Wäre leicht machbar gewesen:
Intel Pentium Extreme Edition 965 im Test: Der Schnellste / Overclocking
www.computerbase.de
Nur hätte sich die Frage gestellt, ob Intel den dann für 1500€ hätte verkaufen wollen. Vielleicht wären ein paar drauf reingefallen, der Rest der Intel-Enthusiasten hätten sich den 965er gekauft und händisch getuned...
Zu Zeiten von Cedar Mill und Presler hatte Intel sich schon auf den Preiskampf mit AMD eingelassen. Du hast es ja selbst verlinkt: Der 960 sollte Anfang 2006 Leistung in der Nähe des vorherigen 955XE für 500 statt 1.000 USD bieten und bis zum Herbst auf 300 USD fallen. Der im Frühjahr noch neue, letztlich schnellste Netburst überhaupt, 965XE wäre entsprechend in den 600er Bereich abgerutscht und hätten den klassischen 1.000-USD-Spitzenplatz für einen 975XE/980XE freigemacht.
Es gab nur zwei Probleme:
- Die Kunden haben Stromverbräuche von über 130 W nicht akzeptiert, sondern deutlich niedrigere gefordert.
- Conroe war einfach besser und einsatzbereit.
Ende 2000, noch völlig unwissend werkelte ein Pentium 4 Willamette mit 1,37 GHz in meinem Rechner...
Schneller als die letzte Generation P3 war der nicht wirklich.
Ne, das war eher der absolute Pentium-4-Tiefpunkt. Und das will schon was heißen.^^
Es gab ihn doch, den Intel Pentium mit 4Ghz.
Nur wurde der wegen Instabilitäten zurückgezogen und dann nie an den Endkunden ausgeliefert.
War doch damals der Wettstreit und das Gesprächsthema schlechthin, wer zuert die 4Ghz knackt.
Es war ja oft genug in den Medien, wann was kommen soll.
An Endkunden wurde der 580 zwar nicht ausgeliefert, aber an Tester – und die haben keine Stabilitätsprobleme gemeldet. Bemängelt wurden vielmehr Stromverbräuche von geschätzten 150 W (isoliert den Verbrauch der CPU hat damals kaum jemand gemessen, nur den Systemanstieg gegenüber "Herdplatte"-115-W-Designs) und der erwartete Preis von deutlich über 1.000. Schon der 3,73EE musste reichlich Flak einstecken, weil er gegenüber dem 3,46EE eigentlich nur mehr Heiz- aber nicht mehr Rechenleistung bot. Statt die werbewirksamen "4 GHz" mit so einem Schrott zu knacken, war ein Aufsparen für die 65-nm-Generation also durchaus plausibel.
Im Gegensatz zu deiner Darstellung gab es 2006 nämlich keinen Wettstreit. AMD war nach dem (knapp gewonnen) 1-Gigahertz-Rennen aus der Taktjagd ausgestiegen und setzte auf IPC sowie Verkaufslabels. Die erste 2-GHz-CPU ging ebenso kampflos an Intel, wie das erste Mal 3 GHz. Letzteres Niveau hat AMD überhaupt erst Ende 2006 erreicht (und das nicht einmal im regulären Desktop), als Intel die ersten Core 2 Quad vorstellte und die hier diskutierte letzte Netburst-Generation schon im Grab lag. Es dauerte noch weitere zwei Jahre, bis bei AMD ein hochgepushtes Altdesign auf 3,1 GHz erhöhte, während die Potfoliospitze mit Phenom sogar wieder in den unteren 2,x-Bereich zurück fiel. Erste 2011 konnte ein Phenom II 3,6 GHz liefern – die hatte der Pentium 4 560 schon 2004 vorgelegt. 2006 hat also garantiert absolut niemand darüber diskutiert, wer die nächste GHz-Stufe als erster schaffen konnte. Die Frage war nur,
wann Intel über den eigenen Schatten springt und statt immer mal wieder um-die-3,8-GHz eine saubere 4,0 veröffentlicht.
(Erstaunlicherweise lautete die Antwort lange Zeit "nie": Obwohl
jeder einzelne Intel-Kern seit dem 2002er Northwood A auf 4,0 GHz übertaktet wurde, ab den 2003er Northwood B auch zunehmend häufiger mit Retail-tauglichen Kühllösungen, und obwohl mehrfach Intel-Prototypen und sogar verkaufte Off-Label-Exemplare mit entsprechender Selektierung aufgetaucht sind, hat Intel von 2004 bis in die späte Core-i-Generation nie wieder versucht, mit besonders hohen Taktraten Werbung zu machen. "first 4,0" ging 2011 an Bulldozer, während Intel bis 2012 systematisch nur 3,80/3,86/3,90 verkaufte; "5,0 ab Werk" blieb sogar vom 2013er Bulldozer bis zum 2018er Coffee Lake AMD-exklusiv – obwohl bereits die hier diskutierte 2006er Netburst-Generation
luftgekühlt auf über 7 GHz übertaktet werden kann.)