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HuntKey Jumper 300G vorgestellt

soulpain

Freizeitschrauber(in)
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Hallo,
da im Forum ziemlich viel Verwirrung über den Preis des HuntKey Jumper 300G aufkam, will ich kurz erklären, wie es zu der Preisfindung von 60-65 EUR kam und welche Eigenschaften das Modell aufweist. Denn es handelt sich um ein wirklich hochwertiges Netzteil. Es ist zudem die aktiv gekühlte Alternative zum X400-FL von Seasonic. Wie das?

Um 80Plus Gold zu erreichen, gibt es ein paar Methoden, die sich eingebürgert haben. Die markanteste Veränderung der letzten Monate ist vor allem die aktuelle Halbleitergeneration, die sich durch geringere Einschaltwiderstände und Sperrverzugszeiten auszeichnet. Schaltverluste zu reduzieren ist momentan die beste Methode, um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Dabei kommt es nicht nur auf die Transistoren selbst an, sondern natürlich auch auf den Schaltkreis, in dem sie sich befinden. Aktuell besonders populär ist der sog. LLC-Resonanzwandler. Der Vorgang läuft wir folgt ab:

Nach wie vor wird die Gleichspannung aus dem Vorregler von getakteten Transistoren in eine Rechteckspannung zerhackt, eine Art Wechselspannung die aussieht wie die Lego-Variante eines Sinus. Anstatt die Primärseite des Trafos direkt zu speisen, fließt der Strom in einen Schwingkreis, das Kernstück des Resonanzwandlers. Ein Schwingkreis besteht aus zwei Komponenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Kondensator und Spule. Die Resonanz kommt daher, da sie sich den Strom in einem Wechselspiel hin- und herschieben (was der Spannung einen zeitlichen Vorsprung gibt). Dieser ist auch dafür verantwortlich, dass der Strom nahezu sinusförmig aufgenommen wird. Ein deutlicher Vorteil in Sachen EMV, da der Stromanstieg nicht mehr so steil ist. Da beinahe alle Netzteile dieser Art mit einer Halbbrücke (zwei sich abwechselnde Transistoren) schalten, lässt sich das an dieser auch am besten erläutern.

Der erste Transistor schaltet ein und eine Halbschwingung geht über die Resonanzspule über die Primärseite des Trafos und lädt den Resonandkondensator. Der erste Transistor schaltet sich ab, der zweite mit etwas Verzögerung ein. Eine zweite Strom-Halbschwingung in entgegengesetzter Richtung fließt nun und der Resonanzkondensator wird wieder entladen. Während dieser Halbschwingungen wird auch Energie in den Sekundärschaltkreis übertragen. Man könnte von einem Flusswandler reden, der also nur in den Einschaltphasen Energie überträgt. Der ausschlaggebende Unterschied zum klassischen Flusswandler ist, dass in dem Moment, in dem die Spannung (ZVS) oder der Strom (ZCS) den Nullpunkt durchläuft, geschaltet wird. Strom bzw. Spannung schwingen dann noch etwas phasenversetzt hinterher. Die Größen spielen bei der Verlustleitung eine entscheidende Rolle, weshalb Nullspannung oder Nullstrom auch die Schaltverluste massiv reduzieren. Aufgrund der Komplexität nimmt die Schaltung erstmal mehr Fläche ein und ist kompliziert zu steuern. Das passende Timing ist daher unerlässlich. Mittels Synchrongleichrichtung aus zwei Transistoren (als Ersatz für die diode mit schlechteren Eigenschaften) können zwei Halbschwingungen gleichgerichtet werden, ohne dass separate Speicherdrosseln die Energie beim Umladen temporär speichern müssten.

Der sekundärseitig gesteuerte Gegentaktresonanzwandler (was für ein Wort) kommt sowohl bei HuntKey, als auch bei Seasonic und Enermax etc. zum Einsatz. Das Problem des Resonanzwandlers ist die festgelegte Resonanzfrequenz, die sich bei geringer Last nicht runtersetzen lässt und im Gegenteil sogar steigt. Um den Trafo, als Ursache dafür, zu entlasten, kommt eine weitere Spule zum Einsatz. Außerdem setzen die meisten Hersteller auf den CM6091. Dieser sitzt physikalisch im Sekundärschaltkreis und erfordert zunächst einen höheren Kosteneinsatz, da ein zweiter IC für PFC benötigt wird, was normalerweise in einem IC kombiniert wird. Der Chamion IC kann sowohl die Frequenz als auch die Pulsbreite modulieren kann, weshalb letzteres bei geringer Last eingesetzt wird, wo man nicht über die Frequenz regeln kann und der Wirkungsgrad sinken würde.

Kurioserweise habe ich die Verwandtschaft des HuntKey 300W Gold zu anderen Modellen zunächst über Messungen herausgefunden. Ähnlich wie das Seasonic X-650/750 oder Seventeam 700W steigt ripple & noise bei geringer Last stark an, sinkt beim Umschalten auf die Frequenzmodulation aber wieder. Der große Unterschied ist, dass HuntKey Spitze-Spitze-Werte von schlimmstenfalls 30 mV auf +12V erreicht. Dass ist sehr gering, wenn man bedenkt, dass dieser Wert 0,25 % Restwelligkeit bedeutet bei einem im ATX-Guide geforderten Wert von 1%. Seasonic und Seventeam hatten weitaus größere Probleme.

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In der vergrößerten Ansicht werdet ihr feststellen, dass HuntKey abgesehen vom Resonanzwandler, active PFC und der Synchrongleichrichtung auf DC-DC VRM setzt.Der Vorteil liegt klar auf der Hand, der günstigere Netzteile einen Regelkreis aus einer Eingrößenstrecke zusammensetzt, die 5V regelt und 3,3V als auch 12V einfach blind ihrer Last überlässt, Bei DC-DC VRM wird jede Spannung geregelt. 12V über den klassischen Regelkreis, auf den DC-DC VRM über den IC. Trotzdem fielen bei vielen Netzteilen dieser Art die beiden kleineren Spannungen stark ab, was dadurch bedingt ist, das man für die Einzelmodule als Schwester-PCB einen hohen Preis bezahlen musste. Die Rede ist von der Größe und Dimensionierung, weshalb die DC-DC VRM in 1000W Netzteilen selten stärker sind als die in 500Wm Netzteilen. Dieses Problem hat HuntKey natürlich nicht, da bei fast denselben Komponenten eine geringere Leistung abgefragt wird. Schließlich muss HuntKey nur 300W insgesamt leisten.

Sehr gut ist auch die Verarbeitungsqualität bei HuntKey. Die PFC-Drossel hat ihr eigenes Plastik-Gehäuse zur Stabilisierung (im Gegensatz zur Kabelbinder-Konstruktion bei Enermax (:schief:), der HF-Trafo ist nicht so klobig wie bei den anderen Herstellern und spart PCB Fläche. Sehr schön zu sehen ist auch, dass in diesem Bereich erstmals eine Epoxidharzplatine zum Einsatz kommt. Nicht zuletzt ist auch die Lötqualität hervorragend. Ein Bild habe ich bereits auf Planet 3DNow! gepostet. Im Übrigen wird es in Kürze einen Test des Jumper 300G auf AnandTech.com geben. Dieser wird neben den guten ripple & noise Werte aufzeigen, dass das Netzteil wirklich effizient ist und laut HuntKey in Sachen EMV die erhofften Werte erreicht und sich von dynamischen Lasten unbeeindruckt zeigt.

Der Preis

60-65 EUR sind fair denn...

  • die Technik ist hochwertig (wie oben belegt)
  • die Messwerte sind einwandfrei (wie der Test zeigen wird)
  • HuntKey gibt 3 Jahre Garantie statt 2 Jahre wie SuperFlower bei seinen Gold- oder be quiet! bei seinen Budgetmodellen (die Verpackung zeigt das und HuntKey bestätigte die Zahl)
  • HuntKey setzt wegen des robusten Designs auf zwei PCIe-Stecker und deutlich mehr Peripherie-Stecker als jedes andere Netzteil dieser Leistungsklasse
  • es gibt aktuell kein Konkurrenzprodukt
Es tauchten nun Gerüchte auf, dass Planet 3DNow!, HuntKey und ich das Jumper 300G importieren werden. Ursprünglich war der Name P3D300G geplant (Insider wissen warum), aber der Name Jumper 300G gibt zu verstehen, dass es sich um ein reguläres Produkt handelt. Auch die Verfügbarkeit wird besser werden als bei unserem ersten Projekt, da wir einen Distributor gefunden haben. Ein Distributor bedeutet, dass zunächst noch eine weitere Instanz mitverdient, der oben genannte Preis aber dadurch sinken wird, dass mehrere Händler dieses Produkt verkaufen. Planet 3DNow! wird weiterhin nichts mit einer solchen Aktion verdienen, aber mithilfe des Distributors PNL-tec GmbH weitere exotische Produkte und Marken importieren, die hier weniger bekannt sind. Unsere Spezialedition des Jumper 300G mit anderer Steckeraufteilung und -anzahl kommt hinzu, während das Jumper 300G bei Interesse auch an anderen Märkten und mit weiteren Distributoren importiert wird. Insgesamt werden wir die Position von HuntKey in europa stärken, um etwas möglich zu machen, was alle vermissen: Ein kleines, qualitativ hochwertiges Netzteil. Spannenderweise hat PCGH nun ein ähnliches Spezialnetzteil mit Cougar erarbeitet (viel Glück an dieser Stelle) und so decken wir verschiedene Leistungsklassen mit besonderen Produkten ab, die sich ergänzen.
 
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