Geschichte wiederholt sich?

Wegen sowas muss niemand in den Knast, aber wenn man sich halt weigert andere Lösungen mitzumachen kommt das halt.
 
Genau, Ursache für viele Knastmonate sind heute Schwarzfahren oder nicht gezahlte minimale Abgaben. Natürlich muss die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten werden, aber eine einfache Pfändung würde es auch tun. Und ja, wer dann den Gerichtsvollzieher schlägt hat natürlich etwas anderes begangen, als seine Abgabe nicht bezahlt.

"... Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen verbüßten deutschlandweit zuletzt etwa 7.000 von 230.000 angezeigten Schwarzfahrern eine Ersatzfreiheitsstrafe. ..."
Haftstrafen fuer Schwarzfahren: Wer zu arm ist, kommt in den Knast - taz.de

Dir ist klar, dass bei einer Ersatzfreiheitsstrafe der Versuch das Bußgeld per Gerichtsvollzieher beizutreiben unternommen wurde und gescheitert ist, die Person also keinen pfändbaren Besitz im ausreichendem Wert besaß.
 
Dir ist klar, dass bei einer Ersatzfreiheitsstrafe der Versuch das Bußgeld per Gerichtsvollzieher beizutreiben unternommen wurde und gescheitert ist, die Person also keinen pfändbaren Besitz im ausreichendem Wert besaß.
Nein, weil ich in solchen Fällen davon ausging, das Gehalt, Rente oder Hartz IV gepfändet werden, und wenn es nur 5,-€ pro Monat sind. Oder je nach Höhe der Strafe etwas mehr. Knast finde ich arg übertrieben. Ich bin ja auch für kostenlose Bus und Bahnkarten ....
 
Dir ist klar, dass bei einer Ersatzfreiheitsstrafe der Versuch das Bußgeld per Gerichtsvollzieher beizutreiben unternommen wurde und gescheitert ist, die Person also keinen pfändbaren Besitz im ausreichendem Wert besaß.

Man sollte es irgendwann trotzdem auch mal gut sein lassen...man muss nicht noch auf die Leute schlagen, die eh schon am Boden liegen...am Ende kostet die Ersatzfreiheitsstrafe ja noch mehr.:ugly:
 
Alter manchmal verzweifel ich an dem was hier in die Welt gesetzt wird!

Du kannst als Gerichtsvollzieher kein Hartz IV pfänden, das ist unmöglich!
Es gibt in Deutschland Pfändungsfreigrenzen! Die liegt bei einer Person bei 1180€ Netto und darüber sind auch nur Kleinstbeträge pfändbar.
Pfaendungstabelle (Lohnpfaendungstabelle) 2019, 2020, 2021 | ADF Inkasso >> Inkassounternehmen und Wirtschaftsauskunft

Was natürlich geht und immer Ersatzhaft vorzuziehen ist (die auch nur in ganz bestimmten Fällen angeordnet und vollstreckt werden kann), ist Ratenzahlung, die man mit einem Gerichtsvollzieher, Inkasso oder auch der Nachfolgerin von der GEZ, vereinbaren kann.
Die Meisten lasssen sich auch dort auf Kleinbeträge zwischen 10-50€ ein.

Selbst bei Schwarzfahren, was eine Straftat in Deutschland ist §265a StGB kann man bei einem Strafbefehl, den es erst nach mindestens dreimal und mehr erwischt worden zu sein gibt, dann eine Ratenzahlung vereinbaren, die wird aber wohl in der Regel nicht unter 50-100€ abgehen, je nachdem was man verdient oder an Unterstützung bekommt.

Wer wegen solcher Sachen in den Knast wandert, hat nur noch den Kopf in den Sand gesteckt, will es so oder ist schlicht und einfach zu blöd!
 
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Genau, Ursache für viele Knastmonate sind heute Schwarzfahren oder nicht gezahlte minimale Abgaben. Natürlich muss die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten werden, aber eine einfache Pfändung würde es auch tun.

Daher schrieb ich ja: Die Haftstrafen gibt es *nicht* für die Nichtzahlung, sondern für die Missachtung gerichtlicher Anordnungen. Und schon bis es überhaupt zu einer solchen kommt, muss man die Sache tüchtig *selbst* dahin eskaliert haben.

Wenn man gar nicht oder nicht fristgerecht in voller Höhe zahlen *kann*, gibt es etliche ganz unkomplizierte Mittel und Wege, um unnötige Härten zu vermeiden. Ganz zu schweigen davon, dass man in einer solchen sozialen Lage in der Regel ohnehin von der Abgabe befreit ist oder sich davon befreien lassen kann.

Kurz, wer für solche Dinge in den Knast geht, *wollte* die Konfrontation mit geltendem Recht und darf sich dann über die Konsequenzen weder wundern noch beschweren. :D
 
Die Haftstrafen gibt es *nicht* für die Nichtzahlung, sondern für die Missachtung gerichtlicher Anordnungen.
Genau so argumentiere ich nauch immer, wenn es um völlig bescheuerte Waffenverbote geht. Niemand stirbt an einer Kugel. Bis man eine Bleivergiftung bekommt, vergehen Jahrzehnte. Die Menschen sterben an Verbluten, Organversagen, Kopflosigkeit, etc.

Ich finde es darum etwas zynisch zu sagen, sie kommen nicht wegen des Schwarzfahrerei ins Gefängnis. Wenn es bei Menschen nichts zu pfänden gibt, dann sollte man sich über Beträge um 50,-€ nicht so aufregen. Es seit denn, es sind etliche Schwarzfahrten und dann Siummen in den tausendern.
 
Nein, weil ich in solchen Fällen davon ausging, das Gehalt, Rente oder Hartz IV gepfändet werden, und wenn es nur 5,-€ pro Monat sind. Oder je nach Höhe der Strafe etwas mehr. Knast finde ich arg übertrieben. Ich bin ja auch für kostenlose Bus und Bahnkarten ....

Es besteht nach Art. 293 EGStGB die Möglichkeit "freie Arbeit" also eine anerkannte gemeinnützige Tätigkeit für 4-6 Stunden pro Tag zu machen. Jeder Tag ersetzt einen Tag Haft.

In Frankreich oder Schweden gibt es keine EFS wenn eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Das halte ich für das beste System, da es gerecht ist und nicht mehr dafür sorgt, dass Menschen in prekären Lebenssituationen härter bestraft werden als Kapitalisten.
 
Ich muss zu meiner Schande gestehen, mich mit Straftaten, deren Verfolgung, Hartz IV etc nicht auszukennen, weil ich verdammter Spießbürger damit wenig zu tun habe. Danke für die gute Erklärung. Früher hatte ich mehr Juristen im Freundeskreis, das dünnt leider etwas aus.
 
Genau so argumentiere ich nauch immer, wenn es um völlig bescheuerte Waffenverbote geht. Niemand stirbt an einer Kugel. Bis man eine Bleivergiftung bekommt, vergehen Jahrzehnte. Die Menschen sterben an Verbluten, Organversagen, Kopflosigkeit, etc.

Ich finde es darum etwas zynisch zu sagen, sie kommen nicht wegen des Schwarzfahrerei ins Gefängnis.

Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Vergleich. Intention, Waffeneinsatz, Waffenwirkung und daraus resultierende Verletzungen hängen kausal unmittelbar zusammen.

Es gibt jedoch keine Kausalität zwischen Schwarzfahren und einer Haftstrafe, sondern der Schwarzfahrer muss sich - sei es aus Dummheit, oder weil er einen Standpunkt deutlich machen will - darum bemühen, für seine Schwarzfahrerei einzuwandern.

Wenn es bei Menschen nichts zu pfänden gibt, dann sollte man sich über Beträge um 50,-€ nicht so aufregen. Es seit denn, es sind etliche Schwarzfahrten und dann Siummen in den tausendern.

Du meinst, wenn dir jemand nur 50 Euro klaut bzw. unterschlägt, lässt du es dabei bewenden und reagierst erst, wenn um Summen in den Tausendern geht? Interessant ...

Fakt ist, wenn man einen Schwarzfahrer nicht belangt, kann man gar keinen Schwarzfahrer belangen - denn nach welchen Kriterien sollte man denn entscheiden, wen man belangt und wen nicht? Und da Schwarzfahren eine Art Volkssport ist, summieren sich die kleinen Beträge zu den "Summen in den Tausendern" - genauer gesagt, es sind in Deutschland geschätzt 250 Millionen Euro jährlich. Und auch wenn das womöglich eine sehr dramatische Schätzung ist, reden wir dennoch von Millionenschäden.

Großzügigkeit fällt grundsätzlich leicht, wenn es nicht das eigene Geld ist. Nur ist das in diesem Fall besonders kurzsichtig gedacht, denn dieses Geld fehlt den Verkehrsbetrieben beim Ausbau (Nutzen für jedermann und so), der Modernisierung (Umweltverträglichkeit und so) und natürlich auch bei deren Möglichkeiten, grundsätzlich sozialverträglichere Tarife und Freifahrtscheine für Bedürftige anzubieten.
 
Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Vergleich. Intention, Waffeneinsatz, Waffenwirkung und daraus resultierende Verletzungen hängen kausal unmittelbar zusammen.

Es gibt jedoch keine Kausalität zwischen Schwarzfahren und einer Haftstrafe, sondern der Schwarzfahrer muss sich - sei es aus Dummheit, oder weil er einen Standpunkt deutlich machen will - darum bemühen, für seine Schwarzfahrerei einzuwandern..
Nach Deiner Logik gibt es dann auch keinen Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und Opfer von Waffen. Denn dazwischen liegen ähnlich viele Schritt wie zwischen Schwarzfahren und Gefängnis nach Deiner Aufzählung. Und man muss sich schon ziemlich dämlich anstellen, um angeschossen zu werden ....

Doch, doch, mein Vergleich war mit Bedacht gewählt. Aber lassen wir das. Ich habe da eine andere Meinung zu, weil ich, wie schon gesagt, Bus und Bahn kostenfrei anbieten würde. Aber wir entfernen uns zu weit vom Thema.
 
Nach Deiner Logik gibt es dann auch keinen Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und Opfer von Waffen. Denn dazwischen liegen ähnlich viele Schritt wie zwischen Schwarzfahren und Gefängnis nach Deiner Aufzählung.

Aus zwei schiefen Vergleichen wird kein gerader:

1.) Hundert Prozent aller Schwarzfahrer fahren schwarz, aber nicht hundert Prozent aller Waffenbesitzer verursachen Opfer.

2.) Ein Schwarzfahrer hat sich bereits entschieden, zu seinem eigenen Nutzen jemand anderem zu schaden. Ein Waffenbesitzer nicht.

3.) Ein ertappter Schwarzfahrer hat unzählige Möglichkeiten, im nun zwangsläufig anlaufenden Vorgang eine Haftstrafe zu vermeiden. Bei einem Waffenbesitzer läuft kein Vorgang, der zwangsläufig in Opfer mündet.

Und ja, man könnte und sollte öffentliche Verkehrsmittel kostenfrei anbieten (sofern die Infrastruktur das zulässt). Das ist allerdings ein gänzlich anders gelagerter Sachverhalt, denn auch im Falle kostenfreier Beförderung würde man belangt, wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise nur kleine Schäden verursacht. Und man kann sich auch dann so unglaublich dämlich und/oder renitent anstellen, dass es in eine Haftstrafe mündet.
 
Wer ALG2 bekommt und schwarz fährt handelt imho gerecht, weil die staatlichen Leistungen zu gering sind. ALG2 ist so menschenunwürdig gering, dass es als eine Art von Mundraub der Mobilität zu sehen ist.
 
Und ja, man könnte und sollte öffentliche Verkehrsmittel kostenfrei anbieten (sofern die Infrastruktur das zulässt). Das ist allerdings ein gänzlich anders gelagerter Sachverhalt, denn auch im Falle kostenfreier Beförderung würde man belangt, wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise nur kleine Schäden verursacht. Und man kann sich auch dann so unglaublich dämlich und/oder renitent anstellen, dass es in eine Haftstrafe mündet.

Ich habe leider die Erfahrung in meinem Leben gemacht, das alles kostenfreie von der menschlichen Herde und um die geht es nunmal, nicht wirklich wertgeschätzt wird. Man kann sehr wohl darüber diskutieren öffentlichen Nahvekehr stark subventioniert, also erheblich preiswerter anzubieten, aber völlig umsonst, halte ich für einen völlig falschen Ansatz.
Und um das zu differenzieren, es gibt Leute, die sind für kostenlose Angebote (z.B. Tafel) sehr dankbar und wertschätzen was "da" getan wird, das gilt auch analog zu anderen Bereichen, wo es bestimmte Gruppen betrifft. Wenn es aber um die "Allgemeinheit", also menschliche Herde geht, ist das völlig anders und das habe ich dutzenfach in meinem Leben und Arbeitsleben selber erfahren dürfen.
In jedem Unternehmen (ob Klein, Mittel, oder Konzern), wurde geklaut das sich die Balken biegen, ob Klopapier, Seife, Büromaterial oder Kaffee (wenn es den Umsonst gab) und dem konnte nur Einhalt geboten werden, wenn es plötzlich etwas kostete oder sehr strenge Regeln eingeführt wurden. Leider wird Heute in unserer Gesellschaft bei der Mehrzahl kostenfrei, mit nichts wert gleichgesetzt!
 
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Wer ALG2 bekommt und schwarz fährt handelt imho gerecht, weil die staatlichen Leistungen zu gering sind. ALG2 ist so menschenunwürdig gering, dass es als eine Art von Mundraub der Mobilität zu sehen ist.

Klar, dass die Sozialisten das so sehen. Denen ist egal wer das zahlt und für die kommt der Strom aus der Steckdose und das Geld aus dem Drucker.
 
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