu beobachten sein, wie Alchemist hier abschneiden wird. Darüber hinaus erklärte David Blythe zu Xe bereits, da die hier wie nVidia auch dedizierte RT-HW-Funktionseinheiten verwenden, dass diese bei Bedarf auch noch in anderem Verhältnis mit den Xe-Cores (vormals EUs) kombinierbar sind, d. h. wenn es Intel für notwendig erachten sollte, könnte bereits die NextGen Battlemage RT-technisch noch einmal signifikant zulegen, weil sie hier ein flexibles Design haben.
In der gleichen Art darf man aber ebenso gespannt sein, was bspw. der Marktführer nVidia RT-technisch mit seiner NextGen abliefern wird. Bleibt hier alles durchsatztechnisch unverändert und die Mehrleistung kommt lediglich durch den Skalierungsfaktor zustande, da man deutlich mehr CUDA-Cores anbieten wird oder gibt es auch noch nennenswerte Weiterentwicklungen beim Raytracing selbst? Bei fehlendem Marktdruck durch die Konkurrenz könnte ich mir vorstellen, dass es nVidia schlicht bei den bestehenden RT Cores v2 belässt (
auch wenn die Marketingabteilung denen möglicherweise dennoch einen neuen Namen verpassen wird).
Darüber hinaus ist aber auch die Frage, was du mit "
zu nVidia aufschließen" meinst, denn ganz offensichtlich wird Intel vorerst nicht mit nVidia's komplettem Produktportfolio konkurrieren. Und das Aufschließen an sich ist letzten Endes eine P/L-Frage in der Gesamtbetrachtung, denn auf architektonischer Ebene kann man das nicht direkt vergleichen, bspw. a la 1 CU ~ 1 CUDA-Core ~ 1 EU, denn alle drei Hersteller verfolgen hier unterschiedliche Entwickungsansätze und so kann es durchaus sein, dass der eine Hersteller für die gleiche resultierende Endleistung mehr oder weniger Kerne/ALUs als der andere benötigen wird. Die Frage wir schlussendlich sein wie das Ganze sich über den gesamten, jeweiligen Chip vergleichen lässt, so bzgl. Fps, TFlops, Watt und zu welchem Preispunkt es das jeweilige Produkt geben wird und ob dieser Preis konkurrenzfähig i. V. z. den Konkurrenzprodukten ist. Insgesamt durchaus eine spannende Angelegenheit ... (Nur unschön, dass die aktuelle Marktlage hier die Beobachtungsmöglichkeiten etwas verzerrt.)
@RX480: Im Augenblick sind die meisten "
Schätzungen" problematisch, da man bisher noch kein Xe-HPG-Produkt (
erst recht keine dedizierte PCIe-Karte) als finales Produkt vermessen konnte.
Das einzige, wovon man gesichert ausgehen kann ist, dass Intel bspw. keinen RTX 3060-Konkurrenten mit dem Preis einer RTX 3070 auf den Markt bringen wird.
*) Darüber hinaus wird es nochmals problematischer, wenn man den Befürchtungen (
oder eher Prophezeiungen 
) so mancher Forenuser folgt und miserable Treiber voraussetzt, denn in dem Fall könnten die in absehbarer Zeit optimiert/gefixt sein und die effektive Leistung der Hardware nachträglich noch einmal steigern, sodass man in einigen Monaten nach dem Launch ggf. noch einmal neu bewerten müsste.
@Bluebird: "
Alles Wumpe!" - Nein, ein Irrglaube. Wenn akt. bspw. 7 % aller TSMC-Wafer für Consumer-GPUs verwendet werden und sich der Anteil durch Intel auf bspw. 9 % steigert, ist das auf jeden Fall ein signifikanter Zugewinn. Es hätten ja auch andere Hersteller die TSMC-Kapazitäten kaufen können und diese bspw. für ARM-Server-CPUs, AI-Chips oder FPGAs verwenden können und es würde bei dem 7 %-Ausstoß bleiben. (
AMD konnte oder wollte offensichtlich nicht zusätzlich buchen.)
@yingtao: Die Aussagen zu Intel sind falsch. Intel erklärte bereits vor etlichen Wochen, das die schon längst mehr 10nm-Wafer als 14nm-Wafer verarbeiten. Darüber hinaus werden die bei ihren 10nm vermutlich mittlerweile mit einem zumindest halbwegs marktüblichen Yield arbeiten, denn es handelt sich hierbei nun effektiv um die vierte Prozessiteration und man erklärte ebenso schon vor etlichen Wochen, dass man die 10nm-Wafer-Fertigungskosten mittlerweile drastisch gesenkt hat (
von 45 % war hier die Rede, wenn ich micht recht erinnere). Etwas anderes ist fertigungstechnisch auch gar nicht möglich, denn sonst könnten die gewisse Produkte gar nicht wirtschaftlich in 10nm anbieten und man würde das unmittelbar an ihrem Gross Margin sehen, der sich drastisch verschlechtern würde wenn die immer noch mit den schlechten Yields von Anfang 2019 unterwegs wären.
Der zweite Prozessvergleich ist übrigens falsch. Wenn du es so ausdrücken willst, dann konzentriert sich Intel jetzt auf die Produktionsreife ihres "Intel 4" (
alias "Intel 7nm" alias P1276; ein Node-Äquivalent der TSMC-5 nm-Klasse). Hierbei handelt es sich um einen massiv EUV-nutzenden Node der in etwa Vergleichbar zu TMSCs N4 sein wird (
denn der Intel-Prozess soll gemäß Fachkreisen bereits über die N5-Nodes von TSMC hinaus reichen und bspw. deutlich dichter packen können als diese). Dagegen der N3 ist ein Full-Node-Sprung und wiederum ein anderes Thema. Wäre dem nicht so, bräuchte Intel keine N3-Kapazitäten bei TSMC zu buchen. Intel wird gemäß eigener Roadmap gegen Ende 2023 sein "Intel 3" in den Markt bringen, bei dem man noch nicht weiß ob das nur ein eigenes N3-Äquivalent sein wird oder ob deren eigener Prozess erneut leicht über das TSMC-Pendant hinausreichen wird. Mitte/Ende 2024 folgt dann ein großer Sprung mit "Intel 20A" und neuen GAA-Transistoren ("RibbonFET") sowie PowerVia. Bereits hier besteht die Möglichkeit, das Intel fertigungstechnisch wieder mit TSMC gleichauf an der Spitze sein wird und 1 Jahr später mit "Intel 18A" und High-NA sieht man sich bereits wieder an der technologischen Spitze. Man darf gespannt sein ob deren Planung so aufgehen wird und ob TSMC dem etwas entgegenstellen können wird oder ob es vielleicht alles ganz anders kommen wird, bspw. weil ASML die High-NA-Scanner nicht zeitnah zur Serienreife bringen kann oder weil bei Intel was schief läuft oder bei TSMC (
wie zuletzt mit der sich verzögernden N3-Prozessentwicklung)?
Darüber hinaus: Natürlich hat Intel insgesamt weniger Kapazitäten als TSMC. TSMC fertig für "Gott und die Welt". Der Großteil deren verarbeiteter Wafer-Kontingente wird jedoch für Nodes von 90+ nm bis 16 nm verwendet. Hier darf man Revenue und verarbeitete Wafer nicht verwechseln. Die modersten Nodes nehmen bei TSCM in einer "Revenue per Node"-Betrachtung nur deshalb fast 50 % ein, weil die so extrem teuer sind.