Ich kann grad nicht ausführlich antworten, aber grade im Bezug auf China empfehle ich
https://www.reuters.com/investigates/section/china-army/ (Vor allem Ruling the Waves)
So als Einstieg. Denn deine Wahrnehmung in allen Ehren, Sie wird der Situation aktuell nicht gerecht.
China openly threatens Taiwan with invasion. The world assumes it will never follow through. Yet as Beijing flexes its muscles at home and abroad, is that being dangerously complacent?
www.dw.com
Ist ein Szenario mit dem wir uns beschäftigen - bitte, frag mich nicht nach Wahrscheinlichkeiten... - egal ob es in naher Zukunft eintritt oder nicht, es zeigt 2 Dinge. Dass China aufrüstet und das die USA die Kontrolle in der APAC Region immer weiter verlieren. Daran mit Schuld sind die massiven Ausgaben für die beiden Kriege im Irak & in Afghanistan.
Ich sehe in deinem
sehr propagandastischen Link nichts, was ich nicht wüsste oder was meiner vorherigen Aussage wiedersprechen würde. Natürlich hat China aufgerüstet und den Abstand zu den USA verkürzt. Natürlich hat China im chinesischen Meer heute eine stärkere Militärpräsenz als die USA (wer sucht, findet schon in einem Schulatlas Hinweise darauf, dass China dort relativ viel Einfluss haben könnte...).
Aber was ändert das jetzt daran, dass das heutige China am Vorabend eines heißen Krieges mit den USA bereits mehr Schaden durch die bis dahin erfolgten wirtschaftlichen Verwürfnisse erlitten hätte, als die US-Armee selbst zu Zeiten ihrer größten Übermacht je hätte in China anrichten können? Ich denke, es sollte aufgefallen, dass vor ein paar Jahren eine andere Großmacht in ihr Nachbarland einmarschiert und schon länger beanspruchtes Territorium erobert hat, genau wie China das gerne mit Taiwan machen würde. Aber weder die USA noch andere sogenannte "Schutzmächte" haben auch nur mit Finger in Richtung Abzug gezeigt, weil ihnen noch lange vor einer militärischen Aufheizung die wirtschaftlichen Konsequenzen zu heftig erschienen. Dabei war besagtes Land wirtschaftlich eine Null im Vergleich zu China, aber eben immer noch weitaus wichtiger als der Staat, dessen Territorium jetzt halt nicht mehr dessen Territorium ist. Und dieses Verhältnis gilt zunehmend auch zwischen China respektive Taiwan und dem Westen. Je nachdem wie es sich weiterentwickelt, wird irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem die USA vollkommen unabhängig von der Größe ihrer Armee keinen Finger mehr für Taiwan krummachen würden. Dann wird China vielleicht militärisch losschlagen, sollte es dann noch nötig sein (vorher dehnt man seine 300 Meilen-Zone bis 2 cm vor die Küste aus, mit entsprechenden Konsequenzen für Handel und Fischerei, kappt Datenverbindungen, etc.)
Dann wird China zuschlagen, aber nicht vorher. Vergleiche Hong Kong und wie sehr sich Großbritannien (oder irgendwer anders) noch dafür interessiert. China wird nicht von Politikern mit einem 4-Jahres-Horizont regiert.
Und wir leben nicht mehr im kalten Krieg, wir leben in der Globalisierung. Ehe wir oder die USA uns einen Krieg mit China wortwörtlich leisten könnten oder würden, vollkommen unabhängig von der jeweiligen militärischen Stärke, müssen erst einmal 2-3 Jahrzehnte lang wirtschaftliche Verknüpfungen entzerrt und zerschlagen werden. Was nützen den USA zehnmal mehr Träger gestützt Kampfflugzeuge, wenn sie einen Tag nach Kriegsbeginn keine Raketen mehr nachproduzieren können, da ein halbes Dutzend Elektronikteile fehlt und man die nächsten drei Wochen damit beschäftigt ist, all die notgeschlachteten Kühe zu grillen, für deren Fütterung man sich kein südamerikanisches Gensoja mehr leisten kann? Wie gesagt: In ein paar Jahrzehnten könnte das anders aussehen, zumindest wenn Trumpistan den bisherigen Kurs beibehält. Aber "ein paar Jahrzehnte" ist eben auch der Zeitraum, innerhalb dessen man die in den letzten 10-20 Jahren versäumten Anschaffungen nachholen kann. Ich persönlich erwarte vorher aber noch viele Stellvertreterkriege in Afrika, dass sich gerade zum neuen mittleren Osten entwickelt.
Relativ gut. Mit diesem Materialmangel ist es natürlich ungeheuer schwer ein medizinisches Gerät zu bauen. Nicht mal ein windows darf dorthin verkauft werden.
Windows dürfte auch das letzte sein, was die Kubaner brauchen oder wollen

.
Die Kubaner sind schon Teufelskerle das alles geschafft zu haben. Und dabei haben sie viele Jahre noch Bedürftige aus anderen Ländern kostenlos behandelt. Bei reichen Ländern gibts das selten und nur in kleinem Maßstab.
Nachtrag. Viell. ganz gut kein windows zu haben.
"Kostenlos" war das nie. Für die Austauschprogramme mit anderen Lateinamerikanischen Staaten flossen meist Rohstoffe. Inbesondere kubanische Medizin im Tausch gegen venezuelanisches Erdöl war für beide Seiten extrem wichtig.
Vor allem bemerkenswert, weil sie ja schon öfter unter harten Wirtschaftssanktionen gestanden haben.
"öfters"? Abgesehen von den paar Lockerungen unter Obama durchgängig seit Ende der [anderen] Diktatur auf Kuba. Man muss aber auch die Kehrseite sehen: Ohne die von außen erzwungene wirtschaftliche Isolation hätte sich das Regime auf Kuba nie halten können. Der Lebensstandard dort ist zwar insbesondere für die ärmeren Menschen klar besser als im kapitalistischen Rest Lateinamerikas (was gerne vergessen wird, weil irgendwie immer Florida als Bezugspunkt genommen wird, warum auch immer), aber es ging nicht gerade schnell bergauf und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und somit des inner-sozialistischen Handels, der für das einzige tropische Land vor allem landwirtschaftlich extrem lohnend war, praktisch gar nicht mehr. Je mehr Zugangsschancen zum westlichen Fortschritt den Kubanern in den letzten Jahren suggeriert wurden, desto mehr musste das Regime seinen Einfluss zurückfahren. Hoffnungen sind eine verdammt starke Waffe, auch wenn in 90% der Fälle an ihrer statt die Gosse wartet. "Ich will" hat auch in Kuba schon zunehmend "wir schaffen das" verdrängt.