AW: Hitler hatte Rückzahlung gestoppt-US-Gericht lässt Klage gegen Deutschland zu.
Was davon entspricht jetzt deiner Meinung nach einer VT?
Dass "der Michel" dumm ist und klein gehalten werden soll ...
oder
Dass "die" mit der Klage durchkommen und wir (der Staat) zahlen werden ...
oder
Das Versprechen von Rammbock ...
Würde mich ehrlich interessieren. Ich sehe hier keine VT, lediglich eine Tatsache, eine Vermutung mit hohem Wahrscheinlichkeitsgehalt und ein daraus resultierendes, durchaus einlösbares Versprechen.
Wenn du allerdings darauf anspielst, dass es den Michel nicht gibt, so kann man euch beiden maximal mangelnden Differenzierungswillen vorwerfen.
Oh, ich habe nicht gesagt, dass das eine ist - dazu ist sie in der Tat zu undifferenziert. In ihrer momentanen Form stellt sie strengenommen eine unpräzise und unbelegte Behauptung dar (was auch niemandem was nützt).
Sie weißt aber einige Merkmale auf, die typisch für VTs sind:
- sie nimmt unspezifziziert Bezug auf die Vergangenheit und stellt die folgende Aussage dem wortlaut nach als etabliert dar, obwohl weder eine klare Aussage noch Belege vorliegen ("einmal mehr")
- sie macht eine Aussage über eine nicht näher definierte (=bei Kritik leicht umdefinierbare aber auch vom Leser mit eigenen Vorurteilen&Erfahrungen zu assoziieren), aber klar negative Handlung ("klein halten")
- die sich gegen eine ebenfalls nicht ganz klar bezeichneten aber potentiell ganze Länder umfassende Personengruppe richtet ("Michel". Bei Bedarf alles und nichts, aber gängig als "deutscher Michel" und dabei eine beliebige Definition von "deutsch" erfüllend und nicht den "oberen 10000" zugehörig)
- es geht natürlich nicht um die Handlung als solche, sondern um die Absicht dazu/dahinter (-> das ganze wird per se nicht nachweisbar sein)
- aktiv ist eine nicht näher spezifierte Entität ("man"), in Verbindung mit dem "einmal mehr" wird der Leser dazu eingeladen, diesen Platz aber mit einem persönlichen Feindbild besetzen. (bei bewusster Anwendung eine typische Taktik, um eine breitere Leserschaft anzusprechen. Umso klarere Aussgagen eine VT über die Verschwörer macht, umso eher kann sie von einem Leser abgelehnt werden, weil dieser die gleiche Gruppe nicht zu derartigen Handlungen fähig befindet. Macht man gar keine Angabe kann man ggf. sogar zwei Seiten eines Konfliktes ansprechen, wobei beide in ihrer Interpretation der VT den jeweils anderen als Täter einsetzen, ohne dies weiter zu hinterfragen.)
- sie schließt den Leser und Autor in eine (Opfer)Gruppe mit ein ("wir zahlen"), obwohl auf beiden Seiten unbekannt ist, wer das eigentlich ist und wer die zahlenden sind. (d.h. der Autor sollte natürlich wissen, ob er zu letzteren gehört

)
- sie endet mit einer "Bekräftigung" ("kann ich euch versprechen"), die unser heutigen Zeit aber ohne weitere Hintergründe (z.B. wer?) eigentlich gar nichts wert ist.
Wie gesagt: Unterm Strich inhaltslose Sätze. Irgendwer soll zum wiederholten Male mit irgendwem irgendwas negatives machen wollen, irgend eine gruppe soll irgendwem irgendeine Summe zahlen, weil sie dumm sind und irgend ein Autor versichert uns, dass das alles stimmt.
Aber man kann das ganze als Leser auch weiter interpretieren oder als Autor in Zukunft weiter ausführen.
Z.B. "X beabsichtigt, die Dummheit der deutschen Bevölkerung in schändlicherweise auszunutzen um sie, d.h. DICH, auszunehmen und weiterhin zu unterdrücken, wie sie es schon seit Ewigkeiten machen."
(wobei X dann alles mögliche sein kann. Angefangen beim Stammtisch "der Regierung" bis hin zu extremistischen "den kapitalistischen Diktatoren" oder dem "Weltjudentum", ganz nach Gesinnung/Absicht/Hintergrund des Autors)
Deswegen von meiner Seite der Warnschuss an den Autor, keine VT draus zu machen und in Zukunft klare Aussagen zu formulieren und ggf. zu belegen. Zugleich der Hinweis an die Leser, in die inhaltslosen Zeilen nicht unbemerkt selbst (s)eine (Lieblings)Verschwörung zu interpretieren und dann rekursiv deren "Erwähnung" hier als weitere Bestätigung für ihre Existenz zu werten.
wann wurden wir, also die Bürger, gefragt ob wir es zahlen sollen oder nich?
In dem Fall wurden die Wähler (über die bekannten Umwege der indirekten Demokratie) vor ~80-90 Jahren zu ihren Ansichten bezüglich dieses Themas befragt.
Ich hab so den eindruck das die politik manchmal einen auf - WEN INTERESSIERTS - macht , so nach motto ma sehn ob wir damit durchkommen sonst wirds abgelehnt weil........
wenn ich könnte................. aber ich kanns nich, leider.
Du kannst zumindest versuchen, diejenigen zu wählen, die derartige (deiner Meinung nach) Fehler gehäuft nicht machen. Der heutige Wähler muss z.B. die Frage beantworten, welche Auswirkungen heutiger Umwelt(nicht)schutz, (Nicht)Stabilisierung des Klimas, (Nicht)Ressourcenschonung (ggf. (Nicht)Entwicklung von Techniken dazu), (Über)Bevölkerungspolitik und Staats(nicht)verschuldung in 80-90 Jahren haben sollen.
Leider bezieht der heutige Wähler aber die Positionen "wen interessierts" und "mal sehn, ob wir damit durchkommen, wenn nicht ist halt _____"
Und "_____" ist Absicht, denn i.d.R. weigert sich der heutige Wähler aktiv, die möglichen Folgen seines Handelns zu durchdenken.