Dürfen Vorbestrafte eigentlich Präsident in USA werden?
Nein, die höchsten politischen Ämter sind Personen vorbehalten, die sich nicht dabei erwischen lassen.
Spaß (halbwegs) beiseite: Als jemand, der wegen einer Straftat verurteilt wurde, die zu Haftstrafen von mindestens einem Jahr führen, dürfen nicht für politische Ämter kandidieren und in den meisten US-Bundesstaaten noch nicht einmal wählen. In manchen Bundesstaaten erhält man das Wahlrecht nach einer bestimmten Frist oder Ablauf der Bewährungszeit zurück. In anderen gilt der Entzug lebenslang.
Damit sind Personen mit - sagen wir mal - wilder Jugend stark benachteiligt, auch wenn sie sich später vorbildliche Mitglieder der Gemeinschaft sein sollten. Haftstrafen ab einem Jahr können in den USA bereits für wiederholten Drogenbesitz (nicht Handel!) verhängt werden, was beispielsweise in Florida einen lebenslangen Wahlauschluss und bundesweit keinen Zugang zu politischen Ämtern bedeutet.
Außer natürlich, man kommt aus einer einflussreichen Familie. Die sorgen dann dafür, dass selbst bekannte Dauerkokser wie zum Beispiel Bush jr. bei jedem Delikt mit einem erhobenen Zeigefinger davonkommen und später noch Präsident werden können, während Ghetto-Kids mit dem gleichen Sündenregister nicht einmal wählen dürfen. Praktisch, nicht wahr?
Und damit sich Richter für solche Ungleichbehandlungen nicht allzu sehr verbiegen müssen, ist - um mal beim Beispiel des Drogenbesitzes zu bleiben - schon vom Gesetz her dafür gesorgt, dass Upperclass-Drogen wie Kokain anders behandelt werden als Armendrogen wie Heroin und Crack.
Nur bei leichten Drogen sind Klassenunterschiede vor dem Gesetz verwischt und dann muss man eben doch die guten Beziehungen spielen lassen, damit ein Kiffer der High Society ein armes Opfer der Umstände bleibt, welches medienwirksam in teure Entzugskliniken geschickt wird, während der Kiffer aus dem Ghetto zuverlässig als Einsteiger in die Beschaffungs-/Berufskriminalität erkannt und aus dem Verkehr gezogen wird. Ordnung muss sein!