Halbleitermangel: TSMC befürchtet Hortung von Chips

Smartphones sind das Junk Food der Chipfabriken. Natürlich will man die Chips horten, denn wozu den Markt noch weiter übersättigen?

Die Smartphones können heute nix was sie nicht schon vor 4 Jahren konnten und wer in den Laden geht kauft dort einen Modeartikel mit Buzzword-PR. Daher leben wir in einer Welt voller 48Megapixel Handykamerabesitzer die sich die Bilder auf einem 2 Megapixel Monitor ansehen, vorzugsweise die 6 Inch Variante vom Telefon selbst und sich dann nickend gegenseitig gratulieren was für ein gutes Foto das wieder geworden ist.

Dieser Markt erzeugt eine irrationale Nachfrage, überwiegend von digitalen Analphabeten, die jedes Jahr eine neue 1000€ Apple/Samsung Anstecknadel brauchen um sich und der Welt zu beweisen, dass sie nicht digital abgehängt und irgendwie dabei sind. Fortschritt war für diese Generation der Schritt vom Fernseher dem man alles geglaubt hat, hin zur digitalen Filterblase und ihrer hysterischen Propaganda der man ebenfalls alles unhinterfragt glaubt.
 
Solche Effekte sind völlig normal wenn ein Mangel vorherrscht, die der Markt nicht mal eben so "magisch" regeln kann. In der DDR hatten mehr Einwohner eine neue Abgasanlage für einen Trabant zurückgelegt, als es überhaupt fahrbereite Fahrzeuge gab. Man hätte die ja gegen andere Dinge/Leistung tauschen können. :ugly:
 
Es wird langsam Zeit für AMD, Intel, Nvidia und co. sich von China bzw. Taiwan unabhängig zu machen. Genug Kohle um eigene Chipfabriken zu bauen haben sie ja.

Wie ich schon schrieb: man hätte schon viel eher damit anfangen sollen.

Wir haben doch hier soviele kluge Köpfe. Wo ist denn da die Weitsicht?

Jetzt hat sich AMD endlich von seinen alten Fabs weitgehend lösen können, die sie zunehmend technisch ausbremsten, und jetzt sollen sie wieder neue von Grund auf aufbauen.

Macht 0 Sinn.

Intel hat ja (immer noch) eigene Werke und NVidia fehlt das Know-How eigener Fabs komplett.
 
"Horten"?
Abgesehen von der durch die Bestellpolitik selbst verantworteten Krise bei den Autoherstellern haben wir in den letzten 1,5 Jahren mindestens drei Phasen fehlender Auslieferungen durch die Chipfertiger gehabt, weil irgendwo in der über drei bis vier Länder verteilten Produktion Wochen bis Monate lang Stillstand herrschte. Das die Abnehmer unter solchen Bedingungen anfangen, wieder eine eigene Lagerhaltung einzuführen, sollte niemanden wundern. Hätten sie das schon vor Jahren gemacht, statt sich auf Just-In-Time zu verlassen, hätte es das ganze Problem erst gar nicht gegeben.
 
Jetzt hat sich AMD endlich von seinen alten Fabs weitgehend lösen können, die sie zunehmend technisch ausbremsten, und jetzt sollen sie wieder neue von Grund auf aufbauen.

Macht 0 Sinn.
So wie jetzt ist macht es auch wenig Sinn und ist auf Dauer doch nicht hinzunehmen.

Intel hat ja (immer noch) eigene Werke und NVidia fehlt das Know-How eigener Fabs komplett.
Von Intel´s eigenen Werken haben aber andere nichts.

Das die Abnehmer unter solchen Bedingungen anfangen, wieder eine eigene Lagerhaltung einzuführen, sollte niemanden wundern. Hätten sie das schon vor Jahren gemacht, statt sich auf Just-In-Time zu verlassen, hätte es das ganze Problem erst gar nicht gegeben.
Du siehst also das Problem nicht bei den zu wenigen Chipherstellern, sondern eher bei den Abnehmern?
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Intel´s eigenen Werken haben aber andere nichts.
Doch klar, Intel ist auch Auftragsfertiger. Dort kann man sich Kontingente kaufen, genau so wie bei TSMC.

Du siehst also das Problem nicht bei den zu wenigen Chipherstellern, sondern eher bei den Abnehmern?
Das "Problem" ist durch optimierte just-in-time Lieferketten und deren Ausfall entstanden. Wenn sich da ein Rädchen nicht dreht, dann steht die Produktion still. Dass man von Lagerhaltung auf just-in-time geschwenkt ist hat ja Kostengründe, solange alles läuft ist just-in-time immer billiger.

Es gibt da so gesehen kein Problem zu lösen, jeder Hersteller kann für sich entscheiden ob er auf Lagerhaltung oder just-in-time setzt.
 
Da reden hier ernsthaft einige davon, dass jetzt mal eben so ganz viele neue Standorte entstehen sollten? Allein bürokratische Hürden zu überwinden kann hier und da schon Jahre dauern, dazu kommt noch Infrastruktur, die Arbeiter usw. und am Allerwichtigsten: Wo soll denn plötzlich das Know How herkommen?

Wenn das alles so einfach wäre, warum konnte GloFo dann nicht mehr mithalten? Und die haben da sicher auch sehr kluge Köpfe sitzen. Nichtsdestotrotz kostet das nun mal Unsummen und eine gehörige Menge an Zeit.
Intel selbst ist ja auch ein gutes Beispiel dafür, dass da auch über Jahre mal etwas schieflaufen kann und die haben nun weiß Gott Know How und Geld genug.

Das stellen sich hier einige offenbar viel zu leicht vor...
 
Es gibt da so gesehen kein Problem zu lösen, jeder Hersteller kann für sich entscheiden ob er auf Lagerhaltung oder just-in-time setzt.
Es können trotzdem Engpässe aus diversen Gründen entstehen. Z.B. durch Naturkatastrophen oder wenn die Chiphersteller nicht mehr an genügend Rohstoffe kommen. Oder es politische Probleme/Instabilitäten in solchen Ländern gibt. Diese Probleme sind dann auf der Herstellerseite. Bzw vom Standort abhängig.

Deswegen bleibe ich dabei: man sollte auf mehrere Pferde setzen!
 
Ich glaube nicht das du "bereit wärst" die entsprechenden Mehrkosten für solch einen unnötigen, wirtschaftlichen Luxus zu bezahlen.^^

MfG
Direkt nicht. Und indirekt wenn dann durch den Preis. Aber im Endeffekt wäre das bestimmt billiger als wenn es zu wenig Stückzahlen gibt. Dann würde sich auch das scalpen nicht mehr lohnen. Weil genug Chips auf dem Markt sind.
 
Direkt nicht. Und indirekt wenn dann durch den Preis. Aber im Endeffekt wäre das bestimmt billiger als wenn es zu wenig Stückzahlen gibt. Dann würde sich auch das scalpen nicht mehr lohnen. Weil genug Chips auf dem Markt sind.
Wenn mehr Konsolen zum release als bei der Vorgängergeneration verkauft werden, dann hat das erst einmal nichts mit scalpen zu tun.^^

Ich glaube du verstehst gar nicht, wie teuer solche Fabriken sind, dass rechnet sich einfach nicht, eben nur gebündelt, wie bei TSMC. Was meinst du warum AMD sich von GF getrennt hat? Deine Gedanken sind ja grundsätzlich richtig aber in dem speziellen Fall ist der Aufwand höher als der Nutzen, weswegen das eben kein Sinn macht.

MfG
 
Im Prinzip wenig überraschen, sieht man auch in England. Sowie die ersten Tankstellen ein Problem haben, werden alle Leute daran erinnert, dass jetzt doch eine gute Zeit wäre um vollzutanken. Genauso werden sich jetzt alle fragen, ob "Just in Time" doch so ein gutes Konzept ist oder ob man sich nicht noch einen Haufen Chips ins Lager lagen soll, sicher ist sicher.

Es ist keine Überraschung: die Welt will digitalisiert werden, die Entwicklungs- und Schwellenländer bekommen immer mehr Wohlstand und in den Industrienationen wird man auch wie gehabt weiter aufrüsten (Smartirgendwas).

Die Autoindustrie ist da auch ein Stück weit selbst schuld. Sie haben am Anfang von Corona massiv Bestellungen storniert, da sie mit geringerer Nachfrage gerechnet haben, die Nachfrage ist aber explodiert

Und die dämliche Industrie stellt es auch noch her!

So eine dämliche Industrie, die auf ihre Kunden hört und genau das liefert, was sie wollen. Anstatt sich zurückzuhalten, damit ehrbare Gamer ihre RGB Bling Bling RX 6900XT bekommen.

Btw: Smartphones sind ein Bedürfnis, das bald 75% der Weltbevölkerung gestillt haben wollen. Wenn, dann sollten sich also eher die Gaming und Automobilindustrie zurückhalten. (wobei ich vom gegeneinander ausspielen nichts halten)
 
Wenn mehr Konsolen zum release als bei der Vorgängergeneration verkauft werden, dann hat das erst einmal nichts mit scalpen zu tun.^^
Wären noch mehr dagewesen hätte man noch mehr verkaufen können. ;)
Und sicher gab es da Scalper. Nämlich als die Hersteller mit dem liefern nicht mehr nachgekommen sind. Und die Nachfrage weiter groß war.
Ich glaube du verstehst gar nicht, wie teuer solche Fabriken sind, dass rechnet sich einfach nicht, eben nur gebündelt, wie bei TSMC. Was meinst du warum AMD sich von GF getrennt hat? Deine Gedanken sind ja grundsätzlich richtig aber in dem speziellen Fall ist der Aufwand höher als der Nutzen, weswegen das eben kein Sinn macht.

MfG
Vielleicht reicht auch meine bescheidene wirtschaftliche Kompetenz dafür nicht aus.:ka:
 
Direkt nicht. Und indirekt wenn dann durch den Preis. Aber im Endeffekt wäre das bestimmt billiger als wenn es zu wenig Stückzahlen gibt. Dann würde sich auch das scalpen nicht mehr lohnen. Weil genug Chips auf dem Markt sind.

Unterschätze die Kosten nicht. Bei den kleinen Chips, die aktuell fehlen, wäre es wahrscheinlich noch vertretbar. Aber zum Beispiel bei CPUs und GPUs können 50 bis weit über 90 Prozent es Endpreises auf Forschung, Entwickung und andere allemeine Kosten zurückgehen. Wenn man nicht mehr alle Chips dieser Art aus einer Quelle bezieht, sondern jeweils halb so viele aus zwei Quellen, ein Drittel so viele aus dreien oder je ein Viertel aus vier Quellen, dann muss jeder einzelne dieser Zulieferer die genannten Fixkosten auf ein Viertel soviel verkaufte Produkte umlegen. Schließlich entwickeln die vier jeder für sich und haben den vollen Forschungsaufwand. Eine Einsteiger-CPU, die jetzt 100 Euro kostet, wovon 50 Euro auf Stpückkosten und 50 Euro auf Fixkosten zurückgehen, kostet dann 50 Euro + 4× 50 Euro = 250 Euro. Bei einem High-End-Design, wo es 100 Euro Stück- und 900 Euro Fixkosten sind, werden aus 1.000 Euro entsprechend 3.500 Euro.

Das ist zu viel Aufpreis für Versorgungssicherheit als dass sich das irgend ein kapitalistisches Unternehmen leisten würde. Selbst wenn es Störungen wie die jetzige alle paar Jahre statt alle paar Jahrzehnte gäbe, würde sich so eine Struktur nie durchsetzen.
 
Sich hinstellen und sagen das ist zu teuer und der Auffand ist zu hoch bringt uns nicht weiter.

Es ist doch unumstritten das der Bedarf an Chip weiter steigen wird. Und jetzt ist die Zeit in die Zukunft zu investieren. Es wir von Seiten TSMC und der USA-Regierung ja schon ein paar Milliarden reingesteckt. Und warum wir als Europa da nicht mit spiele dürfen ist mir unklar. Wir sollten auch verstärkt investieren, um die Abhängigkeit zu verringern. Man muss auch was Riskieren um erfolgreich zu sein.

Das das jetzt nicht mehr in der aktuellen Situation hilft ist einleuchtend.
 
Sich hinstellen und sagen das ist zu teuer und der Auffand ist zu hoch bringt uns nicht weiter.

Es ist doch unumstritten das der Bedarf an Chip weiter steigen wird. Und jetzt ist die Zeit in die Zukunft zu investieren. Es wir von Seiten TSMC und der USA-Regierung ja schon ein paar Milliarden reingesteckt. Und warum wir als Europa da nicht mit spiele dürfen ist mir unklar. Wir sollten auch verstärkt investieren, um die Abhängigkeit zu verringern. Man muss auch was Riskieren um erfolgreich zu sein.

Das das jetzt nicht mehr in der aktuellen Situation hilft ist einleuchtend.
Aber das macht die EU doch? Man will den Intel Standort unbedingt und stellt Subventionen bereit (was jedes andere Land auch tun würde), aber dann wird hier wieder auf hohem Niveau gemeckert á la "Wieso sollen wir für eine Chipfabrik zahlen, da verdient doch der Betreiber dran!!!1elf".
 
Solche Effekte sind völlig normal wenn ein Mangel vorherrscht, die der Markt nicht mal eben so "magisch" regeln kann.
Der "Markt" regelt gar nichts.

In der DDR hatten mehr Einwohner eine neue Abgasanlage für einen Trabant zurückgelegt, als es überhaupt fahrbereite Fahrzeuge gab. Man hätte die ja gegen andere Dinge/Leistung tauschen können. :ugly:
Klar:
Biete zwei Kreissägen - suche eine Bezirkssäge.
 
Richtig wäre, die Volkswirtschaften regulieren sich von selbst. Aber mit Markt bin ich auch nicht unzufrieden und letzten Endes ist es eine Definitionssache.

Der Selbstregulierungsmechanismus funktioniert leider nicht immer oder wird gestört durch externe Einflüsse. So einen Einfluss bekommen wir nun mal gerade alle zu spüren.

Man darf auch nicht vergessen, dass Überproduktion und Lagerhaltung erheblich ineffizient sind in einer auf Effizienz bedachten Wirtschaft. Daher wird diese auch nicht im großen Umfang betrieben, es sei denn, eine Verknappung von zur Produktion benötigter Waren ist absehbar. Ob jemand vorausahnen konnte, das Covid19 derartige Bremsspuren in der Wirtschaft hinterlässt (Verknappung von Rohstoffen, erhöhte Nachfrage in Teilbereichen, Ausfall von Produktionskapazitäten, gebremster Warenverkehr und Welthandel), braucht man nicht wirklich diskutieren. Man hätte schon die Covid19-Pandemie selbst vorausahnen müssen, um rechtzeitig die Lager füllen zu können.

Ganz abgesehen von ökonomischen gibt es auch ökologischen Störfaktoren. Wenn in Taiwan eine Chipfabrik nur noch eingeschränkt produzieren kann, weil wegen einer Dürre zu wenig Wasser vorhanden ist, ist das in der derzeitigen Situation ein Brandbeschleuniger. Hätte die Fabrik im Ahrtal gestanden, wäre sie vermutlich weggespült worden.

Es ist leicht im Nachgang zu sagen: Hättet Ihr doch mal besser ...

Aber eigentlich ging es um im Anfangsbeitrag ja nur darum, dass derzeit Produziert wird, aber die Menge nicht 1:1 beim Endkunden ankommt.
 
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